openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Smarte Sensoren steuern Industrieprozesse von morgen

30.08.201718:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Smarte Sensoren steuern Industrieprozesse von morgen
Eine am HZDR entwickelte Methode erlaubt die berührungslose Messung einer heißen Stahlschmelze – eine wichtige Voraussetzung, um das Befüllen der Gussform mit flüssigem Stahl zu steuern.  (HZDR / F. B
Eine am HZDR entwickelte Methode erlaubt die berührungslose Messung einer heißen Stahlschmelze – eine wichtige Voraussetzung, um das Befüllen der Gussform mit flüssigem Stahl zu steuern. (HZDR / F. B

(openPR) Moderne hochparallele Rechnerarchitekturen sind heute in der Lage, riesige Datenmengen in hoher Geschwindigkeit zu verarbeiten. Damit können bildgebende Verfahren zunehmend die Rolle von Sensoren übernehmen, mit denen sich Maschinen und Industrieanlagen steuern lassen. In dem europäischen Verbundprojekt TOMOCON arbeiten zwölf Forschungseinrichtungen aus neun Ländern zusammen mit 15 namhaften Industrieunternehmen an neuen bildgebenden Sensoren und daran, diese in die Steuerung und Regelung verfahrenstechnischer Prozesse einzubinden. Start des Netzwerks ist am 1. September, die Koordination liegt beim Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR).



---
Das wissenschaftliche Thema des neuen Europäischen Trainings-Netzwerks „Smart Tomographic Sensors for Advanced Industrial Process Control“ (TOMOCON) ist im Kontext der Digitalisierung industrieller Prozesse hochaktuell. Bildgebende Messverfahren haben – insbesondere mit der Entwicklung ultraschneller paralleler Datenverarbeitung – ein enormes Potenzial als Sensoren zur Echtzeit-Steuerung von Prozessen und Anlagen. Bekannt ist dieses Thema etwa aus dem Bereich des sogenannten autonomen Fahrens.

“Gemeinsam mit unseren internationalen Partnern wollen wir 15 jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine umfassende Doktorandenausbildung bieten. Neben ihren Forschungsprojekten sollen sie in den beteiligten Industrieunternehmen tätig werden. Drei Sommerschulen und ein Training zu Soft Skills durch die Graduierten-Akademie der TU Dresden runden das Ausbildungsprogramm ab“, erläutert der Projektkoordinator Professor Uwe Hampel vom HZDR.

Für viele industrielle Prozesse sind vor allem tomographische Messverfahren von großem Interesse, weil sie berührungsfrei Einblicke in die Anlagen liefern. Dabei gilt es, die Herausforderungen im industriellen Einsatz zu meistern. Um nur einige Fragestellungen zu nennen: Wie geht man mit aggressiven Prozessbedingungen oder hohen Datenraten um? Wie kann man Parameter für die Steuerung und Regelung intelligent aus Bilddaten extrahieren? Wie sehen neue Formen der Mensch-Maschine-Kommunikation aus? Entsprechend breit sind die Forschungsthemen für die 15 Nachwuchswissenschaftler, denn sie betreffen so unterschiedliche Gebiete wie die Mess- und Sensortechnik, Prozesstomographie, Prozesssteuerung und -regelung, Prozessmodellierung, Mensch-Maschine-Interaktion und massiv-parallele Datenverarbeitung.

Effiziente Industrieprozesse der Zukunft

Einen starken Praxisbezug erlangt das Vorhaben durch vier ausgewählte technische Demonstrationen. Bei der sogenannten Inline-Phasentrennung werden Flüssigkeiten verschiedener Dichte durch Zentrifugieren direkt im Inneren von Strömungskanälen getrennt. Die Steuerung mit tomographischen Sensoren soll die Trenngüte signifikant verbessern und die Bildung von Emulsionen vermindern. Dies stößt auf großes Interesse bei Unternehmen der Chemie- und Mineralöl-Verfahrenstechnik, wie den beteiligten Unternehmen Linde, Shell und Total. Beim zweiten Thema geht es um den kontinuierlichen Stahlguss, für den das HZDR eine eigene Magnetfeld-Tomographie entwickelt hat, um das Befüllen der Gussform mit flüssigem Stahl zu steuern. Gemeinsam mit der österreichischen Primetals Technologies und der TATA Steel wird das Verfahren nun bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten qualifiziert.

