openPR Recherche & Suche
Presseinformation

„Flora Incognita“ – Pflanzenbestimmung mit dem Smartphone

15.12.201711:02 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: „Flora Incognita“ – Pflanzenbestimmung mit dem Smartphone
Flora Incognita - Pflanzenbestimmung mit Smartphone (© TU Ilmenau)
Flora Incognita - Pflanzenbestimmung mit Smartphone (© TU Ilmenau)

(openPR) Das Projekt „Flora Incognita – Pflanzenbestimmung mit dem Smartphone“ der Technischen Universität Ilmenau und des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena wurde als offizielles Projekt der „UN-Dekade Biologische Vielfalt” ausgezeichnet. Die Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt auf der Welt einsetzen. Die teilautomatische Erkennung von wildwachsenden Blütenpflanzen in Thüringen mit einem Smartphone soll das Bewusstsein für Artenvielfalt in der Bevölkerung stärken und letztlich zu deren Erhaltung beitragen.



---
Die Vereinten Nationen haben das Jahrzehnt 2011 bis 2020 zur Dekade für die biologische Vielfalt erklärt. Dadurch soll der weltweite Rückgang der biologischen Vielfalt aufgehalten werden. Um das gesellschaftliche Bewusstsein für biologische Vielfalt in Deutschland zu fördern, zeichnet die deutsche UN-Dekade regelmäßig nachahmenswerte Projekte aus. Das Projekt „Flora Incognita – Pflanzenbestimmung mit dem Smartphone“ der TU Ilmenau und des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena werteten die Juroren des Wettbewerbs als „bedeutendes Zeichen für das Engagement für die biologische Vielfalt in Deutschland“. Die Auszeichnung solle den Einsatz der Beteiligten für die lebendige Vielfalt als Teil einer weltweiten Strategie würdigen, sodass möglichst viele Menschen sich von diesen vorbildlichen Aktivitäten begeistern lassen und die ausgezeichneten Projekte als Beispiel nehmen, selbst im Naturschutz aktiv zu werden.

Die biologische Vielfalt ist in fast allen Ländern der Erde gefährdet. Für den Schutz und den Erhalt von Biodiversität ist Artenkenntnis eine grundlegende Voraussetzung. Doch die Menschen kennen die Pflanzen und Tiere, die sie umgeben, immer weniger. Naturschutzverbände und Wissenschaftler beklagen in unserer Gesellschaft abnehmende Artenkenntnisse, sogar unter Biologen. Die Bestimmung von Pflanzen mit herkömmlichen Büchern ist für Laien komplex, zeitintensiv und durch die Verwendung zahlreicher Fachtermini schwierig. Und auch Bildbände, die einfacher als Fachbücher Aufschluss über Pflanzen geben, sind im Freiland, zum Beispiel auf einem Sonntagspaziergang, oft nicht verfügbar. Untersuchungen zeigen, dass schon Schülerinnen und Schüler nur wenige Pflanzen- und Tierarten kennen. Diese Entwicklung ist für den Naturschutz gefährlich, denn mit schwindenden Kenntnissen über Tiere, Pflanzen und deren ökologischen Zusammenhängen nimmt in der Bevölkerung die Bereitschaft ab, sich für Naturschutz- und Umweltschutzbelange einzusetzen.

Digitale Kommunikationstechniken und mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets, die Teil unseres Alltags geworden sind, können diese Lücke schließen. Im Forschungsprojekt „Flora Incognita“ – unbekannte Pflanzenwelt – entwickeln Wissenschaftler der Technischen Universität Ilmenau und des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena ein Verfahren, mit dem höhere Blütenpflanzen mit mobilen Endgeräten teilautomatisch bestimmt werden können. Der Erkennungsvorgang ist denkbar einfach: Mit der Kamera des Smartphones wird ein Bild der Blüte gemacht. Danach wird die Pflanze automatisch durch eine Erkennungssoftware erfasst und mit einer internetbasierten Datenbank abgeglichen. In die Erkennung werden auch Umwelt- und Standortfaktoren einbezogen und die Nutzer können im Zweifel weitergehende Fragen zur konkreten Fundsituation beantworten oder Bildteile markieren. Durch die automatische Bilderkennung kombiniert mit Nutzerinteraktionen wird die Pflanze – abgestimmt auf das Vorwissen und das Interesse des Nutzers – artgenau bestimmt.

Auf diese Weise zweifelsfrei identifizierte Pflanzen bilden nicht nur den Nutzer weiter. Sie werden zusammen mit ihrem Standort an zentrale Datenbanken von Naturschutzbehörden und Forschungseinrichtungen übermittelt, wo sie dann in einer offenen Plattform privaten Nutzern und Behörden zur Verfügung gestellt werden. Mithilfe dieser Datenbanken können Forscher Arten und deren Veränderung wissenschaftlich dokumentieren – zum Beispiel die Verbreitung invasiver Arten, also von Arten, die Schäden an der heimischen Natur verursachen.

