openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Auf dem Weg zur digitalen Beschichtung

27.10.201715:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Auf dem Weg zur digitalen Beschichtung
Rolle-zu-Rolle-Beschichtungsanlage der Modellfabrik (Fraunhofer IPA, Rainer Bez)
Rolle-zu-Rolle-Beschichtungsanlage der Modellfabrik (Fraunhofer IPA, Rainer Bez)

(openPR) Nano meets Big Data:

---
Nanopartikel verändern Materialien zu Hochleistungswerkstoffen. Deshalb wird Nanotechnologie für vielfältige und unterschiedlichste Produkte auf dem Markt eingesetzt. Neue Partikel in Werkstoffe einzusetzen, bleibt jedoch eine Herausforderung, weil ungewiss ist, wie sie reagieren. Um die Entwicklungszeiten zu verkürzen und die Qualität der ganzen Prozesskette abzusichern, erfassen Wissenschaftler des Fraunhofer IPA die Prozessdaten und vernetzen die Produktion über die Cloud miteinander.



Sie gilt als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts und ihre Anwendungen haben nahezu geräuschlos den Markt erobert. Nanotechnologie steckt in Energiespeichern wie Batterien oder Akkus, Autozubehör, in Kleidung, Kosmetika, Medikamenten und sogar Lebensmitteln. Dank nanomodifizierter Hochleistungswerkstoffe werden Kunststoffe robuster, Metalle leichter und Energiespeicher effizienter.

Um dieses Ergebnis zu erreichen, werden konventionelle Werkstoffe mit nanoskaligen Füllstoffen modifiziert – winzigen Partikeln, zwischen einem und mehreren hundert Nanometern groß. – Ein Nanometer misst gerade mal einen Milliardstel Meter, ein menschliches Haar ist mit 80 000 Namometern schon ein Koloss. – Nanopartikel wie Graphen, Carbon Nanohorns, Carbon Nanotubes oder Nanosilberfasern werden in streng nacheinander folgenden, sogenannten Batch-Prozessen hergestellt. Ihre Produktion erfolgt ›stapelweise‹ und diskontinuierlich. Nanopartikel werden typischerweise in Reaktoren synthetisiert, anschließend oft funktionalisiert. Danach erfolgt eine Weiterverarbeitung in Form von Pulvern oder eine Dispergierung in Tinten oder Pasten. Das Endprodukt wird dann durch herkömmliche Fertigungsprozesse wie beispielsweise Druck- oder Beschichtungsprozesse hergestellt.

Batchprozesse führen zu Qualitätsproblemen
Erst beim letzten Schritt wird das Nanomaterial tatsächlich kontinuierlich, inline verarbeitet. Das große Problem bei diesen Batchprozessen sind die Qualitätsschwankungen. »Jedes Batch – das Rohmaterial und die Dispersion – haben andere Eigenschaften durch unterschiedliche Lagerdauern oder -Bedingungen, Transport- oder Umgebungseinflüsse. Es ist daher schwierig, die Qualität stabil zu halten«, erklärt Ivica Kolaric, der die Abteilung Funktionale Materialien am Fraunhofer IPA leitet. »Jedes Batch muss neu eingefahren werden, denn Lagertechnik, Arbeitszeiten, Umrüstzeiten usw. haben Auswirkungen auf die Eigenschaften, sprich die Verteilung der Nanomaterialien in den Schichten, daraus resultierend auf die Schichteigenschaften, und damit auf die Entwicklungszeit und -kosten. Eine große Schwierigkeit für die Industrie.«

