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Lungen- und Infektionsforschung unter einem Dach

01.11.201714:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Lungen- und Infektionsforschung unter einem Dach
Der Spatenstich (Foto: JLU-Pressestelle / Rolf Wegst)
Der Spatenstich (Foto: JLU-Pressestelle / Rolf Wegst)

(openPR) Spatenstich für Center for Infection and Genomics of the Lung (CIGL) – Rückenwind für medizinische Forschung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU)

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Erneuter Zuwachs am Campus Natur- und Lebenswissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU): Im Aulweg entsteht mit dem Center for Infection and Genomics of the Lung (CIGL) ein medizinischer Neubau für die Lungen- und Infektionsforschung. Am Mittwoch fand der Spatenstich für das geplante zweigeschossige Gebäude statt, das in zwei Jahren fertiggestellt werden soll. Es handelt sich um ein vom Wissenschaftsrat empfohlenes und von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) beschlossenes Forschungsgebäude, das vom Land Hessen und vom Bund finanziert wird und inklusive Geräteausstattung rund 25 Millionen Euro kosten soll.



„Das CIGL bedeutet weiteren Rückenwind für die erfolgreiche medizinische Forschung der JLU. Dass die seit über zehn Jahren in der Exzellenzinitiative geförderte Gießener Lungenforschung im Rahmen des CIGL die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Infektionsforschung verstärken wird, begrüße ich sehr“, betonte JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Ich nehme es als gutes Omen, dass wir mit den Bau gerade jetzt beginnen – nur wenige Wochen nach der guten Nachricht, dass Gießener und Frankfurter Medizinerinnen und Mediziner mit ihrer Cluster-Initiative Cardio-Pulmonary System in der bundesweiten Exzellenzstrategie eine Runde weiter sind.“

Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein, der beim Spatenstich von Irene Bauerfeind-Roßmann, Abteilungsleitungsleiterin im Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, vertreten wurde, betonte: „Ein von Bund und Land gemeinsam finanzierter Forschungsbau ist stets auch eine Anerkennung für exzellente wissenschaftliche Leistungen. Insofern freue ich mich, dass mit dem Spatenstich für den Neubau des ‚Center for Infection and Genomics of the Lung‘ die Rahmenbedingungen für die Forschung in einem profilbildenden Bereich an der Justus-Liebig-Universität in Gießen noch weiter verbessert werden können.“

Dr. Martin Worms, Staatssekretär im Hessischen Ministerium der Finanzen, erklärte: „Nach dem Spatenstich für den Neubau der Pflanzenforschungsanlage feiern wir heute den Auftakt der Bauarbeiten für ein weiteres, bemerkenswertes Gebäude der Justus-Liebig-Universität. Es wird der Lungen- und Infektionsforschung in Gießen einen kräftigen Schub verleihen und damit Patientinnen und Patienten in Hessen und weit darüber hinaus zugutekommen. Das Land investiert insgesamt rund 25 Millionen Euro für den Neubau und die Geräteausstattung. Von dieser Summe werden anteilig rund 11,4 Millionen Euro vom Bund mitfinanziert und rund 2,3 Millionen Euro von der Universität übernommen. Geld, das den Forschungsstandort Gießen weiter stärkt und sicherlich dazu beitragen wird, noch mehr kluge Köpfe nach Mittelhessen zu locken.“

„Dieser Spatenstich ist ein erneuter großer Meilenstein für die erfolgreiche Entwicklung des Medizinstandorts Gießen insgesamt. Die Gießener Medizin erhält damit ein weiteres hochmodernes Forschungsgebäude, das mit Strahlkraft nach innen wie außen wirken wird – für die Medizin, für die Universität und auch die Universitätsstadt Gießen“, sagte die Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.

Prof. Dr. Wolfgang Weidner, Dekan des Fachbereichs Medizin, erklärte: „Erkrankungen der Lunge und der Atemwege zählen zu den häufigsten, lebensbedrohlichen Krankheiten. Sie sind weltweit für knapp 50 Prozent der krankheitsbedingten Todesfälle verantwortlich. Gleichzeitig stellen Infektionskrankheiten mit immer neuen Erregervarianten auch in den Atemwegen in Zeiten der Globalisierung eine zusätzliche Bedrohung dar. Daraus resultiert die Notwendigkeit, das ‚Know-how‘ in diesem Bereich zu bündeln.“

An der JLU bestehen bereits sowohl in der Lungen- als auch in der Infektionsforschung Konsortien von nationaler und internationaler Bedeutung. Gießen ist Sitz des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) und auch Partnerstandort des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Zudem sind JLU-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler am Partnerstandort Rhein-Main des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) beteiligt. Damit ist der Gießener Standort des CIGL-Forschungsgebäudes nicht nur prädestiniert für eine Bündelung der „Manpower“ in diesem Bereich, sondern es wird auch ermöglicht, in einem Gebäude hochkomplexe, molekulare Spitzenforschung auf beiden genannten Gebieten mit der Möglichkeit des täglichen Austausches zwischen den beteiligten Forscherinnen und Forschern durchzuführen. Zusätzlich stellt das CIGL am Campusbereich Seltersberg / Medizin eine hervorragende Ergänzung zum Biomedizinischen Forschungszentrum und zum kürzlich in Betrieb gegangenen Forschungsgebäude FORMED des Fachbereichs Medizin dar.

In den Neubau mit einer Gesamtnutzfläche von etwa 1.800 Quadratmetern sollen fünf Professuren einziehen. Unter anderem ist die Unterbringung der Zentralstelle der nationalen Lungen-Biobank und des nationalen Referenzzentrums für die Genomik von pulmonalen Infektionen mit entsprechenden Aufbereitungs-, Robotier- und Lagerungseinrichtungen für Gewebe und Zellen geplant. Erstmals in Deutschland soll darüber hinaus eine Gewebe-Biobank mit einer mikrobiellen Biobank gekoppelt werden. Insgesamt werden rund 100 Personen in dem Gebäude tätig sein.

Bauherr: Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium der Finanzen, vertreten durch den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Nutzer: Justus-Liebig-Universität Gießen
Planung/Bauleitung: hks Architekten, Erfurt
Gesamtnutzfläche: 1.786 m²
Kosten:
Baukosten: rund 18,7 Millionen Euro
Gerätekosten: rund 6,4 Millionen Euro
Gesamtbaukosten: rund 25 Millionen Euro
Baubeginn: November 2017
Geplante Fertigstellung: Ende 2019

Quelle: idw

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