(openPR) Zum Beispiel der Betrunkene, der nachts durch die dunklen Gassen wankt, bis er auf dem leeren, schummrigen Markplatz inmitten der Stadt landet. Dort steht eine Litfaßsäule, die mit Plakaten aller Art beklebt ist. Der Betrunkene prallt frontal dagegen. Unfähig, in seiner Betrunkenheit Genaueres zu sehen, versucht er das Hindernis zu ertasten. Erst einmal, dann zweimal, dann sogar dreimal tastet er sich um das Hindernis herum. Als er schließlich das vierte Mal die Säule umkreist, sinkt er laut schluchzend in die Knie und schreit:
„Hilfe, sie haben mich eingemauert.“
Was also muss der Betrunkene tun, um sich aus seiner Einkerkerung zu befreien?
Er muss erkennen, dass seine Einkerkerung nur ein Produkt seiner eigenen Vorstellung ist...
Erleben ist immer nur subjektiv auf das bezogen, was der Mensch in seinem Wahrnehmungsfeld beobachtet. Was der Mensch nicht in seinem Wahrnehmungsfeld beobachtet, ist für ihn subjektiv auch nicht existent. Erst nachdem der Mensch also etwas in seine Beobachtung nimmt - was auch “nur” mental als Vorstellung geschehen kann - ist es für ihn existent.
Mit anderen Worten:
Das Glas ist entweder halb voll oder es ist halb leer, oder es ist sowohl halb voll als auch halb leer, je nach dem wie es der Mensch beobachtet. Und Menschen beobachten unterschiedlich! Und für jeden Menschen ist das Beobachtete seine Wahrheit!
Dieses Erkennen der selbst gebauten „Einkerkerung“ (in der Fachsprache nennt man das Konstruktivismus) hat natürlich die tiefgreifende unerfreuliche Konsequenz, dass es keinen Finger mehr gibt, der auf der/die/das Andere zeigen kann.
Das heißt:
In Bezug auf das subjektive Erleben, - ob positiv oder negativ, ob freudig oder depressiv -, liegt die Verantwortung voll und ganz bei dem Betroffenen. Das klingt hart.
Doch in zweiter erfreulicher Konsequenz bringt es mit sich, dass auch die Veränderungsmacht in Bezug auf mein subjektives Erleben voll und ganz beim Betroffenen liegt.
Und entweder er nimmt den Zauberstab in die Hand und lernt ihn zieldienlich zu benutzen, oder aber ein Anderer nimmt den Zauberstab in die Hand und ...
Oder glaubt der Mensch etwa, dass so ein wunderschöner und machtvoller Zauberstab ungenutzt auf dem Boden liegen bleibt?!












