openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Startvorteil durch Menschenhand

05.12.201717:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Internationales Forschungsteam mit Konstanzer Beteiligung veröffentlicht Studie zur Ausbreitung europäischer Pflanzenarten auf anderen Kontinenten

• Dokumentation der aus Europa auf andere Kontinente verschleppten Pflanzenarten


• Pflanzenarten aus stark von Menschen veränderten Lebensräumen sehr erfolgreich bei der Verbreitung auf anderen Kontinenten
• Pflanzen aus vom Menschen veränderten Lebensräumen haben Startvorteile

---
Immer mehr Pflanzenarten werden durch den Menschen in neue Gebiete eingeschleppt. Häufig ist aber unklar, welche Faktoren darüber entscheiden, ob sich Pflanzen woanders dauerhaft ansiedeln können. Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung des Ökologen Prof. Dr. Mark van Kleunen von der Universität Konstanz zeigt nun erstmals, wie die Bindung an unterschiedliche Lebensräume die vom Menschen verursachte Ausbreitung europäischer Pflanzenarten auf andere Kontinente steuert. Die Forschungsergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des renommierten Wissenschaftsjournals „Proceedings of the National Academy of Sciences" erschienen.

Mehrere Studien haben eindrücklich gezeigt, dass die Ausbreitung von Tier- und Pflanzenarten durch den globalen Handel in den letzten Jahrzehnten massiv zugenommen hat. So sind bis heute weltweit über 13.000 Pflanzenarten vom Menschen in andere Regionen verbracht worden, davon stammen immerhin über 2.500 aus Europa. Zum Vergleich: In ganz Europa sind nur etwa 12.000 Pflanzenarten heimisch, in Deutschland sind es etwas über 3.000 Spezies.

„Unser internationales Team hat zum ersten Mal umfassend die Rolle, die die Bindung der Pflanzen an unterschiedliche Lebensräume in ihrem Heimatgebiet spielt, für ihre Ausbreitung in anderen Gebieten der Erde untersucht. Unsere Hypothese war, dass dieser Faktor entscheidend für die Einbürgerung von Pflanzenarten ist", erklärt Mark van Kleunen. Das internationale Forschungsteam hat das Vorkommen für zirka 10.000 aus Europa stammenden Pflanzenarten – wovon bislang über 2.500 sich auf anderen Kontinenten eingebürgert haben – in verschiedenen Lebensräumen dokumentiert. Im Anschluss wurde untersucht, ob sich Pflanzenarten bestimmter Lebensräume auf anderen Kontinenten besonders stark ausgebreitet haben.

Das Ergebnis der Studie ist eindeutig. Jene Arten, die in Europa in stark vom Menschen veränderten Lebensräumen wie Äcker und Brachflächen vorkommen, waren äußerst erfolgreich bei der Eroberung anderer Kontinente. Mehr als 40 Prozent der in Europa in diesen Lebensräumen vorkommenden Pflanzenarten sind mittlerweile auf anderen Kontinenten heimisch geworden.

„Im Zuge der Kolonialisierung anderer Erdteile haben Europäer viele Pflanzen in andere Erdteile ‚exportiert'. Dies geschah oft unabsichtlich – etwa mit Ballasterde von Schiffen oder verunreinigtem Saatgut", erläutert Mark van Kleunen. Und er ergänzt: „Pflanzenarten, die in Europa schon in vom Menschen veränderten Lebensräumen heimisch waren, hatten dabei einen Startvorteil: Sie wurden öfters verschleppt und fanden in den neu zu besiedelnden Regionen ideale Lebensbedingungen vor." Die Studie zeigt, dass die biologische Globalisierung manche Pflanzenarten besonders begünstigt – nämlich solche, die es geschafft haben, vom Menschen geschaffene Lebensräume zu erobern.

Originalpublikation:
Kalusova, V., Chytry, M., van Kleunen, M., Mucina, L., Dawson, W., Essl, F., Kreft, H., Pergl, J., Weigelt, P., Winter, M., Pyšek, P.: Naturalization of European plants on other continents: the role of donor habitats. Proceedings of the National Academy of Sciences. 4. Dezember 2017.
http://www.pnas.org/content/early/2017/12/01/1705487114.abstract

Faktenübersicht:
• Internationales Forschungsteam mit Beteiligung von Mark van Kleunen, Professor für Ökologie an der Universität Konstanz
• Untersuchung von 9.875 Pflanzenarten und ihre weltweite Ausbreitung
• Der wissenschaftliche Anteil von Mark van Kleunen zum Gesamtprojekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der „Global Naturalized Alien Flora (GloNAF)-Datenbank: Einsicht in die Muster und die Treiber des globalen Pflanzeninvasionen“ gefördert.

