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Kürzungen am Theater: 70% sind eine Katastrophe

10.07.2006 • 13:53 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Nordhausen (smn). Die angekündigte Kürzung der Landeszuschüsse für die Theater Nordhausen/ Loh- Orchester Sondershausen GmbH um 3,4 Mio. Euro, also um etwa 70 Prozent, ist für uns eine Katastrophe. Sie würde faktisch das Aus für das Nordthüringer Kulturunternehmen bedeuten.
Mit einem derartigen Kürzungsvorschlag haben Theaterleitung und die vier Träger nicht rechnen können.
Seit ihrer Gründung 1991 als erste Theater-Orchester-Fusion in Thüringen ist die GmbH immer wieder große Schritte zur Kostensenkung gegangen. Von anfangs über 350 Beschäftigten arbeiten derzeit noch etwa 200 Mitarbeiter für das Unternehmen. Von 2002 bis 2004 ist die eigene Schauspielsparte abgewickelt und seit 2003 eine Kooperation mit dem Thüringer Landestheater Rudolstadt eingegangen worden, um Schauspiel aus Rudolstadt und Musiktheater und Ballett aus Nordthüringen gegeneinander auszutauschen. Die Beschäftigten tragen mit einem erheblichen Gehaltsverzicht zur Bestandssicherung bei.
In den vergangenen zwei Jahren hat die Theaterleitung gemeinsam mit den Trägern und Vertretern des Betriebsrats zahlreiche Modelle durchgerechnet. Aber mit der nun angekündigten Zuschusskürzung wäre die Theater-/Orchester-GmbH keinesfalls zu erhalten. Auch eine Landesbühne ist so nicht finanzierbar.
Während in den Zuschussvorschlägen für Erfurt-Weimar, für Meiningen und Altenburg-Gera eine realistische Perspektive enthalten ist, ist für die Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH kein Konzept erkennbar, es sei denn, die Landesregierung beabsichtigt, das Nordthüringer Kulturunternehmen kaputt zu sparen.
Für Nordthüringen würde dies den Verlust eines wesentlichen Standortfaktors bedeuten. Auf die Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH käme nach dem vorgelegten Papier die höchste Kürzung aller Kulturunternehmen in Thüringen zu. Dies ist ein politisches Signal für die Region, dass von Politik und Wirtschaft so nicht akzeptiert werden kann.
Lars Tietje
Intendant Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH
http://www.stadtmagazin-nordhausen.de/

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