(openPR) Verschwiegene Wasser – Roman von Stephan Hähnel
Der neue Roman von Stephan Hähnel konfrontiert den Leser mit einer heiklen Frage: Wenn das Erstgeborene ein Sohn ist, würden Sie sich dann noch für ein zweites Kind entscheiden?
Historischer Hafen Berlin an einem Spätsommertag. Schiffseigner Mathias Klausen, ehemaliger Professor für Biochemie an der Humboldt-Universität, reinigt wie jeden Morgen das Deck seines Ausflugdampfers "Spreeschnuppe". Dabei entdeckt er eine Frauenleiche im Wasser. Panik erfasst ihn. Bei der Toten handelt es sich um jene Studentin, die für das Ende seiner Karriere verantwortlich war.
Der Fall gibt Kriminalhauptkommissar Hans Morgenstern Rätsel auf. Ist es ein Zufall, dass die Tote von dem Mann gefunden wurde, der einmal unter Verdacht stand, sich an ihr vergangen zu haben? Die Ermittlungen fördern das Bild einer intelligenten, verschlossenen und höchst ambivalenten jungen Frau zutage. Die ehrgeizige Biochemikerin und Adoptivtochter eines bekannten Immobilienfinanziers forschte an einer Methode, die der massenhaften Tötung männlicher Küken entgegenwirken sollte. Doch bald findet Morgenstern heraus, dass ihre Forschung einen ganz anderen Zweck verfolgte. Ein Wirkstoff, der die Zeugung des Wunschsohns gewährleistet und weltweit gigantische Gewinne garantiert. Aber scheinbar hatte die junge Frau vor, ihre Entdeckung in eine Stiftung zu überführen, um die millionenfache Selektion von Neugeborenen nach dem Geschlecht zu beenden. Musste sie deswegen sterben?
Tatsächlich werden in zahlreichen Ländern Nordafrikas und Zentral- und Ostasiens Jungen gegenüber Mädchen bei Geburten bevorzugt. Neben der archaischen Einstellung, Jungen seien wertvoller, weil sie den Familiennamen weitertragen, hat der Mord an den unerwünschten Töchtern aber vor allen Dingen wirtschaftliche Gründe.
Seit es möglich ist, das Geschlecht durch Ultraschalluntersuchungen vor der Geburt zu bestimmen, wird in China, Indien, Südkorea und in zahlreichen weiteren Ländern ein sehr starker Überhang an registrierten Geburten von Jungen gegenüber Mädchen festgestellt. Grund dafür ist die gezielte Abtreibung weiblicher Föten. Aber auch in Europa ist tendenziell eine Bevorzugung männlicher Nachkommen statistisch nachweisbar.
Stephan Hähnels packender Krimi rückt ein hochbrisantes Thema in den Fokus: den Femizid, die Tötung von Menschen wegen ihres weiblichen Geschlechts. Überzeugend erzählt der zweite Band um den eigenwilligen Berliner Kommissar Hans Morgenstern von menschlichen Abgründen, den Gefahren der modernen Wissenschaft und greift in eine aktuelle ethische Diskussion von höchster Brisanz ein.












