(openPR) Winsen (Luhe), den 27.09.2017: Das Unfall & Lackier Zentrum Neubauer-Team macht sich ja gern auf die Suche nach Themen, die sich rund ums Auto drehen und dabei interessant sind. Das kann mal lustig, mal traurig sein, aufrütteln und Bewusstsein wecken sollen die Beiträge auf jeden Fall immer. Nun geht es ums Thema Sekundenschlaf am Steuer und wie sehr die Gefahr unterschätzt wird.
Natürlich wurden dazu verschiedene Studien in Auftrag gegeben; nach den bisherigen Recherchen decken sich die Ergebnisse nahezu, und die sind besorgniserregend. Demnach hat jeder 4. Autofahrer die Situation, am Steuer für kurze Zeit weggenickt zu sein, schon erlebt. Jeder 4. heißt 25%, statistisch gesehen muss man also besonders am späten Abend oder nachts bei jedem 4. entgegen kommenden Fahrzeug damit rechnen, dass es potentiell zu einem Unfall aufgrund Sekundenschlafs kommen könnte. Hört sich nicht nur viel an, das ist auch viel!
So liegt die Zahl der Unfälle mit Todesfolge, die müdigkeitsbedingt sind, auch viel höher als die, die unter Fahren mit Alkoholeinfluss passieren. Die offizielle statistische Angabe zu schweren Sekundenschlaf-Unfällen spricht nur von anteiligen 0,5% aller registrierten Unfälle, man ist sich aber einig, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ist. Die Zahl derer mit Todesfolge sei mehr als doppelt so hoch als die durch Alkohol bedingten. Die Auswirkungen, die Schlafentzug aufs Fahrverhalten hat, sind dabei ähnlich wie zu viele Promille.
Zunächst sind die Reaktionszeit, Konzentration und das Gefahrenbewusstsein bei großer Müdigkeit nahezu identisch mit denen alkoholisierter Fahrer. Wer sich nach 17 Stunden ohne Schlaf hinters Steuer setzt, agiert da etwa wie jemand mit 0,5 Promille. 22 schlaflose Stunden bedeuten umgerechnet dann schon etwa 1 Promille. Um ein Beispiel zu geben, wie lange ein Auto "führerlos" unterwegs ist: Angenommen, man fährt Tempo 100 und nickt für 3 Sekunden ein, dann fährt das Fahrzeug 83 Meter ohne mögliche Einflussnahme. Auf 83 Metern können viele Bäume am Straßenrand stehen, Wild vors Auto laufen oder zahlreiche andere Kraftfahrer entgegen kommen.
Interessant bei den vorgenommenen Studien und Umfragen ist die Tatsache, dass rund die Hälfte der Befragten meinten, den Zeitpunkt des möglichen Einschlafens voraussehen und durch ihre Fahrerfahrung ausgleichen zu können. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sie sich trotz der potentiellen Gefahr ganz bewusst hinters Steuer setzen - weil sie ja erkennen, wann sie anhalten müssen..... Ja nee, is klar....
Welche Anzeichen sind es also, die die Alarmglocken beim Fahren klingeln lassen müssen? Typischerweise geht es los mit häufigem Gähnen, Brennen der Augen, gefolgt schlussendlich vom Tunnelblick und entsprechend eingeschränkter Wahrnehmung. Die Mehrheit der Fahrer gab an, diesem mit frischer Luft durchs geöffnete Seitenfenster entgegenzuwirken. Immerhin noch 30% drehen das Autoradio auf hohe Lautstärke, um nicht einzuschlafen - und wiegen sich so natürlich in falscher Sicherheit.
Nach Ansicht der mit der Problematik befassten Wissenschaftler bringt dies wenig. Hilfreich wäre es stattdessen, eine kurze Pause mit 10- bis 20minütigem, maximal 30 Minuten Kurzschlaf zu halten - auch, wenn der Zielort schon nahe liegt. Wichtig ist auch Bewegung, also das Fahrzeug bewusst zu parken, auszusteigen und sich an der frischen Luft aufzuhalten. Statt der empfohlenen 2stündig stattfindenden Pause machen viele übermüdete Fahrer auf langen Autofahrten nur alle 3 bis 4 Stunden Rast.
Um des eigenen Wohlergehens (und dem anderer Verkehrsteilnehmer) Willen: Man sollte zukünftig auf langen Fahrten lieber eine Übernachtung mehr einplanen - und dafür heil ankommen. In diesem Sinne allzeit gute Fahrt!









