openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Die Universität Bern im Aufbruch

14.09.201712:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) An der Universität Bern wird die Forschung intensiviert: Mit den neuen Interfakultären Forschungskooperationen IFK werden innovative Verbundprojekte aus verschiedenen Fachbereichen gefördert. In der Lehre wird das Pharmaziestudium zum Vollstudium ausgebaut. Die Studierendenzahlen stabilisieren sich auf hohem Niveau: Neu werden in Bern rund 17'550 Studierende immatrikuliert sein.



---
Rektor Christian Leumann stellte an der Jahresmedienkonferenz wichtige Entwicklungen und Highlights der vergangenen Monate in den Mittelpunkt. So wurde die Universität Bern in den Kreis der forschungsintensiven Universitäten Europas aufgenommen, die in der Vereinigung «The Guild» zusammengeschlossen sind. In der Forschung konnten unter anderem das ARTORG Center for Biomedical Engineering Research und das Inselspital einen Durchbruch vermelden: Nach jahrzehntelanger Arbeit haben Mediziner und Ingenieurinnen einen extrem präzisen Assistenzroboter für Operationen am Innenohr entwickelt. Damit gelang weltweit erstmals eine roboterassistierte Cochlea (Hörschnecke)-Implantation, die tauben Patientinnen und Patienten das Gehör wieder schenken kann. Ausdruck der Anerkennung für die Berner Forschung ist auch die Verleihung des Prix Marcel Benoist, des höchsten Schweizer Wissenschaftspreises, für den Klimaforscher Thomas Stocker. Forschung im Bereich Klima und Nachhaltigkeit diente zudem als Grundlage für die Wanderausstellung «Container3», in der Universität und Stadt Bern gemeinsam die Bevölkerung über Klima, Mobilität und erneuerbare Energien informieren und zum Austausch einladen.

Neue Interfakultäre Foschungskooperationen

Die Universität Bern geht in der Forschungsförderung neue Wege: Mit den Interfakultären Foschungskooperationen IFK lanciert sie Verbundprojekte, die jeweils 8 bis 12 Forschungsgruppen umfassen und die spezifisch gefördert werden. «Mit diesem Instrument stärken wir die wissenschaftliche Qualität und Aktualität der Berner Forschung und schärfen unser Profil als forschungsintensive Universität», erklärte Christian Leumann. Die IFK lehnen sich an die Gefässe der Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS bzw. NCCR) des Schweizerischen Nationalfonds an. Sie orientieren sich an den Themenschwerpunkten der Universität Bern, so wie sie in der Strategie 2021 festgelegt wurden. Pro IFK müssen mindestens zwei Fakultäten beteiligt sein. Gefördert werden die IFK von der Universität Bern während vier Jahren mit je 1,5 Millionen Franken pro Jahr. Ein Projekt wurde bereits bewilligt, zwei weitere sind identifiziert. «Wenn wir hier auf neue Forschungsgebiete stossen, ist es durchaus denkbar, dass sich daraus Bewerbungen für weitere Na-tionale Forschungsschwerpunkte und damit neue strategische Forschungszentren ergeben», erläuterte Leumann.

