(openPR) Winsen (Luhe), den 31.05.2017: Ha, erwischt! Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit ist mal wieder jemand SOFORT mit seinem Fahrzeug in die kleine Lücke gestoßen, die man aus Versehen gelassen hat. Und man hat sich geärgert. Und nicht nur das, soweit man das beobachten konnten, hüpfte dieser Fahrer auf der Suche nach den zu gewinnenden 10 Sekunden Fahrzeit von Lücke zu Lücke und sprang dabei über 3 Fahrspuren hin und her. Und parkte dann noch UNMÖGLICH ein.
Dann wohnt man wahrscheinlich im Norden. Rund um Hamburg, Hannover oder Berlin. Kein Scherz. Man muss nur mal ein wenig recherchieren, denn das Thema gute/schlechte Fahrer, ob mit Auto, LKW oder Motorrad, geht alle an. Es gibt tatsächlich ein Portal (www.fahrerbewertung.de), auf dem sich Autofahrer gegenseitig Noten von 1 bis 6 wie im deutschen Schulsystem geben können. Hintergrund ist hierbei aber nicht unbedingt, jemanden zu denunzieren, sondern es wird dem nachgewiesenen Trend Rechnung getragen, dass die Unfallzahlen und damit die Zahl schwer Verletzter oder sogar Toter seit einigen Jahren bedauerlicherweise wieder steigen. Ziel der Initiatoren des Portals ist es, Fahrer zu mehr Rücksichtnahme, Verantwortung und Selbstreflexion aufzufordern.
Natürlich ist nicht verwunderlich, dass dabei Deutschlands größte Städte mit am schlechtesten abschneiden. Hohes Verkehrsaufkommen, gestresste Fahrer, je mehr Verkehr, desto mehr Konfliktpotential. In Regionen mit relativ wenig Einwohnern, aber guter Infrastruktur kommt es natürlich aufgrund fehlenden Verkehrsaufkommens oft zu deutlich weniger Situationen, über die man sich ärgert. Trotzdem kann man die Gleichung Stadt=schlecht und ländlich=gut so einfach nun auch nicht aufmachen. Ruft man sich die Gesamtstatistiken des Portals auf, so fallen z.B. die Städte Bochum und Kassel positiv auf, wohingegen auf ländliche Gegenden bezogen beispielsweise der gesamte Kreis Harz, Goslar oder Vulkaneifel als besonders negativ bewertet werden. Es wäre also fahrlässig, dies ausschließlich auf stark frequentierte Straßen und Gegenden zu beziehen.
Von Versicherern und Verkehrsplanern werden diese Bewertungen mit Interesse verfolgt. Unabhängig von den Angaben derer, die eine Bewertung abgaben, bestätigen die tatsächlichen Unfallzahlen oder ermittelten Verkehrsdelikte die besonders schlechten oder besonders guten Regionen. Die Art der Ärgernisse oder auch positiv aufgefallenen Autofahrer werden ebenfalls erfasst. So können andere Fahrer bewerten, ob jemand viel zu schnell, sehr rücksichtslos, aggressiv, aber auch zuvorkommend und rücksichtsvoll gefahren ist. Zusätzlich zu den Regionen bzw. Kennzeichenkürzeln, die angegeben werden können, wird auch der Fahrzeugtyp und -hersteller abgefragt. Nicht nur die Region, sondern auch die Automarke wird also erfasst.
Eine Studie der Universität Chicago ergab, dass Verkehrsteilnehmer, die sich bewusst waren, dass sie an einer Studie zur Unfallreduzierung teilnahmen, deutlich umsichtiger fuhren oder handelten. So waren die Teilnehmer der Studie in 36% weniger Unfälle verwickelt als Nicht-Teilnehmer. Das Portal für die Fahrerbewertung möchte hier ansetzen und allein durch das Bewusstsein, dass man bewertet werden kann, eine zunehmende Sensibilisierung und Rücksichtnahme fördern. Letztendlich profitiert jeder von vernünftiger Fahrweise und weniger Unfällen: Haftpflicht- und Kaskoversicherungen stufen jeden zu Versichernden in Regionalklassen ein, die sich aus dem Zulassungsbezirk des zu registrierenden Fahrzeugs ergeben. Es ist also nicht unerheblich, ob es im jeweiligen Landkreis oder der jeweiligen Stadt statistisch gesehen viele oder wenige Unfälle gibt. Und die Zahlen der letzten Jahre sowie der Trend von zunehmender Rücksichtslosigkeit, Agressivität und gegenseitigen Beschimpfungen, die laut Fahrerbewertungsportal deutlich angestiegen sind, sprechen ihre eigene Sprache.













