(openPR) LIEBENAU – „Kaffeehausmusik mal anders“ hieß es bei der Eröffnung der Liebenauer Konzerte mit dem Quartett „Café Pikant“. Mit Violine, Klarinette, Kontrabass und Klavier begeisterten die Musiker aus Oberschwaben das Publikum. Dabei führten sie mit Tango, Klezmer, Swing und Filmmusik durch verschiedene Stile und Epochen. Aber bei diesem inklusiven Konzert, das offen für alle Besucher war, ging es nicht nur um das musikalische Erleben, sondern auch um die Teilhabe an Kultur für Menschen mit Behinderung. „Sie haben selten die Chance, ein öffentliches Konzert zu besuchen. Nun drehen wir die Sache um und holen die Kultur zu uns“, sagte Michael H. F. Brock, Vorstand der Stiftung Liebenau.
Von Tango bis Klezmer
Der Schlosssaal platzte an diesem Himmelfahrtsnachmittag aus allen Nähten. Eine gute Mischung aus Menschen mit und ohne Behinderung, Bewohnern und Angehörigen, lauschte den Klängen zu „Café Pikant“. Mit „Pink Panter“ und „Kriminaltango“ eröffneten sie den musikalischen Nachmittag. Zum energischen Geigenstrich von Theresia Weber jubilierte Georg Stankallas Klarinette. Die Basis legte Stephen Flaig mit dem Kontrabass und am Klavier begleitete Stefan Hund. Mit Hingabe intonierte das Quartett „Salut d’amour“. Eine jazzige Klavierimprovisation bereicherte die humorvoll-spritzige Melodie aus der Filmreihe „Miss Marple“. Mit „Libertango“ und „Oblivion“ spielten sie höchst einfühlsam zwei Stücke des Meisters des Tango Nuevo, Astor Piazzolla, bevor das Konzert mit temperamentvollem Klezmer weiter an Fahrt aufnahm.
Musik berührt alle Menschen
Mit höchster Aufmerksamkeit hörten die Konzertbesucher zu. Manche schlossen die Augen, andere wippten im Takt, wieder andere lächelten, wenn ihnen eine Passage besonders gut gefiel. Der herzliche Applaus fehlte natürlich bei keinem der 14 Stücke. „Wir sind fasziniert von der tollen Stimmung und der großen Offenheit, die uns das Publikum entgegengebracht hat“, sagte Stephen Flaig nach dem Konzert.“ Theresia Weber weiß, dass das Erleben von Musik über eine Ebene abläuft, die allen Menschen gleichermaßen zugänglich ist. „Musik berührt in uns die Seele, das Herz und all unsere Gefühle“, so die Geigerin. So erging es auch Dieter Würth und Elisabeth Mayr, die extra mit dem Bus von Ravensburg zum Konzert nach Liebenau gekommen sind. „Es hat uns sehr, sehr gut gefallen“, sind sich die beiden einig.
Drei weitere inklusive Konzerte geplant
In diesem Jahr wird es in Liebenau drei weitere inklusive Konzerte geben, wobei das Programm von Klassik bis zur zeitgenössischen Musik bewusst abwechslungsreich gehalten ist. Unterstützung bei der Organisation erhält die Stiftung Liebenau von Martin Dücker, dem ehemaligen Domkapellmeister von Stuttgart, der seit einigen Monaten den Liebenauer Chor leitet. Zu seinem Auftrag in der Stiftung Liebenau gehört es, eine Verbindung von Kunst und Menschen mit Behinderung zu schaffen.
Das nächste Konzert mit Preisträgern von „Jugend musiziert“ findet am Sonntag, 16. Juli, um 16 Uhr im Liebenauer Schloss statt.
_________________________________________










