(openPR) Musik und Tod, Krieg und Liebe, Albträume in Venedig, Olympische Höhen und Fahrten zur Hölle: Großes barockes Welttheater bietet das Programm des Festival Stuttgart Barock vom 17. bis 20. April 2008. Als eines der bedeutendsten Festivals für Alte Musik in Deutschland sind auch in diesem Jahr einige der gegenwärtig interessantesten Ensembles für Historische Aufführungspraxis zu Gast.
Den programmatischen Höhepunkt bildet 2008 die Uraufführung der Oper „Die Aeolsharfe oder Der Triumph der Musik und Liebe“ des schwäbischen Komponisten Justin Heinrich Knecht (1752-1817). Festivalleiter Frieder Bernius gelingt es damit, ein zentrales Werk (südwest)deutscher Musikgeschichte erstmals erlebbar zu machen. Die vieraktige Oper gilt als Hauptkomposition Knechts, ist jedoch bisher unaufgeführt. Ein Zerwürfnis des damaligen Hofkapellmeisters mit der Opernintendanz verhinderte 1807 die geplante Premiere in Stuttgart. Nach einer Aufführung in Knechts Heimatstadt Biberach an der Riß wird das Werk erstmals im Rahmen des Festival Stuttgart Barock (19. und 20. April) für eine breitere Öffentlichkeit zu erleben sein. Mit einer Podiumsdiskussion (19. April) und einem Konzert von Franz Raml mit Psalmen und Orgelwerken (20. April) wird das Portrait des schwäbischen Komponisten ergänzt.
Weiterhin sind in Stuttgart zu erleben: Jos van Immerseel und das Orchester Anima Eterna, auf Originalinstrumenten präsentieren sie Beethoven und Schubert (17. April). Die italienische Formation La Venexiana verbindet gekonnt das Theatralische mit dem Raffinierten und Populären, während Red Priest aus London die Musik ihres Namenspatrons, des „roten Priesters“ Vivaldi, mit der anderer barocker Meister und szenischen Überraschungen arrangiert. Beide Ensembles sind am 18. April zu Gast. Am 19. April führt María Cristina Kiehr mit Concerto soave das Publikum auf eine Achterbahn der Gefühle zwischen Olymp und Hölle.
Chor- und Orchesterleiter Frieder Bernius gründete 1987 das Festival Stuttgart Barock. Seit dieser Zeit hat es sich zu einem der bedeutendsten Podien für die neusten Tendenzen Alter Musik deutschlandweit entwickelt. Auch im 21. Jahr seines Bestehens bleibt das Festival damit dem Grundsatz treu, mit eingefahrenen Aufführungstraditionen zu brechen und das Repertoire um wenig oder gar nie Gehörtes zu bereichern. Herausragende Ensembles und Solisten der Historischen Aufführungspraxis sind regelmäßig zu Gast, so u. a. The Consort of Musicke, Concerto Köln, The London Classical Players, Freiburger Barockorchester, Musica Alta Ripa, ebenso wie Agnés Mellon, Emma Kirkby, Susanne Rydén, John Mark Ainsley, Markus Brutscher und Peter Kooy, um nur einige zu nennen.
Programm Festival Stuttgart Barock 2008:
Donnerstag 17.4.08, 20 Uhr, Liederhalle, Mozartsaal
Beethoven, Coriolan-Ouvertüre, Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur
Schubert, Symphonie Nr. 6 C-Dur
ANIMA ETERNA, Brüssel; Jos van Immerseel, Klavier und Leitung
Freitag, 18.4.08, 20 Uhr, Neues Schloss, Weißer Saal
Monteverdi, Madrigali Guerrieri et Amorosi
LA VENEXIANA, Mailand
Freitag, 18.4.08, 22 Uhr, Neues Schloss, Weißer Saal
Nightmare in Venice. A baroque Fantasy
RED PRIEST, London
Samstag, 19.4.08, 16 Uhr, Leonhardskirche
Zwischen Olymp und Hölle
MARÍA CRISTINA KIEHR, Sopran; CONCERTO SOAVE
Samstag, 19.4.08, 18 Uhr, Musikhochschule
Podiumsgespräch: Justin Heinrich Knecht und Stuttgart
GUNTER HAUG, Schwaigern; DR. MICHAEL LADENBURGER, Bonn
Moderation: Dr. Michael Gassmann
Samstag, 19.4.08, 19 Uhr, Musikhochschule
Sonntag, 20.4.08, 18 Uhr, Musikhochschule
Uraufführung
Justin Heinrich Knecht
Die Aeolsharfe oder Der Triumph der Musik und Liebe
KAMMERCHOR UND HOFKAPELLE STUTTGART
Dramaturgie: Bernd Schmitt; Leitung: Frieder Bernius
Sonntag, 20.4.08, 11 Uhr, Musikhochschule
Justin Heinrich Knecht: Psalmen und Orgelwerke; Niccolo Jommelli: Te Deum
HASSLER-CONSORT, Ochsenhausen; Franz Raml




