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Umgang mit Rechtspopulismus, Migration und terroristischer Bedrohung

14.09.201713:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Öffentliche Podiumsdiskussion thematisiert „Interdisziplinäre Perspektiven für unsere Gesellschaft“ am 21. September an der Universität Jena

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In jüngsten Umfragen zur Bundestagswahl am 24. September bewegt sich die Alternative für Deutschland (AfD) bei rund zehn Prozent, zum Teil als drittstärkste Partei hinter der CDU und der SPD. Der Zuspruch zu rechtspopulistischen Thesen besetzt damit keine Nische mehr, sondern ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Inwieweit gestiegene Flüchtlingszahlen und die Angst vor Terror rechtsideologischen Bewegungen Zulauf verschaffen, ist ein Thema der Podiumsdiskussion an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) am 21. September.

Unter der Überschrift „Rechtspopulismus, Migration, Radikalisierung und terroristische Bedrohung. Interdisziplinäre Perspektiven für unsere Gesellschaft“ diskutieren ab 18.15 Uhr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz gegenwärtige Radikalisierungstendenzen und mögliche Lösungsansätze. Die Veranstaltung in den Rosensälen (Fürstengraben 27) wird ausgerichtet vom Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration (KomRex) der FSU. Die Öffentlichkeit ist dazu herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

Hintergründe verstehen, um Gefahren zu erkennen

Das Podium spricht, moderiert von der Journalistin Blanka Weber, unter anderem darüber, dass die anfängliche Willkommensbereitschaft gegenüber Flüchtlingen nach der Silvesternacht 2015 nicht nur in Köln kippte. „Attentate in Paris, Brüssel, Nizza und Berlin nährten zusätzlich das Bild vom ‚gefährlichen‘ Zuwanderer“, erklärt Prof. Dr. Thomas Bliesener vom Kriminologischen Forschungszentrum Niedersachsen, „auch wenn viele der Täter keinesfalls der jüngsten Zuwanderung entstammen.“ Die künftige Aufgabe der Psychowissenschaften sei es, die Prozesse und Hintergründe der Attentäter zu verstehen und zu erklären, um Gefährdungspotenziale rechtzeitig zu identifizieren.

Laut Prof. Dr. Britta Bannenberg von der Universität Gießen seien die Lösungen dabei so vielfältig wie die Ursachen der Gewalt. Die Professorin für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug appelliert: „Polizei und Justiz müssen deutliche Zeichen der Gegengewalt und der Reaktion auf Terror, Drohungen und Vorbereitungen von Gewaltakten zeigen.“ Da vielfach Jugendliche im Visier der Fanatiker sind, müsse präventiv mit Aufmerksamkeit auf Fehlentwicklungen junger Menschen reagiert werden, bevor schwere Gewalt ausgeübt wird. Bei aller Wachsamkeit solle die Gesellschaft jedoch auch eines: „gelassen bleiben.“

Im Podium diskutieren weiterhin der Soziologe Prof. Dr. Heinrich Best von der FSU, der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Michael Minkenberg von der Universität Frankfurt/Oder und der Bildungswissenschaftler Prof. Dr. Peter Rieker von der Universität Zürich.

Tagung der Fachgruppe Psychologie vom 21. bis 23. September

Die Podiumsdiskussion findet im Rahmen der 17. Tagung der Fachgruppe Rechtspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie statt. Unter dem Schwerpunkt „Einstellungsbezogene Kriminalität“ greift die Veranstaltung vom 21. bis 23. September aktuelle gesellschaftliche Probleme wie Hasskriminalität und extremistische Radikalisierung auf, bei denen negative gruppenbezogene Einstellungs- und Verhaltensmuster eine wichtige Rolle für die Entstehung, Prävention und Behandlung der dissozialen Entwicklungen und Straftaten darstellen.

Weitere Informationen zur Podiumsdiskussion und zur Tagung sind zu finden unter: http://rechtspsychologie2017.uni-jena.de/.

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Beelmann, Franziska Schmidtke
Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration (KomRex) der Universität Jena
Humboldtstraße 11, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945901, Tel.: 03641 / 931009
E-Mail: andreas.beelmann[at]uni-jena.de, komrex[at]uni-jena.de

Weitere Informationen:
- http://rechtspsychologie2017.uni-jena.de/

Quelle: idw

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