Theoriebasierte Simulationsmodelle helfen nicht weiter
Werden Schichten mit Nanomaterial optimiert, kann der Herstellungsprozess die Mikrostruktur und damit auch die Materialeigenschaften ändern. Aus diesem Grund muss eine realistische Simulation den Herstellungsprozess als Grundlage nehmen, die daraus resultierenden Eigenschaften auf Materialebene ableiten und diese dann auf die Bauteilebene übertragen. Hierfür gibt es eine Reihe kommerzieller Tools, die auch eine nichtlineare Material- und Strukturmodellierung zulassen und somit in der Lage sind, herstellungsprozessbedingte Einflüsse auf Kompositmaterialien eingeschränkt zu erfassen und zu analysieren. Diese Tools werden jedoch meist prädiktiv angewendet und erfordern aktuell immer noch eine experimentelle Validierung, welche kosten- und zeitintensiv sein kann. Eine Hilfe dafür könnte die Kopplung von etablierten Struktursimulations- Tools mit simulationsgestützter Modellierung des Herstellungsprozesses sein. Dadurch könnten sowohl Batchprozesse als auch Rolle-zu-Rolle-Prozesse in einem Closed-loop-Verfahren automatisch an die Kundenanforderungen oder an veränderte Umgebungsbedingungen angepasst werden. »Wenn man ein neues Produkt auf den Markt bringen will, dann verlangt der Komponentenhersteller oder der Endanwender in der Regel experimentell oder simulativ validierte Materialdaten. Und Simulationsmodelle, die diese Daten generieren, gibt es viele: beispielsweise Montecarlo oder Multiskalensimulationsmodelle, die Partikel beschreiben, und Simulationen, die Fluidkinematik und die Haftung beschreiben – aber diese sind schwer skalierbar und entsprechen nicht der Realität«, kritisiert Kolaric.

Dispersions- und Beschichtungsprozess werden vernetzt
Die Experten vom Fraunhofer IPA schlugen daher einen anderen Weg ein. Am Grundgedanken der Simulation hielten sie fest. Allerdings versuchten die Stuttgarter, Daten empirisch zu erfassen und anhand dieser Prozessparameter abzuleiten und zu postulieren. Kolaric nennt das Vorgehen einen »Big-Data-Ansatz«. »Und was wir jetzt auf Wunsch der Industrie gemacht haben, wir haben den Dispersionsprozess und den Beschichtungsprozess vernetzt. Die Pastenherstellung kann mit der Beschichtung über die Cloud kommunizieren. Wir haben ein kongruentes Datenmanagement von der Dispersion in die Beschichtung hinein.« Mit der digitalen Sprache zwischen Dispersion und Beschichtung werden die Daten erfasst und verglichen. Damit haben die Wissenschaftler die Grundlage dafür geschaffen, vom Partikel bis in die Beschichtung alle Daten einheitlich erfassen und bewerten zu können. Nicht ohne Stolz spricht Kolaric deshalb auch von einer Modellfabrik.

Neue Businessmodelle
Neben diesem entwicklungstechnischen Aspekt der am Institut aufgebauten Rolle-zu- Rolle-Beschichtungsanlage sieht Kolaric den Fokus der Digitalisierung in der Beschichtungstechnik in der Entwicklung neuer Businessmodelle zur gemeinsamen Nutzung von Maschinen, gemeinsamen ortsunabhängigen Produktentwicklungen und Pay-per-use- Konzepten zusammen mit der Industrie.

Pressekommunikation
Jörg-Dieter Walz | Telefon +49 711 970-1667 | E-Mail

Fachlicher Ansprechpartner
Ivica Kolaric | Telefon +49 711 970-3729 | E-Mail

Weitere Informationen:
- http://www.ipa.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2017-10-24_auf-dem-weg-zur-digitalen-beschichtung.html

