(openPR) Concerto Köln eröffnet mit der Uraufführung des Musiktheaters „Tre Volti – Drei Blicke auf Liebe und Krieg“ am 28. April 2017 die 66. Ausgabe der Schwetzinger SWR Festspiele. Basierend auf Monteverdis Madrigal „Il Combattimento di Tancredi e Clorinda“ interpretiert das künstlerische Team um die Komponistin Annette Schlünz, die Librettistin Ulrike Draesner und den Musikalischen Leiter Jeremias Schwarzer sowie mit den Solisten Petra Hoffmann und Dietrich Henschel die Themen Liebe und Krieg aus heutiger Sicht. Dabei spannt die Begegnung von Alter und Neuer Musik einen Bogen über fast 400 Jahre Musikgeschichte.
Bis heute berührt die tragische Liebe des Kreuzritters Tankred und der Sarrazenin Clorinda in den Wirren der erbitterten Glaubenskriege um die heilige Stadt Jerusalem. Im Kampf verwundet Tankred einen anderen Ritter tödlich, muss in ihm jedoch seine Geliebte erkennen, die sterbend um die Taufe bittet. 1638 komponierte Claudio Monteverdi sein Madrigal, das thematisch auf Torquato Tassos 1574 veröffentlichtem Epos „Das befreite Jerusalem“ basiert. Dafür nutzte er neuartige und für seine Zeit revolutionäre musikalische Mittel. Die so entstandene einzigartige Ausdruckstiefe menschlicher Emotionen bildet den Höhepunkt dieser musikalischen Gattung. Die Musiktheaterproduktion „Tre Volti“ transformiert das Epos ins Heute, in dem Krieg und Liebe fast körperlos geworden sind. Themen wie die Unversöhnlichkeit von Liebe und Aggression, Ängste, Kontrollverlust, Gewalt und Gegengewalt sowie die Thematik der Religionskriege bilden universelle Motive, die in der modernen Lebenswirklichkeit genauso aktuell sind wie vor mehreren hundert Jahren. Tankred und Chlora trennen sich in der heutigen Version nach vielen Jahren Beziehung, gescheitert an der Sehnsucht nach Trost spendenden Berührungen und realen Beziehungen, die die virtuelle Welt unmöglich macht.
Concerto Köln ist seit vielen Jahren ein musikalischer Partner der Schwetzinger Festspiele, in diesem Jahr zum ersten Mal mit einer Uraufführung. Die Komponistin Annette Schlünz verwebt die Musik Monteverdis mit ihren eigenen, neuen Klängen. Szenisch ergänzen historische Aspekte die vielschichtigen politischen und sprachlichen Ebenen, die die von Spannungen durch Armut und Migration betroffene Welt darstellen. 2016 wurde die Schriftstellerin Ulrike Draesner mit dem renommierten Nicolas-Born-Preis für ihr künstlerisches Gesamtwerk ausgezeichnet. Concerto Köln gehört seit Jahren zu den Klangkörpern, die immer wieder in Schwetzingen zu hören sind. Nach Hasses „Leucippo“ (2014) und Cavallis „Veremonda“ (2016) wird mit „Tre Volti“ auch unter der neuen Intendanz von Heike Hoffmann die Zusammenarbeit fortgesetzt.
www.concerto-koeln.de
„Tre Volti – Drei Blicke auf Liebe und Krieg“ Musiktheater mit Monteverdi
Uraufführung, Auftragswerk der Schwetzinger SWR Festspiele
finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung
gefördert durch die Kunststiftung NRW
Musik: Annette Schlünz
Text: Ulrike Draesner
Besetzung:
Musikalische Leitung & Konzeption: Jeremias Schwarzer
Regie: Ingrid von Wantoch Rekowski
Bühne und Licht: Fred Pommerehn
Kostüme: José Luna
Dramaturgie: Tatjana Heiniger
Concerto Köln
Chlora und Clorinda: Petra Hoffmann
Tankred, Tancredi und Testo: Dietrich Henschel
Konzertmeisterin: Elfa Run Kristinsdottir
Vokalquartett: Hanna Herfurtner, Olivia Stahn, Lena Haselmann, Amélie Saadia
Tänzerin: Zaïda Ballesteros
Tänzer: Alberto Franceschini
Chitarrone und E-Gitarre: Lee Santana
Klarinette: Adam Starkie
Saxophon: Philippe Koerper
Akkordeon: Vincent Lhermet
Schlagzeug: Philipp Lamprecht
Termine:
28. April 2017, 19:00 Uhr (Premiere)
30. April 2017, 18:00 Uhr
Schwetzingen, Rokokotheater
Kinderkonzert
„Charly und die Zeitmaschine“ – Barocke Loops für große und kleine Hörer
Alexander Scherf, Moderation
29. April 2017, 15:00 Uhr
Schwetzingen, Jagdsaal