Drittens soll eine tomographische Feuchtemessung die Prozesstrocknung mit Mikrowellen energetisch optimieren. Dies wird anhand der Trocknung von imprägnierten Schäumen aus Kunststoff mit dem Anlagenhersteller Vötsch Industrietechnik und dem Anwender Pinta Elements demonstriert. Und schließlich kommen in der Kristallisation Ultraschall-Techniken zur Anwendung, die das Wachstum der Kristalle steuern und gleichzeitig deren Verteilung im Reaktor messen sollen. Dieses Thema begleiten die Sulzer AG und DuPont.

„Am HZDR verfolgen wir insbesondere die beiden ersten Themen sehr aktiv“, betont Uwe Hampel, der zugleich eine Stiftungsprofessur an der TU Dresden innen hat. „Wir sind stolz darauf, dass unser Vorhaben auch zu einer nachhaltigen Vernetzung akademischer und industrieller Partner in Europa und darüber hinaus beiträgt. Für das HZDR und die TU Dresden sind die in TOMOCON bearbeiteten Fragestellungen zentrale Probleme der Forschung zu effizienten Industrieprozessen der Zukunft. Deshalb werden auch zwei der insgesamt 15 Doktoranden an der TU promovieren.“

Weitere Informationen zu TOMOCON:

Die EU fördert jährlich im Rahmen der Marie-Sklodowska-Curie-Aktionen themenoffen internationale Doktoranden-Netzwerke, sogenannte Innovative Training Networks. Die Förderung solcher Netzwerke ist sehr begehrt. Im Aufruf 2017 gingen insgesamt 1.718 Anträge bei der EU ein. Weniger als zehn Prozent kommen zur Förderung. Das vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf koordinierte Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und startet am 1. September 2017. Das Fördervolumen beträgt knapp vier Millionen Euro.

Akademische Partner:
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (Deutschland, Koordinator), Chalmers University of Technology (Schweden), Delft University of Technology (Niederlande), Institut National Polytechnique de Toulouse (Frankreich), Karlsruhe Institute of Technology (Deutschland), Lappeenranta University of Technology (Finnland), Technical University of Liberec (Tschechien), University of Technology Lodz (Polen), University of Bath (Großbritannien), University of Eastern Finland (Finnland), Technische Universität Dresden (Deutschland), Universidade Tecnologica Federal do Paraná (Brasilien)

Industriepartner:
Netrix S.A. (Polen), Teletronic Rossendorf GmbH (Deutschland), Rocsole Ltd. (Finnland),
CERG Fluides S.A.S. (Frankreich), Frames Group B.V. (Niederlande), Vötsch Industrietechnik GmbH (Deutschland), Pinta Elements GmbH (Deutschland), Primetals Technologies Austria GmbH (Österreich), Siemens AG (Deutschland), Linde AG (Deutschland), Total S.A. (Frankreich), Tata Steel Europe Ltd. (Niederlande), Shell Global Solutions International BV (Niederlande), DuPont Ltd. (Finnland), Sulzer AG (Schweiz)

Weitere Informationen:
Prof. Uwe Hampel
Koordinator TOMOCON
Institut für Fluiddynamik am HZDR
AREVA-Stiftungsprofessur „Bildgebende Messverfahren für die Energie- und Verfahrenstechnik“ an der TU Dresden
Tel. +49 351 260-2772| E-Mail: E-Mail