Prof. Kai-Uwe Sattler, Prorektor für Wissenschaft der TU Ilmenau, freut sich über die Anerkennung der Forschungsaktivitäten der Universität: „Wir sind stolz, einen nachhaltigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt zu leisten. Und wir freuen uns, dass die Synergien der TU Ilmenau mit dem Max-Planck-Institut öffentlich geschätzt werden.“ Prof. Markus Reichstein, Direktor des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie bestätigt: „Sowohl die Zusammenarbeit zwischen der universitären und der außeruniversitären Forschung als auch die wegweisende Kombination von Ökologie, Geowissenschaften und Künstlicher Intelligenz wird hier mit Vorbildcharakter deutlich.“ In einem solch interdisziplinären Team aus Biologen, Physikern, Medientechnikern und Informatikern zu arbeiten, war für die beiden Projektleiter Prof. Patrick Mäder von der TU Ilmenau und Dr. Jana Wäldchen vom Max-Planck-Institut in Jena eine großartige Erfahrung.

Das Forschungsprojekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, vom Bundesamt für Naturschutz und von der Stiftung Naturschutz Thüringen.

Foto zur freien Veröffentlichung im Zusammenhang mit dem Inhalt dieser Pressemitteilung (© TU Ilmenau)

Kontakt:
Prof. Patrick Mäder
Leiter Fachgebiet Softwaretechnik für sicherheitskritische Systeme
Telefon +49 3677 69-4839
E-Mail E-Mail

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 985729
 183

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „„Flora Incognita“ – Pflanzenbestimmung mit dem Smartphone“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Technische Universität Ilmenau

