(openPR) Unternehmen wie Bosch, Daimler, Siemens und Melitta haben eine Gemeinsamkeit. Es war eine patentfähige Erfindung geschaffen worden, die wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt wurde. Als ein Beispiel dafür, dass dieses Prinzip auch Ende des 20. Jahrhunderts noch funktionierte, ist die Firma Krinner zu erwähnen, deren Unternehmenserfolg mit einem innovativen Christbaumständer des privaten Erfinders Herr Krinner begann.
In vielen Fällen haben aber private Erfinder nicht die Fähigkeit oder den finanziellen Rückhalt, ihre Patentanmeldung oder ihr Patent selbst wirtschaftlich zu verwerten.
Von 2010 ist bis 2016 die Anzahl der Patentanmeldungen von 59.444 auf 67.898 gestiegen. Von der zuletzt genannten Zahl stammen 5,7% (3.870 Patentanmeldungen) von privaten Erfindern (Quelle: Jahresbericht 2016 des DPMA). Ungeachtet der Tatsache, dass üblicherweise nicht alle Patentanmeldungen zum Patent geführt werden können, verbleibt dennoch eine hohe Zahl von sinnvollen Innovationen, die ungenutzt verbleiben.
Welche Vorteile haben aber überhaupt Patente?
Ein Aspekt besteht darin, dass das entsprechende Unternehmen mit dem Schutzrecht werben kann, um das Image zu erhöhen. Ein viel wichtigerer Aspekt ist aber der, dass ein Patent ein Monopolrecht darstellt, denn allein der Patentinhaber (Erfinder bzw. Patentkäufer oder Lizenznehmer) ist befugt, ein Erzeugnis, das Gegenstand des Patents ist, herzustellen oder zu vertreiben.
Welchen Wert ein Patent tatsächlich besitzt, hängt vom Einzelfall ab. In einem Patentstreit zwischen Apple und dem Patentverwerter Smartflash hat kürzlich das Bundesberufungsgericht in Washington ein Urteil gekippt, dass Smartflash eine Entschädigung in Höhe von 532,9 Millionen Dollar für drei Patente zugesprochen hatte (Quelle: Handelsblatt vom 03.03.2017).
Nicht verwunderlich, wenn viele private Erfinder zu der Auffassung gelangen, dass ihre Erfindung bei einer Einmalzahlung mindestens 1 Million Euro wert wäre, was aber in den meisten Fällen als überzogen einzuschätzen ist. Als anderes Extrem werden auf einer großen Auktionsplattform Patente auch schon im vierstelligen Euro-Bereich angeboten.
Gemäß einer Studie des IDW aus dem Jahr 2006 liegen in deutschen Unternehmen über 95.000 Patente mit einem durchschnittlichen Wert von 150.000,- Euro brach (Quelle: www.ip-verwertung.info).
Hätte ein Unternehmen, das Christbaumständer herstellt, das Krinner-Patent (Christbaumständer mit Seilzugmechanismus) zu diesem Preis erworben und intelligent vermarktet, wäre die zuletzt genannte Summe ein echtes Schnäppchen gewesen.
Als Fazit ist zu vermerken: Unternehmen, die für Erfindungen offen sind, die Marktchancen derselben abzuschätzen vermögen und genügend Mut aufbringen, die Erfindungen umzusetzen, haben eine gute Chance, mit den ungehobenen Schätzen der Patente von privaten Erfindern einen guten wirtschaftlichen Erfolg zu generieren.













