(openPR) Zum Earth Day am 22. April
Darmstadt/Norderstedt, 22. April 2017. Der Planet Erde ist heute massiv bedroht. Wir Menschen haben ihn in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten in allen Bereichen verändert: Wir haben den Klimawandel herbeigeführt, wir haben Wälder vernichtet, Böden zerstört und die Meere verdreckt und ausgebeutet. Wir haben dazu beigetragen, dass sich heute vor unseren Augen wieder ein Massensterben abspielt, wie es wohl erst fünfmal in der Erdgeschichte vorkam. Wir haben in die Ökosysteme so sehr eingegriffen, dass sie ihre in Jahrmillionen der evolutionären Entwicklung entstandenen Funktionen kaum noch erfüllen können.
Menschlicher Einfluss wird immer deutlicher
Die Spuren des Menschen lassen sich heute bis in die entlegensten Gebiete der Antarktis und bis in die dunkelste Tiefsee hinein verfolgen: Überall finden sich Kunststoffpartikel, Giftstoffe oder Aerosole. Der Einfluss des Menschen auf diesen Planeten ist so prägend, dass Wissenschaftler bereits ein neues Erdzeitalter heraufbeschworen sehen: Das Anthropozän.
Der Autor Oliver Herchen stellt in seinem neuen Buch „Des Menschen Erde – Inferno Anthropozän“ dar, wie weit wir damit bereits gekommen sind, wie sehr wir Atmosphäre, Biosphäre, Pedosphäre und Hydrosphäre bereits verändert haben. Zwar musste die Erde in ihrer 4,6 Milliarden Jahre währenden Geschichte schon viele Katastrophen überstehen: Meteoriteneinschläge, Kontinentalverschiebungen, Klimaveränderungen, Erdbeben, Vulkanausbrüche. Sie wird den Rucksack, den wir ihr aufbürden, daher aller Voraussicht nach – zumindest vorerst – tragen können. Doch was für sie gilt, gilt für uns Menschen noch lange nicht. Für uns sind die fundamentalen Veränderungen unseres Lebensraums, denen wir uns ausgesetzt sehen und die wir selbst herbeigeführt haben, schließlich etwas völlig Neues. Mit unserem Handeln und der schonungslosen Ausbeutung der Natur bringen wir uns zunehmend selbst in Gefahr: Der Ast, auf dem wir sitzen, wird kontinuierlich dünner.
Gefahr wird kaum erkannt
Im Grunde genommen wissen wir, dass wir nicht weiter machen können wie bisher, dass wir etwas tun müssen. Und zwar dringend. Erstaunlicherweise veranlasst uns das dennoch nicht dazu, das Heft in die Hand zu nehmen. Wir beschäftigen uns viel lieber - so hat es den Anschein - mit uns selbst: Mit kriegerischen Auseinandersetzungen, mit aggressiven Diktatoren und unberechenbaren Präsidenten, mit Finanz- und Eurokrisen, mit Gewinnmaximierung, mit Arbeitsplatzsicherung und Wirtschaftswachstum. Obwohl der Schutz der Umwelt von den meisten von uns als wichtig erachtet wird und „Nachhaltigkeit“ und „Bio“ zu Modewörtern gereift sind, kommt das Thema im Bundestagswahlkampf des Jahres 2017 nicht vor. In unseren Schulen ist der Umweltschutz - außer vielleicht im Biologieunterricht - kaum Thema. Auch die Umweltbildung der Bundesbürger lässt zu wünschen übrig: Wer kann heute schon noch - wie es für unsere Großväter noch selbstverständlich war - zehn Baumarten zuverlässig auseinander halten, wer fünf Gräser benennen? Man hat heute das Gefühl, dass Umweltthemen immer hintan stehen, hinter der inneren Sicherheit, hinter internationalen Konfliktlösungen, hinter Wirtschafts- und Sozialthemen. In der öffentlichen Wahrnehmung scheint der "Umweltaktivist" beinahe schon ein solcher Exot zu sein wie der "Juchtenkäfer" – und obendrein noch genauso belächelt.
Umweltschutz muss oberste Priorität eingeräumt werden
Herchen erläutert, warum wir das nicht länger hinnehmen dürfen. Er schildert, wie weit die Menschheit mit der Zerstörung der Welt bereits gekommen ist. Wir seien buchstäblich dabei, unsere Lebensgrundlage zu vernichten, schreibt er. Darum müsse der Schutz unserer Umwelt wieder viel stärker in den öffentlichen und politischen Fokus rücken. Der Klimawandel sei nicht nur die größte Bedrohung, der sich die Menschheit je ausgesetzt sah, sondern er sei auch für die Umweltschutzbewegung fatal, da er alle anderen wichtigen Umweltthemen überstrahle und in den Hintergrund dränge, so dass ihre Wichtigkeit nicht mehr erkannt werde. Wenn die Menschheit jedoch eine Zukunft haben wolle, wenn wir unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Welt hinterlassen wollten, dann könnten wir nicht umhin, den Schutz unserer Umwelt und unserer natürlichen Ressourcen endlich dorthin zu setzen, wo er hingehört, nämlich an die Spitze der politischen Agenda.
Oliver M. Herchen: „Des Menschen Erde – Inferno Anthropozän“, Paperback, 400 Seiten, Verlag: Books on Demand, Norderstedt (erschienen am 31. März 2017), ISBN-13: 978-3741299124, 19,95 EUR, als E-Book 15,99 EUR, Einführungspreis: 13,99 EUR










