(openPR) Was bei Kraftfahrzeugen gängige Praxis ist – wer würde schon sein Auto ohne Probefahrt kaufen? – scheint bei Garten-Geräten so gut wie unmöglich zu sein. Anbieter wie Car2Go oder Drive-Now zeigen, dass Mieten statt Kaufen auch für den Hersteller durchaus lukrativ sein kann
Am besten, Sie machen einmal selbst den Praxistest und versuchen Ihre favorisierte Akku Heckenschere zu mieten – egal ob online oder offline. Für uns war dies leider nicht möglich.
So schnell wollten wir uns nicht geschlagen geben. In Zeiten des World Wide Webs sollte es doch möglich sein, zumindest in einer Community (Share Economy), das gewünschte Produkt zu finden und zu leihen. Und wieder wurden wir enttäuscht. Zumindest konnten wir bei unseren Recherchen in einer vertretbaren Suchzeit kein Leihgerät finden.
Eine „echte“ Marktlücke also – oder doch nicht?
In Zeiten von Social Web und Share Economy sollte es doch möglich sein unseren Wunsch zu entsprechend!
Wie es geht zeigt derzeit Schweden. Husqvarna hat in Stockholm im März dieses Jahres einen Piloten mit dem Namen „Battery Box“ gestartet. Dabei bietet der Hersteller von Akku-Geräte ein Pay-per-Use-Modell an.
Husqvarna Battery Box
Husqvarna Battery Box
Die „Battery Box“ ist ein schwedisches Pilotprojekt und Teil des Engagements von Husqvarna für innovative und nachhaltige Lösungen bei der Pflege von Gärten und Grünanlagen. Durch die „Battery Box“ müssen Nutzer Akku-Geräte wie Heckenscheren oder Laubbläser nicht mehr selbst lagern, sondern leihen sie je nach Bedarf aus.
Die „Husqvarna Battery Box“ ist ein 8 x 3 Meter großer Container mit 30 „smarten“ Schließfächern, in denen akkubetriebene Gartengeräte aufbewahrt werden. iPhone-Nutzer können
über eine App Produkte reservieren,
Anleitungen herunterladen,
bezahlen und die Schließfächer entsperren,
um die vorbestellten Motorgeräte abzuholen.
Die „Battery Box“ wird in Bromma Blocks aufgestellt, einem Einkaufszentrum 15 Minuten westlich von Stockholm. Die Leihgebühr für ein Gartenpflegegerät beläuft sich auf rund 350 schwedische Kronen pro Tag (entspricht ca. 35 Euro).
Es handelt sich um einen Test, um die Praxistauglichkeit einer solchen technischen Lösung zu prüfen und Einblicke in die Marktreife, das Kundenverhalten und das Potenzial für das Vertriebsnetz zu gewinnen. Die Testphase läuft von Mai bis Oktober 2017.
Wir haben uns also gefragt, warum die Schweden uns Deutschen einen Schritt voraus sind, und haben direkt bei Bosch, einem namhaften Hersteller von Akku-Geräten, nachgefragt.
Aus Sicht von Bosch wächst die Bedeutung des Internets als Informations- und Vertriebskanal stetig und wird weiter anhalten. Der Hersteller prüft permanent, welche Optionen ihnen dabei von Interesse sind.
D.h. im Klartext, den Markt und die Wettbewerber beobachten aber noch nicht handeln.
Husqvarna ist diesbezüglich bereits einen Schritt weiter. Der Hersteller testet bereits das Pay-per-Use-Modell zur Nutzung von Akku-Geräten. Die Testphase soll Einblicke in die Akzeptanz und Möglichkeiten des Angebots geben, mit dem Ziel, einen Nutzen für Anwender, Gesellschaft und Vertrieb zu schaffen. So verwenden Anwender bei dem Sharing Economy-Ansatz der „Battery Box“ die Geräte gemeinschaftlich und müssen sie nicht selbst lagern und warten. Gleichzeitig könnten Fachhändler die „Battery Box“ beispielsweise in Gegenden betreiben, wo sie selbst nicht vor Ort sein können.
Bisher sind noch keine Informationen zu dem Piloten bekannt. Deswegen können wir auch noch keine Auskunft über den Erfolg bzw. Misserfolg des Projektes geben.
Vielleicht eröffnet Husqvarna ja demnächst bereits die ersten „Battery Boxen“ in Deutschland, während Bosch immer noch den Markt beobachtet.