Hinweis an die Redaktionen:
Ein Foto kann im Folgenden heruntergeladen werden:

Bildunterschrift:
Die Kohl-Gänsedistel, Sonchus oleraceus, die heimisch in Europa ist (rechts), kommt typischerweise in vom Menschen geschaffener Umgebung vor und ist weltweit die Pflanzenart, die am häufigsten eingebürgert ist (links, hier in Taizhou, China).
Bild: Mark van Kleunen

Kontakt:
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
Telefon: + 49 7531 88-3603
E-Mail:

-

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 983969
 189

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Startvorteil durch Menschenhand“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Universität Konstanz

Schulden machen im 20. Jahrhundert
Schulden machen im 20. Jahrhundert
Ein Wissenschaftliches Netzwerk mit Beteiligung der Konstanzer Wirtschaftshistorikerin und Juniorprofessorin Dr. Julia Rischbieter untersucht die Bedeutung und die Folgen von Staatsverschuldung anhand konkreter Handlungsweisen von Akteuren. --- Die ehemalige Oberbürgermeisterin von Pforzheim und ihre damalige Kämmererin wurden im November 2017 wegen Untreue zu Haftstrafen verurteilt. Sie hatten in den Jahren vor der Finanzkrise mit riskanten Finanzgeschäften versucht, die Zinslast der Stadt zu drücken und dabei gleich auch den städtischen Ha…
Carl-Zeiss-Stiftungsprofessur für Systemtoxikologie an der Universität Konstanz
Carl-Zeiss-Stiftungsprofessur für Systemtoxikologie an der Universität Konstanz
Förderung für eine neue Professur im Fachbereich Biologie in Höhe von 1,12 Millionen Euro --- Die Carl-Zeiss-Stiftung hat die Förderung einer Stiftungsprofessur an der Universität Konstanz auf dem Gebiet der Systemtoxikologie im Fachbereich Biologie bewilligt. Während sich traditionelle toxikologische Testung auf die Beschreibung von direkt beobachtbaren Schadstoffwirkungen fokussiert, wird die neu geschaffene Professur „Systems Toxicology“ viele (tausende und mehr) molekulare Änderungen an der Feinkontrolle von Zellen und Organen messen. So…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Schulstress? Dank Jugendsprachkursen kein ProblemBild: Schulstress? Dank Jugendsprachkursen kein Problem
Schulstress? Dank Jugendsprachkursen kein Problem
… Schüler und Schülerinnen wechseln nach den Ferien in eine neue Schulstufe, ins Gymnasium oder in die Berufsschule. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, sich einen Startvorteil zu erarbeiten. Am einfachsten geht dies mit einer Jugendsprachreise. Der Übertritt in ein Gymnasium oder eine Oberstufe fällt vielen Schülerinnen und Schülern schwer, wenn plötzlich …
Bild: Island-Reisen vom kalten Gletscher Langjökull zu heißen VulkanenBild: Island-Reisen vom kalten Gletscher Langjökull zu heißen Vulkanen
Island-Reisen vom kalten Gletscher Langjökull zu heißen Vulkanen
… Langjökull-Gletscher auf Island bedeckt eine Fläche von 950 km2 und liegt überwiegend auf einer Höhe zwischen 1200 m und 1300 m über Meereshöhe in Westisland. Das von Menschenhand geschaffene Tunnel- und Höhlensystem im Eis der Langjökull liegt etwa 70 km Luftlinie entfernt nordöstlich von Islands Hauptstadt Reykjavik. Der Bau des 500 m langen Eistunnels …
Bild: Weitere positive Gerichtsentscheidung zum Thema „Swap-Vertrag“Bild: Weitere positive Gerichtsentscheidung zum Thema „Swap-Vertrag“
Weitere positive Gerichtsentscheidung zum Thema „Swap-Vertrag“
… Kenntnis des anfänglichen negativen Marktwertes eine sachgerechte Anlageentscheidung nicht möglich ist. Die Bank verschafft sich mit dieser Verhaltsweise einen nicht zu billigenden Startvorteil, den der Anleger nur schwer wieder aufholen kann. Aufgrund der richtungsweisenden Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 22.03.2011 (Az. XI ZR 33/10) ist davon …