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 977111
 460

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Auf dem Weg zur digitalen Beschichtung“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Bild: Vollautomatisierter Virusnachweis in der BlutspendeBild: Vollautomatisierter Virusnachweis in der Blutspende
Vollautomatisierter Virusnachweis in der Blutspende
Blutspenden sind ein wichtiger Bestandteil der modernen Hochleistungsmedizin und Medikamentenproduktion. Dies führt zu besonderen Anforderungen an die Qualität der Blutkonserve als lebensrettenden Rohstoff. Forscher am Fraunhofer IPA haben zusammen mit einem Hersteller von Produkten zur Blutanalytik einen Hochdurchsatz-Vollautomaten für die sensitive Virusanalytik entwickelt. --- Blut spenden kann Leben retten – allerdings nur, wenn das Blut keine gefährlichen Krankheitserreger enthält. In den Blutspendezentren werden daher alle Spenden auf …
Bild: Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche LackeBild: Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
Mit einem am Fraunhofer IPA entwickelten neuartigen Mess- und Auswerteverfahren kann erstmals für alle Lacke das Verlaufsverhalten aus den Lackeigenschaften vorhergesagt werden. Bei der Entwicklung eines Lackes können mit dem Verfahren durchschnittlich 15 Prozent Ent-wicklungszeit und 150 000 EUR Entwicklungskosten eingespart werden. --- Der Lackfilmverlauf zählt zu den wichtigen Kriterien bei der optischen Bewertung der Beschichtungsqualität. Bei unvollständigem Verlauf weist die Lackschichtoberfläche nach der Trocknung eine mehr oder wenig…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Wachstücher - schöne Tischdecken mit funktionalen EigenschaftenBild: Wachstücher - schöne Tischdecken mit funktionalen Eigenschaften
Wachstücher - schöne Tischdecken mit funktionalen Eigenschaften
Wachstuch Tischdecken von Zolby - Belastungsfähig und unkompliziert - die Tischdecke mit besonderer Beschichtung ------------------------------ Bei Wachstüchern handelt es sich um Gewebe aus natürlichen Fasern, die mit einer hochwertigen Beschichtung versehen sind. Mit ihrer speziell bearbeiteten Oberfläche bieten Ihnen Wachstücher zahlreiche Eigenschaften, …
Bild: Farben und Lacke auf Basis von KartoffelstärkeBild: Farben und Lacke auf Basis von Kartoffelstärke
Farben und Lacke auf Basis von Kartoffelstärke
Soll eine Fläche vor Korrosion geschützt werden, geschieht dies in 80 Prozent aller Fälle durch eine Beschichtung mit Farben oder Lacken. Dabei ist der Anteil biobasierter, umweltfreundlicher Lösungen verschwindend gering. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP haben sich in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für …
Beschichtung von Zeltstoffen - auf was Sie beim Zelt kauf achten müssen
Beschichtung von Zeltstoffen - auf was Sie beim Zelt kauf achten müssen
Beschichtung von Zeltstoffen - auf was Sie beim Zelt kauf achten müssen Ein Zelt muss Wasserdicht sein, sonst würden Sie bei den ersten Regentropfen mit dem aufgespannten Schirm im Zelt sitzen. Eine Information ob ein Zelt wasserdicht ist gibt die sogenannte Wassersäule an. Nach DIN gilt ein Stoff ab 1300 mm Wassersäule als Wasserdicht. Ermittelt wird …
Bild: Qualitätsprüfung für Pflasterbeschichtung: „Alles, was über hanseclean berichtet wird, stimmt“Bild: Qualitätsprüfung für Pflasterbeschichtung: „Alles, was über hanseclean berichtet wird, stimmt“
Qualitätsprüfung für Pflasterbeschichtung: „Alles, was über hanseclean berichtet wird, stimmt“
Ausbildungszentrum in Ahrensbök berichtet über hanseclean-Produkt - hanseclean-Beschichtung Doppelplus überzeugt die Fachleute - Garantie wird von 5 auf 10 Jahre verlängert Im Rahmen der seit Jahren bestehenden Zusammenarbeit von hansebeton mit dem Ausbildungszentrum des Bauindustrieverbandes Schleswig-Holstein e.V. in Ahrensbök, wurde bereits vor …
