openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Jahrbuch Sucht 2019: Die Sucht wächst, das Darknet floriert

17.04.201914:21 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Jahrbuch Sucht 2019: Die Sucht wächst, das Darknet floriert
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2019
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2019

(openPR) Jahrbuch Sucht 2019: Fast acht Millionen Deutsche frönen einem riskanten Alkoholkonsum. Jährlich sterben mehr als 70.000 an den Alkohol-Folgen, berichtet das Jahrbuch Sucht 2019.



"Warum zählt Deutschland weltweit zu den Führungsnationen des Alkoholmissbrauchs - und bleibt europaweit Schlusslicht bei wirksamer Prävention?" Dr. Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), formuliert im Jahrbuch die Diagnose: "Beinah sämtliche Bundestagsparteien erhalten regelmäßig Spenden und andere Zuwendungen aus allen Bereichen der Alkoholindustrie bis hin zur Mitfinanzierung von Parteitagen und Mitgliederzeitungen."

"Wirkmächtiger noch dürften die massiven Alkoholinteressen in beinah jedem Wahlkreis sein. Die Wirtschaft der Alkoholrepublik ist landauf landab derart stark vertreten, dass selbst Drogenbeauftragte schon den segensreichen Weinanbau und -konsum in ihren Wahlkreisen bewarben. Dass der ´Botschafter des deutschen Bieres´, ein jährlicher PR-Titel der deutschen Bierindustrie, meist von prominenten und einflussreichen Politikern gespielt wird, müssen wir als Leuchtturmprojekt von Alkoholindustrie und Parteipolitik begreifen."

Daher überrascht es Raphael Gaßmann nicht, dass sich die Regierung gegenüber drei Kernforderungen der DHS chronisch taub stellt:

- Kein Alkoholverkauf an Minderjährige. Konsequenter, sanktionierter Jugendschutz, wie außerhalb von Deutschland weltweit erfolgreich
- Beschränkung der Werbung für Alkohol; etwa wie bei verschreibungspflichtigen Medikamenten und Waffen
- Einheitliche Abgaben auf alle Alkoholika gemäß Alkoholgehalt; auch zur Finanzierung von Präventions-, Frühinterventions-, Beratungs- und Therapieangeboten für alle.

Der Alkoholkonsum sinkt zwar in Deutschland wie in den Nachbarländern seit Mitte der 1970er Jahre leicht; doch in weit höherem Maß hat der Drogenkonsum zugenommen. Die Polizeistatistiken erfassen für 2017 ca. 330.000 Rauschgiftdelikte - 9,2% mehr als im Vorjahr. Crystal, Amphetamin, LSD, Kokain, Marihuana wurden häufiger denn je sichergestellt. Heroin und Cannabis wurde eher selten konfisziert, berichten Experten des Bundeskriminalamts im Jahrbuch Sucht. Wieweit die Daten neben den Fahndungsergebnissen auch den wirklichen Konsum widerspiegeln, lässt sich nicht beurteilen. Da die Drogengeschäfte zunehmend und risikoarm über das Darknet abgewickelt werden, dürfte die Dunkelziffer erheblich steigen.

Trinker und Drogenkonsumenten lernen offensichtlich mehr und mehr, mit ihrem Stoff umzugehen: Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss sank vom Jahr 2000 mit 27.375 (1.022 Todesopfer) bis zum Jahr 2017 auf 13.343 (231 Todesopfer). Die Zahl der Drogentoten sank von 1449 im Jahr 2008 auf 1272 im Jahr 2017. Allerdings scheint beim "Widerstand gegen die Staatsgewalt" noch immer in mehr als jedem zweiten Fall Alkohol der Auslöser.

>>Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2019. Pabst, 264 Seiten. Hardcover ISBN 978-3-95853-483-4. eBook ISBN 978-3-95853-484-1

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1045848
 632

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Jahrbuch Sucht 2019: Die Sucht wächst, das Darknet floriert“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Pabst Science Publishers

