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Jahrbuch Sucht: Wie Medikamente süchtig und abhängig machen

26.10.201616:58 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Jahrbuch Sucht: Wie Medikamente süchtig und abhängig machen
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.) Jahrbuch Sucht 2016
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.) Jahrbuch Sucht 2016

(openPR) Jahrbuch Sucht: Mindestens 1,5 Millionen Deutsche sind von Medikamenten abhängig. Hinzu kommt eine zumindest ähnlich große Zahl von Menschen, die sich an die Dauereinnahme unnötiger Medikamente gewöhnt haben. In beiden - kontinuierlich wachsenden - Patientengruppen sind riskante Arznei-Nebenwirkungen eher die Regel als die Ausnahme, berichtet Professor Dr. Gerd Glaeske im neuen Jahrbuch Sucht.

"Schlafmittel und Tranquilizer sind nach wie vor am häufigsten beteiligt, wenn es um Arzneimittelabhängigkeit geht. Insgesamt haben etwa vier bis fünf Prozent aller vielverordneten Arzneimittel ein Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial," kalkuliert Glaeske. Bei neueren Schlafmitteln und Tranquilizern wird häufig angenommen, ihr Suchtpotenzial sei geringer. Diese Erwartung wurde jedoch inzwischen in mehreren Studien widerlegt.

Die medikamentöse Schmerztherapie findet in Deutschland in erster Linie im Rahmen der Selbstmedikation statt. Hier sind Mischpräparate beliebt, die u.a. Koffein enthalten, also angenehm stimulieren, jedoch bei Dauereinnahme Magen, Leber, Nieren und andere Organe schädigen. Die Analgetika-Nephropathie ist eine klassische Folge und führt häufig zum vollständigen Nierenversagen. Experten, die die Beimischung von Koffein verbieten lassen und damit die Attraktivität der Präparate reduzieren wollten, haben sich nicht durchgesetzt.

Zu den meistverkauften Arzneimitteln gehören drei Schnupfenpräparate, die Wirkstoffe enthalten, die auf Dauer zur Gewöhnung führen können. "Daher dürfen diese Mittel nur fünf bis sieben Tage hintereinander angewendet werden, ansonsten gewöhnt sich die Nasenschleimhaut an den ´Reiz´ durch das Mittel, die Gefäße zusammenzuziehen." Bei Dauer-Anwendung werden die Gefäße geschädigt, die Durchblutung in der Nasenschleimhaut wird gestört: Die Schleimhaut schwillt immer wieder an, das ´Schnupfengefühl´ besteht weiterhin. Daher wenden viele Betroffene das Mittel weiterhin an - "zur Behandlung des Schnupfenmittel-bedingten Schnupfens."

Glaeske analysiert in seinem Beitrag detailliert unterschiedlichste Varianten des Medikamentenmissbrauchs. Das "Jahrbuch Sucht" bietet in Einzelbeiträgen die aktuelle Datenlage zu allen relevanten Suchtformen: Alkohol, Tabak, Illegale Drogen, Glücksspiel u.a..

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.) Jahrbuch Sucht 2016. 280 Seiten. Hardcover ISBN 978-3-95853-172-7. E-Book ISBN 978-3-95853-173-4

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