Bild: HIPP Präzisionstechnik fertigt Präzisionsteile für zahlreiche Wirtschaftsbranchen.Bild: HIPP Präzisionstechnik fertigt Präzisionsteile für zahlreiche Wirtschaftsbranchen.
HIPP Präzisionstechnik fertigt Präzisionsteile für zahlreiche Wirtschaftsbranchen.
… Oberflächenbearbeitungen an: • Kupfer-Beschichtung • Nickel-Beschichtung • Chrom-Beschichtung • Chrom-Schwarz-Beschichtung • Zinn-Beschichtung • Silber-Beschichtung • Gold-Beschichtung • Doppelnickel-Beschichtung • Zink-Nickel-Legierung-Beschichtung • Zink-Eisen-Legierung-Beschichtung • Zink–Beschichtung sauer/cyandisch • Cadmium-Beschichtung • Nachbehandlung: …
Bild: Mit Sonnenlicht gegen Algen und Keime.Bild: Mit Sonnenlicht gegen Algen und Keime.
Mit Sonnenlicht gegen Algen und Keime.
… Schweiz, aber auch in vielen deutschen Gemeinden der Einsatz von Wasserchemie in öffentlichen Zierbrunnen und Wasserbecken strikt verboten. Aber es geht auch anders. Neuartige Beschichtungssysteme auf Basis von photokatalytischem Titandioxid sind in der Lage, alle Arten von organischen Verunreinigungen, aber auch Viren und Keime im Wasser wirkungsvoll zu …
Bild: Flächenheizer ermöglichen Brückenbau im WinterBild: Flächenheizer ermöglichen Brückenbau im Winter
Flächenheizer ermöglichen Brückenbau im Winter
… jahrzehntelangen Autoverkehr sicher bewältigen können, ist es nötig, den empfindlichen Beton des Brückenüberbaus vor Feuchtigkeit zu schützen. Daher wird er mit einer 2-Komponenten-Beschichtung aus Epoxidharz versiegelt, bevor die Schutz- und Deckschicht der Fahrbahn eingebracht werden. Damit die Beschichtung abbinden kann, ist eine Mindestbauteiltemperatur von 5 …
Bild: Neu bei tprosafe®: Arbeits- und Sicherheitshandschuh mit extrem gutem Nassgriff: SecuFeel TyreBild: Neu bei tprosafe®: Arbeits- und Sicherheitshandschuh mit extrem gutem Nassgriff: SecuFeel Tyre
Neu bei tprosafe®: Arbeits- und Sicherheitshandschuh mit extrem gutem Nassgriff: SecuFeel Tyre
SecuFeel Tyre: Extrem nassgriffiger Arbeitshandschuh im tprosafe®-Sortiment Zuwachs für die SecuFeel-Handschuh-Linie: Der neue SecuFeel Tyre mit Nitril-Beschichtung verfügt über eine feine Profilierung, die Flüssigkeiten ableitet. So konnte der Nassgriff um gut 60% verbessert werden. Der Handschuh ist durch innen liegende Belüftungskanäle besonders komfortabel, …
Bild: Korrosionsschäden in Biogasanlagen–Lösemittelfreie Beschichtungen der Ceramic Polymer GmbH bieten RundumschutzBild: Korrosionsschäden in Biogasanlagen–Lösemittelfreie Beschichtungen der Ceramic Polymer GmbH bieten Rundumschutz
Korrosionsschäden in Biogasanlagen–Lösemittelfreie Beschichtungen der Ceramic Polymer GmbH bieten Rundumschutz
… Betonabtragungen von 1 bis zu 2 cm pro Jahr sowie extreme Schäden an sämtlichen Stahlkomponenten. Mit einer hochwertigen, chemikalienresistenten und säurefesten Beschichtung beugt man massiven Betonauswaschungen und Korrosionsschäden vor. Bei der Wahl des Schutzsystems auf Lösemittelfreiheit achten Die Auswahl einer geeigneten Schutzbeschichtung sollte …
Bild: Self-Clean, Selbstreinigende Easy-to-Clean Beschichtungen und OberflächenBild: Self-Clean, Selbstreinigende Easy-to-Clean Beschichtungen und Oberflächen
Self-Clean, Selbstreinigende Easy-to-Clean Beschichtungen und Oberflächen
Dem lästigen ständigen Putzen und Reinigen von verschmutzten Oberflächen wird durch EasyClean oder SelfClean Beschichtungen Einhalt geboten. Die Beschichtung für Edelstahl Metall Kunststoffe Glas sorgt für einen selbstreinigenden Effekt, der Oberflächen Verschmutzung verhindern soll. Mit der Easy-to-Clean Technologie wird jede Fläche eine schmutzabweisende …
Sie lesen gerade: Auf dem Weg zur digitalen Beschichtung