«One Health»: Vom Boden über Pflanzen und Wiederkäuer bis zum Menschen

Die bereits bewilligte Interfakultäre Foschungskooperation stellte Vizerektor Forschung Daniel Candinas vor. Sie befasst sich mit «One Health», einem immer bedeutender werdenden Forschungsgebiet, in dem die Zusammenhänge zwischen der Gesundheit von Umwelt, Tier und Mensch untersucht werden. Das Projekt vereint 10 Forschungsgruppen mit Expertise in Mikrobiologie, Umweltwissenschaften, Pflanzen- und Tiergesundheit, Humanmedizin und Bioinformatik, die an drei Fakultäten angesiedelt sind: der Philosophisch-naturwissenschaftlichen, der Medizinischen und der Vetsuisse-Fakultät. Die Interfakultäre Foschungskooperation untersucht insbesondere den Einfluss von Umweltveränderungen auf Nahrungskettensysteme – also von Böden über Pflanzen hin zu Wiederkäuern und schliesslich Mäusen als Modellorganismen für die menschliche Gesundheit. So kann erstmals vergleichend analysiert werden, wie die mikrobiellen Gemeinschaften an verschiedenen Schnittstellen der Nahrungskette auf Faktoren wie Temperatur, Schwermetalle und Pflanzensekundärstoffe reagieren, und welchen Einfluss diese Veränderungen auf die Gesundheit der einzelnen Glieder der Nahrungskette sowie das gesamte System haben. Indem sie ihre Fachkompetenz vereinen, können die Forschungsgruppen unter anderem gesundheitliche Kaskadeneffekte innerhalb der Nahrungskette beobachten, was ihnen sonst nicht möglich wäre. «Dies ist ein spannender neuer Ansatz innerhalb des One Health-Konzepts. Wir rechnen damit, dass sich die gewonnenen Erkenntnisse auf andere Systeme übertragen lassen und zum Verständnis und zur Behebung von negativen Umwelteinflüssen in globalen Nahrungsketten beitragen», sagte Candinas.

Pharmazie wird zum Vollstudium

Nebst den 100 zusätzlichen Plätzen pro Jahrgang in der Humanmedizin wird nach Möglichkeit schon per Herbstsemester 2019 auch das Pharmazie-Studium ausgebaut: von einem zweijährigen Grundstudium zum forschungsorientierten Vollstudium mit Bachelor und Master für rund 50 Studienanfängerinnen und Studienanfänger pro Jahr. Die Pharmazie bildet die Brücke zwischen Naturwissenschaften und Medizin, indem sie sich exklusiv mit Fragen zwischen chemischer Struktur und Wirksamkeit von neuen Arzneistoffen sowie deren idealer «Verpackung» im Sinne der Verabreichungsformen befasst. Daraus ergeben sich laut Rektor Leumann vor allem zwei Vorteile: Die Ausbildung in Pharmazie reiht sich nahtlos in die Initiativen zur Stärkung des biomedizinischen Forschungsstandorts Bern ein und leistet einen Beitrag zur Sicherung des Bestandes von Pharmazeutinnen und Pharmazeuten in der Schweiz. Die Kosten von jährlich rund 3 Millionen Franken verteilen sich auf die Naturwissenschaftliche und Medizinische Fakultät sowie auf neu einzubringende Mittel.

Studierendenzahlen bleiben konstant

Bruno Moretti, Vizerektor Lehre, stellte die aktuellen Studierendenzahlen vor. Hochrechnungen zufolge werden im Herbstsemester 2017 rund 17'550 Studierende an der Universität Bern immatrikuliert sein. Somit steigt die Gesamtzahl der Studierenden gegenüber 2016 nur geringfügig. «Wie schon im letzten Jahr sind die Gründe für diese Stabilisierung auf hohem Niveau zum grossen Teil demographischer Natur – insbesondere wegen der Maturazahlen, die nach einem jahrelangen Wachstum nun konstant bleiben», sagte Moretti. Rund 3’500 Personen haben sich für ein Studium in Bern beworben. Wie auch in den letzten Jahren sind naturwissenschaftliche Studiengänge am meisten gefragt. Die grösste Fakultät ist wiederum die Medizinische Fakultät, gefolgt von der Philosophisch-historischen und der Naturwissenschaftlichen Fakultät. Der Anteil ausländischer Studierender im Bachelor, Master und Doktorat beträgt unverändert rund dreizehn Prozent. Ausländische Bewerbungen kamen aus 80 Ländern. Bewerbungen von Personen mit Flüchtlingsstatus wurden neun eingereicht; davon konnten drei zugelassen werden, zwei Dossiers sind noch in Prüfung.