Weitere Informationen:
- https://www.hzdr.de/presse/TOMOCON

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 966064
 603

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Smarte Sensoren steuern Industrieprozesse von morgen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Bild: Prof. Markus Reuter erhält Ehrendoktorwürde  der Stellenbosch UniversityBild: Prof. Markus Reuter erhält Ehrendoktorwürde  der Stellenbosch University
Prof. Markus Reuter erhält Ehrendoktorwürde der Stellenbosch University
Mit der heutigen Verleihung des Titels „Doktor-Ingenieur“ ehrt die Stellenbosch University Reuters herausragende wissenschaftliche und technologische Beiträge für die Produktion und das Recycling von Metallen sowie seinen besonderen Einsatz bei der Umsetzung akademischer Forschung in die Praxis. Der Metallurgie- und Recyclingexperte ist seit 2015 Direktor am Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF), das zum Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf gehört, sowie Honorarprofessor für Systemintegrierte Werkstofferzeugung an der TU…
Bild: Exzellent auch in der Ausbildung - HZDR-Azubi ist beste Physiklaborantin DeutschlandsBild: Exzellent auch in der Ausbildung - HZDR-Azubi ist beste Physiklaborantin Deutschlands
Exzellent auch in der Ausbildung - HZDR-Azubi ist beste Physiklaborantin Deutschlands
Mit 98 von möglichen 100 Punkten hat die Physiklaborantin Stefanie Sonntag ihre Prüfung zur Facharbeiterin abgelegt – sie ist damit die berufsbeste Auszubildende in der gesamten Bundesrepublik. Für diese herausragende Leistung zeichnet sie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am 4. Dezember in Berlin aus. Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) stellt somit das zweite Jahr in Folge die bundesbeste Azubi in diesem Beruf. Das sächsische Forschungszentrum erhielt außerdem zum 18. Mal hintereinander den Titel „Ausgezeichnet…

Das könnte Sie auch interessieren:

