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„Kulturhauptstädte in Europa“: Brückenbauer oder Marketinginstrument?

19.12.201716:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Können internationale kulturpolitische Initiativen, wie das EU-Programm „Kulturhauptstädte Europas“, ein Gegengewicht zu der derzeit viel beschworenen politischen Krise in der europäischen Union schaffen und Bürgerinnen und Bürgern eine gemeinsame europäische Zugehörigkeit vermitteln? Oder werden die Initiativen als reine Marketinginstrumente und zur Tourismusförderung zweckentfremdet? Kulturgeographen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) erforschen in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziertem Projekt die Debatten in deutschen Städten um ihre Bewerbung für 2025.



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Die Initiative „Kulturhauptstädte Europas“ wurde in den 1980er-Jahren von der griechischen Kulturministerin Melina Mercouri ins Leben gerufen, um der rein ökonomischen Ausrichtung des europäischen Einigungsprozesses durch die Schaffung kultureller Plattformen entgegenzuwirken und Gemeinsamkeiten eines europäischen Kulturraums herauszustellen.

Ob dieser Zweck erfüllt wurde und noch immer erfüllt wird, wird kontrovers diskutiert. Während Kritiker behaupten, die Initiative verkomme zu einer reinen PR- und Marketing-Show, sehen Befürworter sie als eine Tribüne für einen Diskurs über kulturelle Projekte für ein gemeinsames Europa. Um empirische Klarheit und Erkenntnisse bei der Bewertung zu gewinnen, begleitet das gerade gestartete DFG-Projekt „Das Programm `Kulturhauptstadt Europas´ im Spannungsfeld lokal-urbaner und internationaler Kulturpolitiken“ am Institut für Geographie der FAU den Bewerbungsprozess deutscher Städte für das Jahr 2025.

Zeitnahe, prozessorientierte Begleitung

Während bisherige Forschungsvorhaben Bewerbungsprozesse im Nachhinein untersucht haben, begeben sich die Erlanger Kulturgeographen um den Teamleiter PD Dr. Thomas Schmitt mit ihrem Vorhaben auf den Weg einer Gegenwartsanalyse und prozessorientierten Beobachtung. „Wir möchten für die Städte keine Tipps erarbeiten, sondern ihre Bewerbung in einer offenen, allparteilichen Annäherung beobachten und analysieren“, erklärt der Projektleiter. Am Ende sollen neue Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Aufgaben Kultur in Städten übernehmen kann und wie der europäische Gedanke bei den kulturellen Veranstaltungen seinen Ausdruck findet.

Erste Ergebnisse

Stehen die Wissenschaftler noch am Anfang ihres Projekts, so gibt es doch seit Projektstart im Herbst bereits erste interessante Aspekte zu berichten. „Überraschend“, sagt Thomas Schmitt, „ist die Ernsthaftigkeit, mit der die deutschen Städte sich auf ihre Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas vorbereiten. Mit viel Hirnschmalz, Personalaufstockungen, Zeit und unter Beteiligung von Bürgerinitiativen wird die Umsetzung vorangetrieben.“ Und noch eins scheint außergewöhnlich: Statt eines harten Wettbewerbs ist ein eher kooperatives Vorgehen der Bewerberstädte mit gegenseitigen Einladungen zu den Veranstaltungen zu beobachten.

Das Programm Kulturhauptstädte Europas

Mit dem Programm Kulturhauptstädte Europas sollen die kulturelle Vielfalt in Europa, die Gemeinsamkeiten europäischer Kulturen und das Gefühl der europäischen Zugehörigkeit gefördert werden. Die Initiative wird durch das europäische Kulturförderprogramm „Kreatives Europa“ unterstützt, das für jede Kulturhauptstadt Europas als „Melina Mercouri Preis“ 1,5 Millionen Euro bereitstellt. Seit dem Beginn des Programms wurde jährlich mindestens eine europäische Stadt zur Kulturhauptstadt Europas ernannt – Deutschland hat sich mit Berlin (1988), Weimar (1999) und der Region „Essen für das Ruhrgebiet“ (2010) an der Initiative beteiligt und ist erneut 2025 an der Reihe. Städte, die derzeit eine Bewerbung vorbereiten, sind unter anderem Chemnitz, Dresden, Hannover, Hildesheim, Kassel, Magdeburg und Nürnberg.

Weitere Informationen für die Medien:
PD Dr. Thomas Schmitt
Tel.: 09131 85-26324
thomas.schmitt@fau

Quelle: idw

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