Weitere Auskünfte:

Marcus Moser
Leiter Corporate Communication der Universität Bern
Tel. +41 31 631 31 75 / E-Mail

Weitere Informationen:
- http://www.unibe.ch/aktuell/medien/media_relations/medienmitteilungen/2017/medienmitteilungen_2017/die_universitaet_bern_im_aufbruch/index_ger.html

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 968730
 328

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Die Universität Bern im Aufbruch“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Universität Bern

Bild: Versteinerte Flüsse zeichnen die Landschaftsentwicklung aufBild: Versteinerte Flüsse zeichnen die Landschaftsentwicklung auf
Versteinerte Flüsse zeichnen die Landschaftsentwicklung auf
Bergstürze und reissende Wildbäche begannen vor rund 25 Millionen Jahren das Bild der heutigen Alpen zu prägen. Innerhalb weniger Millionen Jahre entstanden aus einer ursprünglich hügeligen Landschaft die tiefen und steilen Alpentäler. Dank digitaler Technologien konnten Berner Geologen diese Entwicklung anhand versteinerter Flussläufe erstmals rekonstruieren. --- Innerhalb von einem – geologisch betrachtet – kleinen Zeitraum von nur fünf Millionen Jahren entstand das Bild der heutigen Alpen mit V-förmigen Tälern und steilen Talflanken. Zu d…
Bild: Sensorgesteuerter Roboter soll höchste Sicherheit bei Wirbelsäulenoperationen ermöglichenBild: Sensorgesteuerter Roboter soll höchste Sicherheit bei Wirbelsäulenoperationen ermöglichen
Sensorgesteuerter Roboter soll höchste Sicherheit bei Wirbelsäulenoperationen ermöglichen
Forschende der Universität Bern, des Inselspitals Bern und des Schweizer Zentrums für Elektronik und Mikrotechnologie entwickeln gemeinsam mit Partnern aus der Industrie einen hochpräzisen, sensorgestützten Operationsroboter für Wirbelsäulenoperationen. Ihr Projekt wird vom Förderungsangebot «BRIDGE» des Schweizerischen Nationalfonds und der Kommission für Technologie und Innovation mit zwei Millionen Franken unterstützt. --- Im Rahmen des Projekts «Towards Intelligent Sensor-enhanced Robotic Neurosurgery» entwickeln Andreas Raabe von der Un…

Das könnte Sie auch interessieren:

Oralchirurgie in Bern
Oralchirurgie in Bern
… und Gesichtsbereich, einschließlich Weisheitszahnentfernungen, Zahnimplantaten, Wurzelbehandlungen und der Therapie von Traumen oder Tumoren. Bern, mit seiner zentralen Lage und der Nähe zur Universität Bern sowie zum renommierten Inselspital, hat sich zu einem führenden Zentrum entwickelt, das Patienten aus der ganzen Schweiz und darüber hinaus anzieht. …
Bild: Mögliche Erklärung für die Dominanz der Materie über Antimaterie im UniversumBild: Mögliche Erklärung für die Dominanz der Materie über Antimaterie im Universum
Mögliche Erklärung für die Dominanz der Materie über Antimaterie im Universum
… Umwandlungs-Verhalten der Neutrinos und Antineutrinos erklärt werden könnte. Dies ist ein wichtiger Meilenstein für das Verständnis des Universums. Ein Team von Teilchenphysikern der Universität Bern hat entscheidende Beiträge zum Experiment geleistet. --- Das Universum besteht in erster Linie aus Materie, und der offensichtliche Mangel an Antimaterie ist eine …
Bild: Forschungspreis 2017 zeichnet Projekt über Lungenfibrose ausBild: Forschungspreis 2017 zeichnet Projekt über Lungenfibrose aus
Forschungspreis 2017 zeichnet Projekt über Lungenfibrose aus
Der diesjährige Johanna Dürmüller-Bol DBMR Forschungspreis des Department for BioMedical Research DBMR der Universität Bern geht an Manuela Funke-Chambour. Der mit CHF 30'000.– dotierte Forschungspreis wird am Tag der Klinischen Forschung, am Dienstag, 31. Oktober 2017, verliehen. --- Der Johanna Dürmüller-Bol DBMR Forschungspreis dient der Nachwuchsförderung …
Grosser Erfolg für den Medizinalstandort Bern
Grosser Erfolg für den Medizinalstandort Bern
… Berner Beteiligung, die den Aufbau einer national koordinierten Infrastruktur von Gesundheitsdaten zum Ziel haben. Zwei der Projekte stehen unter Leitung von Forschenden der Universität und des Inselspitals Bern. Sie werden insgesamt mit einer Summe von 5.3 Millionen Franken gefördert. --- Das Swiss Personalized Health Network (SPHN) ist eine nationale …
Bio-Sicherheitskommission ist wieder vollständig
Bio-Sicherheitskommission ist wieder vollständig
… August 2003 Folgende Personen sind für die laufende Amtsperiode (1999-2003) neu in die 16-köpfige Kommission gewählt worden: _ Joachim Frey, Prof. Dr., Veterinärbakteriologie, Universität Bern. _ Emmanuel Frossard, Prof. Dr., Agronomie und Pflanzenernährung, ETH Zürich_ Felix Gmünder, Dr., Zellbiologie und Risikologie, Basler & Hofmann AG, Zürich. …
Bild: Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche KlimapolitikBild: Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik
Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik
500 Forschende aus der ganzen Welt treffen sich zu einer von der Universität Bern organisierten Klimakonferenz in Interlaken. Vom 21. bis am 25. August 2017 behandelt die «10th International Carbon Dioxide Conference» unterschiedliche Aspekte des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Der wissenschaftliche Anlass gilt als wichtiges Treffen in der Klimaforschung. --- Ihr …
Bild: Aufbruch ins psychedelische Zeitalter – Biografie über Sergius Golowin und die bewegten 60er/70er JahreBild: Aufbruch ins psychedelische Zeitalter – Biografie über Sergius Golowin und die bewegten 60er/70er Jahre
Aufbruch ins psychedelische Zeitalter – Biografie über Sergius Golowin und die bewegten 60er/70er Jahre
… entführt Lesende in seine magische Realität und die fantastische Geschichte des Schweizer Untergrundes! Sergius Golowin. Aufbruch ins psychedelische Zeitalter Von Erik Golowin Synergia Verlag, 2015, 272 Seiten, kartoniert mit Klappen ISBN 978-3-944615-28-8 16,90 €http://www.synergia-verlag.ch/sergius-golowin-aufbruch-psychedelische-zeitalter-p-88091.html …
Bild: Stiftungsprofessur für Klima- und Umweltökonomik besetztBild: Stiftungsprofessur für Klima- und Umweltökonomik besetzt
Stiftungsprofessur für Klima- und Umweltökonomik besetzt
Die Universität Bern hat eine Professur für Klima- und Umweltökonomik geschaffen, die nun dank dem Engagement der Stiftung Mercator Schweiz und der Gebäudeversicherung Bern ausgebaut werden kann. Ziel des Lehrstuhls ist es, Kompetenzen in Forschung und Lehre auf dem Gebiet der empirisch-experimentellen Klima- und Umweltökonomik aufzubauen. Die Professur …
Enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Universität – für gesunde Tiere und gesunde Konsumenten
Enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Universität – für gesunde Tiere und gesunde Konsumenten
1.Juli 2003 - Die Universität Bern und das Bundesamt für Veterinärwesen BVET wollen künftig auf dem Gebiet der Tierkrankheiten und der Sicherheit tierischer Lebensmittel enger zusammenarbeiten. Zu diesem Zweck werden sie ab 2004 ihre bakteriologischen Laboratorien zu einem neuen Kompetenzzentrum zusammenlegen. Der Vertrag über die Zusammenarbeit wird …
Berufungen an der Universität Luzern
Berufungen an der Universität Luzern
Die Universität Luzern hat Gabriel Abend (Soziologie), Sophie Mützel (Soziologie mit Schwerpunkt Medien und Netzwerke) sowie Lukas Schmid (Empirische Methoden) auf ordentliche Professuren berufen. Patrick Kury wurde zum Titularprofessor für Geschichte ernannt. --- Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Prof. Dr. Gabriel Abend ist per 1. August …
Sie lesen gerade: Die Universität Bern im Aufbruch