(openPR) Bei der Leber-Lebendspende für einen Erwachsenen wird in der Regel der rechte Leberlappen verpflanzt. Das Risiko ist weit höher als meist angenommen, teilt Dr. David C. Cronin (Yale University) mit. Etwa ein Prozent der Spender verstirbt, ein größerer Prozentsatz erleidet verschiedenste Komplikationen. Gelegentlich konnten Spender nur gerettet werden, indem sie selbst ein Transplantat erhielten.
Da der Empfänger nur eine Teilleber erhält, ist das Behandlungsergebnis oft ungünstiger als nach einer Ganzleber-Transplantation von einem Verstorbenen. Das langfristige Schicksal von Lebendspendern- wie ihren Empfängern ist nicht zu überblicken.
Kann unter diesen Perspektiven die Lebendspende verantwortet und empfohlen werden? Cronin und Kollegen zweifeln daran. Ihre Mindestforderung: Um die Risiken so gering wie möglich zu halten, sollten die bestmöglichen Auswahl- und Behandlungsverfahren gefunden und als Qualitätsstandard etabliert werden.
Bei der Lebendspende von Erwachsenen für kleine Kinder wird nur ein kleiner Leberteil übertragen; hier liegt das Risiko wesentlich niedriger: Nach zweitausend Transplantationen starben zwei Spenderinnen, jeweils die Mutter - eine in Deutschland, die andere in den USA. Bei der Nieren-Lebendspende wird das Risiko noch niedriger eingeschätzt: Nach ca. 4000 Transplantationen stirbt ein Spender.
D. C. Cronin II, P. A. Chiappori, M. Siegler:
The Changing Spectrum of Risk/Benefit in Living Organ Donation
in: Gutmann, Daar, Sells, Land (Eds):
Ethical, Legal, and Social Issues in Organ Transplantation
ISBN 3-89967-017-5, 560 pages, 60,- Euro










