(openPR) Baden-Baden. Der Einsatz vieler engagierter Befürworter des Erhalts einer Musikschule in städtischer Regie hat sich gelohnt. Baden-Badens Clara-Schumann-Musikschule wird zum 30. September 2006 nicht geschlossen.
Am 27. Juni 2005 war das Todesurteil für die seit dem Jahr 1982 bestehende städtische Einrichtung mittels schriftlicher Erklärung der Verwaltung im Gemeinderat verkündet worden. Diese führte unter anderem aus, die der Musikschule aufgegebenen Einsparungen könnten bei weitem nicht erreicht werden, weswegen die Schule zum Schuljahresende 2005/2006 geschlossen werde. Eine recht allgemein gehaltene Begründung, die steigende Sozialkosten und geringere Zuweisungen aus der Einkommenssteuer sowie dem Finanzausgleich anführte, wodurch sich die ohnehin nicht gerade als erfreulich zu erkennende Finanzsituation der Stadt weiter verschlechtere, wurde vom Kulturbürgermeister der Stadt vorgetragen.
Vor dem zwingenden Hintergrund, den städtischen Haushalt zu konsolidieren, war diesem "Urteilsspruch" ein Monatelanges zähes Ringen um die Existenzerhaltung der bewährten Einrichtung vorausgegangen. Im Januar 2005 hatte die damalige Oberbürgermeisterin Sigrun Lang mit ihrer Auffassung, "Musiklehrer müssen wirklich nicht Mitarbeiter der Stadt Baden-Baden sein", das Verfahren sozusagen eröffnet. Behandelt wurde das Für und Wider die Musikschule in den Haushaltsberatungen des Gemeinderats für das Jahr 2005, die letztendlich darin gipfelten, der Musikschulleitung aufzugeben, sie solle eine Neukonzeption vorlegen, welche einen städtischen Zuschuss von 300000 Euro pro Jahr nicht überschreite. Gelänge diese Neukonzeption nicht, werde die Musikschule zum Schuljahresende 2005/2006 geschlossen. Dieser so genannte Doppelbeschluss des Gemeinderats räumte der Clara-Schumann-Musikschule eine, wenn auch geringe und mit erheblichen Mühen behaftete, Überlebenschance ein.
Mühe machten sich viele Befürworter einer öffentlich-rechtlichen Ausbildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit Voten für die Schule, mit Erarbeiten von Lösungsvorschlägen, mit der Suche nach möglichen privaten Geldgebern, welche im Falle, dass die doch recht kurzfristig zu erfüllende Aufgabe nicht so ganz gelänge, die Deckungslücke hätten schließen können und wollen. Die Verwaltung hingegen erweckte von Verfahrensbeginn an den Eindruck, nicht allzu sehr pro Musikschule initiativ zu werden, was sich in der Verwaltungsentscheidung vom 27. Juni 2005 manifestierte.
Die Folgezeit war angefüllt mit einer Vielzahl an Aktivitäten. Die einen kämpften weiter für ihre Clara-Schumann-Musikschule, die anderen suchten private Betreiber und verschickten Kündigungen an die 21 Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule, was etliche Arbeitsgerichtsprozesse nach sich zog.
Dann herrschte Wahlkampf in Baden-Baden. Im März 2006 sollte ein neues Stadtoberhaupt gewählt werden. Der eine der beiden chancenreichen Kandidaten war gegen eine städtisch getragene Musikschule. Der andere unterstrich die Notwendigkeit, einen Weg finden zu müssen, die bisherige Arbeit fortsetzen zu können. Letzterer hat nicht nur wegen dieser Auffassung die Wahl gewonnen und konnte am 12. Juni 2006 seinen Amtseid ablegen.
Binnen kürzester Zeit hat Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner ein Lösungsmodell für den Fortbestand der städtischen Musikschule erarbeitet, das am 17. Juli 2006 vom Hauptausschuss des Baden-Badener Gemeinderats gebilligt wurde, wie die Lokalpresse berichtete. Womit Baden-Badens Clara-Schumann-Musikschule die Möglichkeit erhält, im Jahr 2007 quicklebendig ihr 25jähriges Bestehen zu feiern.