Skurrile Bildwelten - Buchpräsentation zu „Hochsitz“ von Bertram Kober
Skurrile Bildwelten - Buchpräsentation zu „Hochsitz“ von Bertram Kober
… im Leipziger Ploettner Verlag verlegt. Über Jahre hinweg richtete der Leipziger Fotograf Bertram Kober seine Linse auf jene befremdlich wirkenden Objekte: Selbstgebaute Hochsitze. Von Menschenhand geschaffen stechen sie als Fremdkörper in einer reduzierten Landschaft hervor. Erst ihm Moment des Verfalls kommt es zu einer Annäherung zwischen Natur und …
Gartenvögel.info: Neue Website online gegangen
Gartenvögel.info: Neue Website online gegangen
… Futterhäusern, Nistkästen und wie man einen Garten vogelfreundlich macht. Auch wird hier die Geschichte eines aus dem Nest gefallenen Vogeljungen erzählt, der von Menschenhand aufgezogen wurde. Zentraler Bestandteil von Gartenvögel.info sind auch die "Berichte aus dem Vogelgarten" mit Erfahrungsberichten und Tipps zum Umgang mit Gartenvögeln. Der aktuelle …
Bild: ... und Friede auch für TiereBild: ... und Friede auch für Tiere
... und Friede auch für Tiere
… und somit auch den Tieren, zumal Ochse, Esel und Schafe am Weihnachtsgeschehen Anteil hatten. Anlass für die Aktion war, dass sehr vielen Tieren durch Menschenhand große Qualen zugefügt werden. Dies gilt besonders für landwirtschaftliche Nutztiere, die vor ihrer Schlachtung in den Massentierhaltungsställen die reinste Hölle auf Erden erleiden. Auf dem …
Untersuchung von Stellenanzeigen: Bewerber müssen oft Telefonnummer recherchieren
Untersuchung von Stellenanzeigen: Bewerber müssen oft Telefonnummer recherchieren
Durch gezielte Fragen bleibenden Eindruck hinterlassen München, 19. Dezember 2005 – „Bei einem guten Gesprächsverlauf gewinnen Sie durch den Telefonkontakt einen entscheidenden Startvorteil.“ So oder ähnlich lauten die Tipps von zahlreichen Bewerbungsratgebern bezüglich eines Telefonats vor der schriftlichen Bewerbung. Eine aktuelle Untersuchung der …
Bild: Das Landratsamt Sigmaringen nutzt PictureparkBild: Das Landratsamt Sigmaringen nutzt Picturepark
Das Landratsamt Sigmaringen nutzt Picturepark
lturfreunde. Das Rückgrat des Landkreises Sigmaringen bilden die 25 Gemeinden von 900 bis fast 20‘000 Einwohnern. Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren des Landkreises. Neben den Möglichkeiten, Freizeit in der Natur im Naturpark zu erleben, bietet der Landkreis auch einige von Menschenhand geschaffene Sehenswürdigkeiten.
Bild: Deutschlands wohl seltenste Immobilie - eine 5000 qm private Höhle ist zu verkaufenBild: Deutschlands wohl seltenste Immobilie - eine 5000 qm private Höhle ist zu verkaufen
Deutschlands wohl seltenste Immobilie - eine 5000 qm private Höhle ist zu verkaufen
… und statische Pfeiler sind ca. 200 Millionen Jahre alt und immer noch stabil. Es eröffnen sich ca. 5000 qm Unterwelt. Eine von ca. 1800 bis 1900 von Menschenhand geschaffene Höhle mit vielen Räumen. Alles ist aus natürlichem Material und als Höhepunkt können Sie mit dem Boot den Höhlensee befahren. (Bei mangelndem Wassernachschub verschwindet dieser …
Bild: Tom‘s Vintage Trailers präsentiert ETY – Den coolen Foodtrailer zum erfolgreichen Start in Ihr BusinessBild: Tom‘s Vintage Trailers präsentiert ETY – Den coolen Foodtrailer zum erfolgreichen Start in Ihr Business
Tom‘s Vintage Trailers präsentiert ETY – Den coolen Foodtrailer zum erfolgreichen Start in Ihr Business
… einzigartigem retro Look. Ob Burger, Nudelgerichte, Würste, Cocktails oder andere Spezialitäten – mit dem ETY sorgen Sie immer für Aufmerksamkeit und haben einen entsprechenden Startvorteil gegenüber der Konkurrenz. Mit Aufbaulängen zwischen 4,5 und 7 Metern und der Wahl zwischen Ein- und Zweiachser kann ein großes Spektrum an Anwendungen abgedeckt …
Sie lesen gerade: Startvorteil durch Menschenhand