Motorradzubehör: Innovation, Sicherheit und Stil für moderne Biker
Motorradzubehör: Innovation, Sicherheit und Stil für moderne Biker
… Niveau Sicherheitszubehör bleibt das Herzstück jeder Motorradausrüstung. Moderne Helme kombinieren Stoßfestigkeit mit elektronischen Features wie integrierten Kommunikationssystemen, HUD-Displays und Crash-Sensoren, die im Notfall Hilfe rufen. Airbag-Westen und Jacken mit intelligenten Sensoren bieten zusätzlichen Schutz bei Unfällen, während Protektoren …
Bild: Einschätzung durch den cab Experten: Kennzeichnung ist unerlässlicher Bestandteil der smarten ProduktionBild: Einschätzung durch den cab Experten: Kennzeichnung ist unerlässlicher Bestandteil der smarten Produktion
Einschätzung durch den cab Experten: Kennzeichnung ist unerlässlicher Bestandteil der smarten Produktion
… Maschine-zu-Maschine-Schnittstelle, M2M, erweitert wurde. In smarten Produktionsstätten können sich ganze Produktionsanlagen über die M2M-Kommunikation permanent unterhalten und über Sensoren gesammelte Informationen auswerten. Für die Produktion und Logistik bedeutet das konkret, dass Kommunikationsprozesse beschleunigt, die Produktivität und Qualität …
Bild: »elmug4future«Bild: »elmug4future«
»elmug4future«
… findet sie vom 21.06.-22.06.2016 im RAMADA Hotel in Friedrichroda statt. Die Konferenz steht unter dem Motto: Die Mess- und Gerätetechnik auf ihrem Weg in die digitalisierte Welt. Schwerpunkte der Konferenz 2016 sind: •Sensoren und deren Funktions- & Systemintegration • Industrie 4.0 – konforme Kommunikation und Schnittstellen • Mess- …
Bild: Meross: Rauchmelder und Thermostate zum Black Friday mit Rabatt Bild: Meross: Rauchmelder und Thermostate zum Black Friday mit Rabatt
Meross: Rauchmelder und Thermostate zum Black Friday mit Rabatt
… vor sechs Wochen hat das Paket noch knapp 110 Euro gekostet. Mit dabei sind drei Rauchmelder und der benötigte Hub. Die Rauchmelder sind erstmals mit zwei Sensoren ausgestattet, außerdem punkten sie mit einer flachen Bauweise von nur noch 3,3 Zentimetern Höhe. Sind sie einmal ins smarte Home eingebunden, können beispielsweise im Alarmfall Steckdosen …
Bild: Smarte Sensoren erkennen GlatteisBild: Smarte Sensoren erkennen Glatteis
Smarte Sensoren erkennen Glatteis
Smarte Sensoren am Haus können Glatteis problemlos identifizieren. Sie sind Teil von Smart Buildings, Gebäuden, in denen verschiedene Geräte miteinander vernetzt sind. Mehr Schutz vor Unfallgefahr und hohen Kosten: Smarte Sensoren erkennen Glatteis (Norderstedt, Dezember 2021) Wer der Räum- und Streupflicht im Winter nicht nachkommt, muss mit teuren …
Bild: Sigfox Germany startet Vertrieb smarter 0G-DevicesBild: Sigfox Germany startet Vertrieb smarter 0G-Devices
Sigfox Germany startet Vertrieb smarter 0G-Devices
… angebunden werden und dadurch vollkommen neue Nutzungserlebnisse ermöglichen. Die ersten Premium-Produkte, die Kunden in Deutschland nun exklusiv bei Sigfox beziehen können, sind smarte Sensoren des französischen Herstellers Enless Wireless. Dank der hohen arealen Netzabdeckung von bereits rund 84% können diese Sensoren nicht nur von Unternehmen sondern …
Bild: MHP auf dem 11. Maschinenbau-Gipfel 2019Bild: MHP auf dem 11. Maschinenbau-Gipfel 2019
MHP auf dem 11. Maschinenbau-Gipfel 2019
… Fertigung und Vertrieb ändert präsentiert er gemeinsam mit einem MHP Expertenteam am Stand von MHP die Smart Manufacturing IoT Box. Diese integriert verschiedene industrierelevante Sensoren mit vorhandenen Maschinen und lässt sich direkt mit cloudbasierten Plattformen und/oder ERP-Systemen verbinden. So entstehen in kurzer Zeit Prototypen für den Test von …
Strom sparen mit Smart Home
Strom sparen mit Smart Home
… CO2-Ausstoß in der Herstellung berücksichtigt. Mit Smart Home fällt das Strom Sparen leichter Der Vorteil smarter Geräte gegenüber „klassischen“ energieeffizienten Geräten liegt darin, dass ihre Sensoren automatisch das sparsamste Programm auswählen. In Situationen, die Sensoren besser erfassen und bewerten können als es der Mensch mit seinen Sinnen kann, …
Hannover Messe 2019: Logicalis präsentiert smarte IoT-Infrastrukturen am Cisco-Stand
Hannover Messe 2019: Logicalis präsentiert smarte IoT-Infrastrukturen am Cisco-Stand
… Bereich von der Digitalisierung der bestehenden Infrastruktur. Als Basis für die smarte IoT-Infrastruktur dient die Cisco Kinetic IoT-Plattform, die alle Netzwerke, Prozesse und Sensoren zentral integriert. Verantwortliche haben so ihre Infrastruktur immer zentral im Blick und müssen nicht mit verteilten Management-Lösungen arbeiten. Zudem lassen sich …
Bild: INNOVATION setzt der Einsamkeit im Alter ein Ende!" - GENUS.CAREBild: INNOVATION setzt der Einsamkeit im Alter ein Ende!" - GENUS.CARE
INNOVATION setzt der Einsamkeit im Alter ein Ende!" - GENUS.CARE
GENUS ist der smarte digitale Bilderrahmen, der es ermöglicht, Fotos zu teilen und Videoanrufe zu erhalten. Ebenfalls sind durch verschiedene Sensoren zahlreiche Überwachungsfunktionen abrufbar. GENUS.CARE verbindet die Menschen im Alter - und schafft einen Mehrwert durch Sensoren, wodurch die ältere Generation sich der Einsamkeit ganz einfach entziehen …
Sie lesen gerade: Smarte Sensoren steuern Industrieprozesse von morgen