(openPR) Noch im Mai diesen Jahres waren die Wohlfahrtsverbände der Meinung, dass die Regelleistungen bei ALG II zu hoch seien. ( hier zum Beitrag ) Und was muss der Bürger dieses Landes jetzt vernehmen?
Die Sozialverbände werfen der Politik “Verlogenheit” auf allen Ebenen vor und gerade NRW sei glänzendes Beispiel, wo ein Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ( CDU ), das “Jahr des Kindes” ausgerufen hatte und genau das Gegenteil eingetreten ist. Quelle:NRZ
Aber woher kommen die Vorwürfe? Anlass sind die immer erschreckenden Zahlen über Kinder in Armut die hier im eigenen Land leben. Seit Einführung des Reformsturms, den die BRD seit 2 Jahren ohne Rücksicht auf Verluste betreibt, haben sich die Zahlen der Kinder unter 18 Jahren, die in Armut leben müssen, mehr als verdoppelt.
Mit 1,35 Euro / Monat müssen Kinder ihre schulische Laufbahn bestreiten. Ein Hohn, wer bedenkt, was allein Tinte oder die neuen Schulhefte heutzutage kosten. Eine Mangelversorgung ist damit so sicher, wie das sog. “Amen in der Kirche”.
Die Pisa Studie hat nicht die Wirkung erbracht, um an dieser Situation etwas zu ändern, es scheint sogar so, als wenn dieser Trend von der Regierung unterstützt wird. Das neue Elterngeld wird die Kluft zwischen armen und reichen Familien zusätzlich noch vergrößern, da der “Geburtenabschlag” für gut verdienenden Familien zum größten Teil von Beziehern mit geringen Einkommen finanziert wird.
Nachdem jetzt mehr als 540.000 Kinder in NRW ( die Dunkelziffer dürfte mit Sicherheit um einiges höher liegen ) unterhalb der Armutsgrenze leben - und hierbei sollte man die Eltern, Alleinerziehenden und Singles nicht vergessen, denen es in keinster Weise besser geht - werden die Sozialverbände wach.
Noch im Mai wurde der ALG II Regelsatz von den Wohlfahrtsverbänden als zu hoch anprangerte , aber wie ein Fähnchen im Wind, hat hier in manchen Verbänden ein Umdenken stattgefunden. Liegt es nur daran, das zu erkennen ist, dass die Wähler jeden Tag der Arbeit einer großen Koalition, kritischer gegenüberstehen und damit die Rückendeckung langsam verloren geht?
Bezieher von ALG II können nur hoffen, dass die Sozialverbände endlich den Kampf gegen Hartz IV mit allen Mittel unterstützen, anstatt nur große Reden zu schwingen und die Regelsatzhöhe zu bemängeln. Auch wenn diese Verbände ihre Daseinsberechtigung aus dem Leid der Hilfebedürftigen beziehen, muss allen Betroffenen klar sein:
Wo keine Hilfebedürftigen mehr sind - da auch keine Sozialverbände
Kinderarmut allein zu bekämpfen macht keinen Sinn, wenn nicht ein allgemeines Umdenken bei Hartz IV stattfindet. Regelsätze sollten so angepasst werden, dass ein menschenwürdiges Dasein gesichert ist. Stigmatisierungen und Diffamierungen müssen der Vergangenheit angehören. Verbände und Betroffene müssen endlich lernen, miteinander an Änderungen zu arbeiten, die dazu beitragen, dass Hartz IV für alle erträglicher und sozialer wird.
Zu dieser Debatte das Unwort des Jahres: Ausbildungsferne Schichten = sozialbenachteiligte Bevölkerungsschichten, denen man nur wegen ihrer gesellschaftlichen Zuordnung bereits eine Benachteiligung in der Ausbildung zubilligt.
Wenn dieses Unwort erst einmal Einzug in den deutschen Duden hält, dann ist es um die Zweiklassengesellschaft in Deutschland geschehen!
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