TU Ilmenau: 10 Jahre Antihavarietraining für die Energiewirtschaft
TU Ilmenau: 10 Jahre Antihavarietraining für die Energiewirtschaft
Fehler machen, um sie zu vermeiden – seit zehn Jahren proben an der Technischen Universität Ilmenau Operatoren von Netzleitwarten im Ver-teilnetzbereich das Verhalten in Ausnahmesituationen. Die Kooperations-partner TU Ilmenau Siemens AG und TU Ilmenau Service GmbH führen in den Antihavarietrainings ihr Wissen in Technologie, Wissenschaft und Forschung sowie Didaktik zusammen. Deutschlandweit gibt es im Verteilnetzbereich keine anderen derartigen Trainingsangebote. --- Besonders energieintensive Wirtschaftsbereiche nutzen für ihre Stromverso…
Bild: Medienstudenten der TU Ilmenau arbeiten mit Internationalem Roten KreuzBild: Medienstudenten der TU Ilmenau arbeiten mit Internationalem Roten Kreuz
Medienstudenten der TU Ilmenau arbeiten mit Internationalem Roten Kreuz
Studenten der Technischen Universität Ilmenau erarbeiten in diesem Wintersemester für das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) Konzepte zur Öffentlichkeitsarbeit. In einem Seminar zu internationaler PR entwickeln die Studenten des Masterstudiengangs Media and Communication Science Public Relations-Konzepte für die IKRK-Kampagne „Health Care in Danger“. Die Kampagne soll weltweit auf die zunehmende Bedrohung von Patienten, Ärzten und Pflegekräften in Kriegs- und Krisengebieten aufmerksam machen. --- Das Seminar hat mit Beginn des W…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Mediterrane Gärten und Pflanzen Naturkundliche Wanderungen in Umbrien und der ToskanaBild: Mediterrane Gärten und Pflanzen Naturkundliche Wanderungen in Umbrien und der Toskana
Mediterrane Gärten und Pflanzen Naturkundliche Wanderungen in Umbrien und der Toskana
… Renaissance": Besuch der Gärten von Bomarzo und Villa Lante, weltberühmten Beispielen der italienischen "Villeggiatura" und Gartenbaukunst "Weiße Wale und badende Heilige": Besuch der heißen Quellen rund um den Monte Amiata. Botanische Exkursionen zur Pflanzenbestimmung Diavorträge über Heil- und Gewürzpflanzenkunde, italienische Gartenkultur und Vulkanologie
Bild: Zweimal „Ausgezeichnet“ für Peter SchreiberBild: Zweimal „Ausgezeichnet“ für Peter Schreiber
Zweimal „Ausgezeichnet“ für Peter Schreiber
… bei dem 350 Weine aus Rheinhessen verkostet wurden, bekamen gleich zwei Schreiber-Weine ein „Ausgezeichnet“: Der „2009 – Weißer Burgunder“ und der „2009 – Riesling Terra Incognita“ erhielten jeweils 4 Sterne. Im Internationalen Wettbewerb „Best of Riesling 2010“ wurden sogar 1900 Weine aus Europa, Amerika und Australien von 160 Juroren probiert. An …
Bild: Die Mecklenburgische Seenplatte mit dem Smartphone erlebenBild: Die Mecklenburgische Seenplatte mit dem Smartphone erleben
Die Mecklenburgische Seenplatte mit dem Smartphone erleben
… Steffen Verlag (www.steffen-verlag.de) tolle Ausflugsziele bei denen es viel zu entdecken gibt. Für den Familienurlaub besonders geeignet ist die kostenlose "Seenplatte App" für Ihr Smartphone oder Tablet-PC. Über 60 Reiseziele in der Seenplatte lassen den Urlaub kurzweilig werden und ist mit den zusätzlichen Inhalten zudem ein nützlicher Begleiter. Die …
Bild: Reykjavik - eine WinterreiseBild: Reykjavik - eine Winterreise
Reykjavik - eine Winterreise
… bieten hat.“ Zu einem neuen Fotobuch von Rainer Strzolka und Susanne Engelmann-Strzolka Vielfach wird als ein Kardinalproblem moderner Reisefotografie angesehen, dass nicht mehr über terra incognita berichtet werden kann, sondern nur noch über Gegenden, die bereits bereist, erforscht und massenmedial vermittelt worden sind. Dies ist kein Problem für die …
Die neue Pflanzen-Etikette
Die neue Pflanzen-Etikette
… Insbesondere auf allen glatten Oberflächen wie Plastik, Glas oder Metall sorgt der feinschreibende Marker dafür, dass (Hobby-) Gärtner zukünftig bei der Pflanzenbestimmung garantiert auf einen grünen Zweig kommen. Der Etikettenmarker ist Teil eines neu entwickelten Baumarkt-Sortiments, das dem Anwender zahlreiche verbraucherorientierte Lösungen für …
Bild: Pflanzen als Umweltsensoren:  Citizen-Science-Daten zeigen den Einfluss von Urbanisierung auf Klima und BödenBild: Pflanzen als Umweltsensoren:  Citizen-Science-Daten zeigen den Einfluss von Urbanisierung auf Klima und Böden
Pflanzen als Umweltsensoren: Citizen-Science-Daten zeigen den Einfluss von Urbanisierung auf Klima und Böden
… entscheidenden Durchbruch zur flächendeckenden Anwendung brachten Millionen von Pflanzenbeobachtungen, die durch Citizen Science und KI-gestützte Bestimmungsmethoden ermöglicht wurden. „Pflanzenbestimmungs-Apps erleichtern Bürger:innen die Erfassung der Biodiversität erheblich und liefern eine große Zahl an Beobachtungen, insbesondere im urbanen Raum“, …
Bild: Zauber der Pflanzen genießen - Botanischer Frühjahrskurs mit Führungen in HamburgBild: Zauber der Pflanzen genießen - Botanischer Frühjahrskurs mit Führungen in Hamburg
Zauber der Pflanzen genießen - Botanischer Frühjahrskurs mit Führungen in Hamburg
… nutzen kann, welche Pflanzen essbar sind und welche heilen. Mythen rund um magische Pflanzen gehören in den Kursen ebenso dazu wie fachkundige Anleitung zur Pflanzenbestimmung. Außer Interesse an der Natur sind dennoch keine Vorkenntnisse nötig Der diesjährige Frühjahrskurs führt zu zwei neu ins Programm aufgenommenen Exkursionszielen. Es geht in das …
Bild: Tipp: Seenplatte-App - gratis im App StoreBild: Tipp: Seenplatte-App - gratis im App Store
Tipp: Seenplatte-App - gratis im App Store
… besonderes Erlebnis für Wasserwanderer und Radfahrer. Touristen und Einheimische können mit der Seenplatte-App die gesamte Vielfalt dieser reizvollen Gegend mit dem Smartphone erleben. Über 60 liebevoll recherchierte Ausflugsziele aus dem Familen-Reiseführer Mecklenburgische Seenplatte* finden sich in der Seenplatte-App wieder. Die Mecklenburgische Seenplatte …
Bild: Zauber der Pflanzen entdecken – mit Führungen in den Hamburger Hafen und ins WittmoorBild: Zauber der Pflanzen entdecken – mit Führungen in den Hamburger Hafen und ins Wittmoor
Zauber der Pflanzen entdecken – mit Führungen in den Hamburger Hafen und ins Wittmoor
… letzte Hochmoor im Norden Hamburgs. Auf drei Treffen in der NABU-Geschäftsstelle in Hamburg-Eimsbüttel erhalten die Teilnehmer eine fachkundige Anleitung zur Pflanzenbestimmung und erfahren alles rund um die Nachtkerzen- und Nachtschattengewächse. Zu letzterer Familie zählen bedeutende Medizin-, Rausch- und Kultpflanzen. Keine Vorkenntnisse nötig. Kursgebühr: …
Sie lesen gerade: „Flora Incognita“ – Pflanzenbestimmung mit dem Smartphone