(openPR) Frankfurt am Main, 23.01.2017. Die regionalen Wirtschaftsförderer stehen in den kommenden Jahren vor einer großen Herausforderung: viele von Familienunternehmen geprägte Regionen haben einen großflächigen Generationswechsel vor sich. Vielen Regionen droht neben einem Fachkräftemangel zusätzlich ein Unternehmermangel. In Südhessen sind hiervon mehr als 5.000 inhabergeführte Mittelständler betroffen.
Auch in Südhessen droht Unternehmermangel – Studie des DIHK
Laut einer Analyse des Unternehmens K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten sind im Regierungsbezirk Darmstadt in den kommenden fünf Jahren zwischen 5.000 und 7.000 inhabergeführte Firmen mit dem Thema Generationswechsel konfrontiert. „Das entspricht rd. 20 Prozent aller in die Analyse einbezogenen Unternehmen“ teilt K.E.R.N-Partner Thomas Dörr mit. „Insgesamt könnte die Zahl noch höher liegen, da sich unsere Auswertung lediglich auf die über 60-jährigen Firmeninhaber und nur auf übergabefähige Unternehmen mit zumindest fünf Mitarbeitern bezieht.“ Bei etwa einem Drittel dieser Unternehmen hat der Inhaber das 65. Lebensjahr bereits überschritten. Wenn¬gleich viele Inhaber einen familieninternen Generations¬wechsel anstreben, findet sich statistisch in fast der Hälfte der Fälle kein geeigneter Nachfolger in der Familie. Auch die familienexterne Unternehmensnachfolge ist kein Selbstläufer. Einer aktuellen Studie des DIHK zufolge kommen in der Praxis im bundesweiten Schnitt fünf Alt-Inhaber auf einen Übernahmeinteressenten.
Anzahl von Unternehmensnachfolgen steigt
Deutschlandweit lassen sich mit Blick auf diese demo¬graphische Entwicklung drei generelle Trends erkennen:
1. Familienexterne Lösungen nehmen zu: Nur ein Teil aller Familienunternehmen wird innerhalb der Familie weiter¬geführt. Studien zufolge sank der Anteil der in der Familie weitergebenen Unternehmen in nur zehn Jahren um mehr als 30% auf etwa 34%. Nur etwa 17 % aller Familienunternehmen schaffen den Sprung in die dritte Generation.
2. Frühzeitige Vorbereitung des Generationswechsels wichtig: Viele Unternehmer beschäftigen sich zu spät oder gar nicht mit dem Thema ihrer eigenen Nachfolge. Und die Lage dürfte sich weiter zuspitzen: die meisten Unternehmer führen ihr Unternehmen bis weit ins Rentenalter. In nur zehn Jahren verdoppelte sich der Anteil der über 60jährigen Unternehmer in Deutschland.
3. Erfolgreich organisierte Generationswechsel stärken die regionale Wirtschaft: „Der Generationswechsel im Mittelstand ist eine der größten zukünftigen Herausforderungen für die wirtschaftliche Entwicklung vieler Regionen“, so die Einschätzung von K.E.R.N-Partner Dörr.
Wirtschaftsförderer, Kammern und Banken sind alarmiert und gezwungen, sich intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Denn zu späte Unternehmensnachfolgen verringern die Innovationskraft und verzögern die Modernisierung der betroffenen mittelständischen Firmen. Die daraus resultierende geringere Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gefährdet nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die regionale Wirtschaftskraft.
Was können Unternehmer tun?
Es ist so einfach wie komplex: Der Schlüssel für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge liegt in einer guten und frühzeitigen Vorbereitung. Denn die Planung einer Firmennachfolge und die strukturierte Suche nach einem Nachfolger sowie ein geordneter Übergabeprozess können sich über Jahre hinziehen.
Doch letztendlich können Wirtschaftspolitiker, Kammern und Wirtschaftsförderer nur auf dieses Thema aufmerksam machen. Den ersten Schritt muss ein betroffener Unternehmer selbst tun, wenngleich ihm erfahrene Nachfolgeberater dabei helfen können. Spätestens Ende 50 sollte ein Firmeninhaber beginnen, sich mit seiner eigenen Nachfolge zu beschäftigen.








