(openPR) Oppenheim / Rhein (mxp) - Der Juli diesen Jahres ist – wir haben es alle zu spüren bekommen - überall in Deutschland viel zu warm ausgefallen. Im Schnitt lagen die Temperaturen zwischen 4,5 Grad und sogar 6,5 Grad über den langjährigen durchschnittlichen Monatswerten für Juli. So mancherorts wurden dadurch die bisherigen Rekorde gebrochen. Seit den Aufzeichnungen wurde noch nie solch ein heißer Juli wie der diesen Jahres gemessen. Das wissen die Meteorologen des privaten Wetterdienstes meteoXpress Ltd zu berichten.
Doch dieser Monat hat nicht nur Rekorde bei den Temperaturen gebrochen, sondern er war vielerorts auch bei weitem zu trocken. Um dies genauer zu untersuchen, werden im Folgenden die einzelnen Regionen genauer unter die Lupe genommen und mit den Durchschnittswerten verglichen. Auch wenn es vielerorts zu trocken war; örtlich liefen nicht nur Keller voll und Gullydeckel kannten kein Halten mehr. Die Regenmesser hatten gelegentlich Schwerstarbeit zu verrichten. In Berlin-Charlottenburg fielen innerhalb von nur 17 Stunden in zwei Schüben 103,5 l/qm. Neben Karlsruhe, Hannover und Düsseldorf wurden auch die Bewohner vieler kleiner Orte wie beispielsweise Bad Hersfeld oder der Kreis Groß-Gerau, Nackenheim am Rhein u.a. im Juli von Fluten und Sturmböen heimgesucht und teils erheblich geschädigt. Teilweise schlugen Unwetter gar ein zweites Mal am gleichen Ort zu.
Der Norden Deutschlands mit der Referenzstation Hamburg-Flughafen (Fuhlsbüttel) machte durch extrem hohe Monatstemperaturen auf sich aufmerksam. Im Schnitt lagen die Temperaturen in Hamburg mit 23,2 Grad weit über dem langjährigen Mittel von 16, 8 Grad. Die Temperaturen waren 6,4 Grad zu hoch. Es wurden insgesamt 29 Sommertage mit einer Höchsttemperatur über 25 Grad gezählt. Darunter waren sogar noch 16 Hitzetage mit Höchstwerten von über 30 Grad. Die Sonne hat im Norden deutlich öfter geschienen als im langjährigen Mittel. Insgesamt verzeichnete Hamburg 331 Stunden Sonne. Dies waren 124 Stunden mehr als im Durchschnitt (207 Stunden) und damit 160% der zu erwartenden Werte. Die Niederschlagsmenge (69 mm) lag nur knapp unter dem langjährigen Mittel von 72 mm und damit bei 96% der durchschnittlichen Niederschläge. Die Niederschlagssumme ist jedoch an nur an wenigen Tagen durch gewittrige Niederschläge zusammen gekommen.
Der Nordosten Deutschlands mit der Station Potsdam zeigt ein ähnliches Bild. Der Juli war hier ebenfalls deutlich zu warm. Das Monatsmittel lag bei 23,6 Grad und damit 5,7 Grad über dem langjährigen Mittel von 17,9 Grad. Es wurden sage und schreibe 30 Sommertage gezählt, dass heißt: Nur an einem Tag hat die Temperatur die 25-Grad Marke nicht übersprungen. An 17 dieser 30 Sommertage hat die Temperatur sogar die 30-Grad-Marke überschritten und kann damit als Hitzetag gezählt werden. Auch in Potsdam schien die Sonne sehr oft vom Himmel, mit 362 Stunden Sonnenschein legte die Sonne hier 128 Überstunden ein und war damit 55% länger präsent als im Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Mit 85 mm gefallenem Niederschlag liegt der Nordosten um 64% über dem 30-Jahres-Mittel für den Juli von 52 mm. Lokal gesehen traten aber extreme Unterschiede aufgrund der teils kleinräumigen aber intensiven Gewitterzellen auf. Ein Drittel und das Doppelte des üblichen Niederschlags lagen teilweise eng beieinander.
Für die Mitte Deutschlands schossen die Juliwerte ebenfalls stark über die Durchschnittswerte hinaus. Der Juli war in Frankfurt als Referenzstation um 5,1 Grad zu warm. Das Monatsmittel lag genau bei 24 Grad. Es wurden 29 Sommertage und immerhin noch 16 Hitzetage gezählt. Auch im Vergleich zum letzten Jahr waren die Werte deutlich höher. Im Jahr 2005 waren 20,3 Grad als durchschnittliche Julitemperatur ermittelt worden. Die Sonnenscheindauer lag hier, wie in den anderen Regionen, auch deutlich über dem langjährigen Mittel. Mit knapp 330 Sonnenstunden wurde im Rhein-Main Gebiet der Durchschnitt um 104 Stunden übertroffen, dies sind 46%. Die Niederschläge liegen mit 70 mm, das sind 111%, nur knapp über den durchschnittlichen Werten von 63 mm. Der Juli im Jahr 2005 war mit 38 mm hingegen verhältnismäßig trocken ausgefallen.
Der Südwesten unseres Landes (Station Saarbrücken) macht bei den Temperaturen keine Ausnahme. Der Juli heizte uns mit 5,5 Grad mehr als üblich ein. Der Erwartungswert liegt hier bei 17,6 Grad. Dieser Juli hatte hingegen ein Monatsmittel von 23,1 Grad zu bieten. Bei den Sommertagen reichte Saarbrücken nicht ganz an die anderen Regionen Deutschlands heran. Es wurden 27 Tage mit einer Temperatur von über 25 Grad gezählt. Mit nur 13 Hitzetagen präsentierte sich der Juli im Saarland noch beinahe gemäßigt. Die Sonne schien ebenfalls sehr lange vom Himmel. Mit immerhin 333 Stunden lag man im Südwesten 94 Stunden über dem Durchschnitt. Das sind 139%. Für den Niederschlag zeigt sich ein ganz anderes Bild wie im übrigen Deutschland. Nur knapp 7 mm fanden an der Station Saarbrücken den Weg in den Regenmesser. Damit blieb Saarbrücken um 65 mm unter dem durchschnittlichen Wert. Es fielen hier lediglich 11% der zu erwartenden Niederschläge.
Um die großen regionalen Unterschiede besser aufzuzeigen, wird eine weitere Station aus dem Südwesten betrachtet. In Karlsruhe wurde im Juli diesen Jahres eine Temperatur von 24,8 Grad gemessen. Damit lag der Juli um 5,2 Grad über dem langjährigen Durchschnitt von 19,6 Grad. Auch im Vergleich zum Vorjahr wurden deutlich höhere Werte ermittelt, damals lag die Temperatur bei 20,7 Grad. Karlsruhe hält den Rekord an Sommertagen in Deutschland. An allen 31 Tagen hat der Juli die 25-Grad-Marke übersprungen. Selbst die 30-Grad-Marke war kein größeres Hindernis, sie wurde an 21 Tagen übertroffen. Im Südwesten des Landes verzeichneten wir 350 Sonnenstunden und fanden uns damit 107 Stunden, also 44%, über den Erwartungswerten von 243 Stunden wieder. Die Niederschläge fielen anders als in Saarbrücken mit 149 mm sehr viel höher aus. Dieser Unterschied zeigt die große räumliche Varianz auf engstem Raum bei gewittrigen Niederschlägen in den Sommermonaten. Mit 149 mm, 213% des Erwartungswerts (70 mm), notierte Karlsruhe mehr als doppelt so hohe Niederschläge als im Schnitt.
Der Südosten ist in Relation dazu etwas weniger heiß ausgefallen. In München pendelte sich die Temperatur im Vergleich zu den anderen Regionen nicht ganz so weit über dem 30-jährigen Mittel ein. Der Südosten war mit einer durchschnittlichen Julitemperatur von exakt 22 Grad um 4,7 Grad zu warm. Kaum verwunderlich, dass damit auch die Anzahl der Sommer- und Hitzetage niedriger als für den Rest des Landes ausfiel. Es wurden 24 Sommertage und “nur” 9 Hitzetage errechnet. Mit 356 Stunden Sonnenschein vermeldete München jedoch den höchsten Wert aller betrachteten Stationen. Der Südosten unseres Landes ist demnach mit besonders viel Sonnenschein bedacht worden. München erreichte 123 Stunden mehr als im Durchschnitt (233 Stunden), das entspricht 153%. Der Südosten unseres Landes war, wie der Großteil der anderen Regionen, beim Niederschlag deutlich unter dem Durchschnitt anzusiedeln. München verzeichnete 31 mm Niederschlag, der mit 31% des Durchschnittswertes von 100 mm deutlich zu niedrig ausfiel. Letztes Jahr wurden 102 mm Niederschlag registriert, 2% mehr als der Erwartungswert.
Abschließend lässt sich sagen, dass in ganz Deutschland der Juli ein außergewöhnlicher Monat war. Die Tagesmitteltemperaturen lagen mit 4,5 bis 6,5 Grad über den Normalwerten in ungewohnten Bereichen. Die Sonne schien im Juli diesen Jahres besonders lange vom Himmel und hat die Temperaturen zusätzlich angeheizt. Die Niederschläge sind sehr unterschiedlich ausgefallen, Grund hierfür waren die zahlreichen Gewitter, die örtlich starke, teilweise sintflutartige Niederschläge mit sich brachten. In einigen Landstrichen fielen wiederum nur geringe Niederschläge, die zudem meist nur an wenigen Tagen auftraten. Darunter hatte vor allem die Schifffahrt zu leiden, da die Flusspegel sehr stark zurückgingen. Neben der Schifffahrt wurden auch Atomkraftwerksbetreiber aufgrund der zu hohen Kühlwassertemperaturen vor große Probleme gestellt. Der Rekordjuli hat nicht nur bei den Temperaturen sondern auch bei der Sonnenscheindauer neue Maßstäbe gesetzt.
Bis zum nächsten Mal,
Christian Kotremba, Wissenschaftlicher Redakteur und Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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