Bild: Praxis der Peritonealdialyse: Viele Vorteile werden bisher unterschätztBild: Praxis der Peritonealdialyse: Viele Vorteile werden bisher unterschätzt
Praxis der Peritonealdialyse: Viele Vorteile werden bisher unterschätzt
Die Handhabung und Ergebnisse der Peritonealdialyse haben sich während der letzten Jahrzehnte wesentlich verbessert. Das Verfahren kann in der primären, differenzierten Indikationsstellung - je nach individueller Situation des Patienten - der Hämodialyse überlegen oder gleichwertig sein. Dies wird bisher in der Fachwelt häufig übersehen. Die Autoren der European Best Practice Guidelines favorisieren, die Indikation für die Peritonealdialyse großzügiger zu stellen als bisher. Proff. Wolfgang Pommer, Andreas Vychytil und 41 nephrologische Kolle…
Bild: Politische Psychologie: Bundestagsabgeordnete nehmen Ungerechtigkeit anders wahr als ihre WählerBild: Politische Psychologie: Bundestagsabgeordnete nehmen Ungerechtigkeit anders wahr als ihre Wähler
Politische Psychologie: Bundestagsabgeordnete nehmen Ungerechtigkeit anders wahr als ihre Wähler
Bundestagsabgeordnete orientieren sich in Fragen der Verteilungsgerechtigkeit tendenziell eher am Bedürftigkeitsprinzip, während WählerInnen mehrheitlich das Leistungs- bzw. Gleichheitsprinzip vorziehen. Die Fachzeitschrift "Politische Psychologie" publiziert die empirische Studie "Gerechtigkeitsüberzeugungen von Bundestagsabgeordneten" in der aktuellen Ausgabe mit überraschenden Befunden. Die Psychologen Dres. David Reinhaus, Holger Jelich und Volker Tschuschke (Universität Köln) diagnostizieren bei den Parlamentariern eine "hohe Ungerechtig…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Jahrbuch Sucht 2014: Einheitlich hohe Alkoholsteuer würde das Komasaufen reduzierenBild: Jahrbuch Sucht 2014: Einheitlich hohe Alkoholsteuer würde das Komasaufen reduzieren
Jahrbuch Sucht 2014: Einheitlich hohe Alkoholsteuer würde das Komasaufen reduzieren
… oder Spirituosen, würde alle alkoholhaltigen Getränke im Preis steigen lassen und verhindern, dass einzelne Getränke als mehr oder weniger gefährlich" gelten. In ihrem "Jahrbuch Sucht 2014" analysieren Experten chronische und aktuelle Probleme. Die Hauptstelle für Suchtfragen stellt das Jahrbuch am Dienstag in einer Pressekonferenz vor (22. April, 11.30Uhr, …
Bild: Jahrbuch Sucht: Wie Alkoholkonsum das Leben von Angehörigen zerstörtBild: Jahrbuch Sucht: Wie Alkoholkonsum das Leben von Angehörigen zerstört
Jahrbuch Sucht: Wie Alkoholkonsum das Leben von Angehörigen zerstört
Jahrbuch Sucht 2018: Alkoholkonsumenten zerstören nicht nur ihre eigenen Lebensressourcen, sondern auch Gesundheit und Lebensqualität ihrer Angehörigen. Die krasseste Variante: Mehr als ein Viertel der Frauen trinkt auch während der Schwangerschaft Alkohol; daher kommen jährlich etwa 10.000 Babies mit einer fetalen Alkohol-Spektrum Störung - also unheilbar …
Sucht: Drogenkonsum führt zur Prostitution – und Prostitution führt zum Drogenkonsum
Sucht: Drogenkonsum führt zur Prostitution – und Prostitution führt zum Drogenkonsum
„Um die Sucht zu finanzieren, ist die Prostitution notwendig, und um die Prostitution auszuhalten, wird zum Suchtmittel gegriffen.“ Das „Jahrbuch Sucht 2012“ bestätigt, dass diese 25 Jahre alte Feststellung der damaligen Familienministerin Rita Süßmuth nach wie vor zutrifft. Ca. 400.000 weibliche Prostituierte leben derzeit in Deutschland, davon sind …
Bild: Jahrbuch Sucht: Wie Medikamente süchtig und abhängig machenBild: Jahrbuch Sucht: Wie Medikamente süchtig und abhängig machen
Jahrbuch Sucht: Wie Medikamente süchtig und abhängig machen
Jahrbuch Sucht: Mindestens 1,5 Millionen Deutsche sind von Medikamenten abhängig. Hinzu kommt eine zumindest ähnlich große Zahl von Menschen, die sich an die Dauereinnahme unnötiger Medikamente gewöhnt haben. In beiden - kontinuierlich wachsenden - Patientengruppen sind riskante Arznei-Nebenwirkungen eher die Regel als die Ausnahme, berichtet Professor …
Drogenhandel im Darknet: Neue Herausforderungen für Drogenpolitik und -hilfe
Drogenhandel im Darknet: Neue Herausforderungen für Drogenpolitik und -hilfe
… Heino Stöver vom Institut für Suchtforschung der Frankfurt UAS setzt auf Regulierung statt Repression Was ändert sich, wenn der Endkunde seine Drogen online im Darknet bestellt? Wer hat Zugangsmöglichkeiten und welche Zielgruppen nutzen den Online-Handel? Was bedeutet der neue Vertriebsweg für die Drogenhilfe und deren schadensminimierende Ansätze (Harm-reduction)? …
Bild: Jahrbuch Sucht: Immer seltener Alkohol am Steuer, immer weniger VerkehrstoteBild: Jahrbuch Sucht: Immer seltener Alkohol am Steuer, immer weniger Verkehrstote
Jahrbuch Sucht: Immer seltener Alkohol am Steuer, immer weniger Verkehrstote
Jahrbuch Sucht: Die 0,5 Promille-Grenze für Kraftfahrer und das Alkoholverbot für Fahranfänger sind erfolgreich. Während der letzten zehn Jahre haben die Alkoholunfälle um etwa ein Drittel und die Todesopfer um mehr als die Hälfte abgenommen, berichtet das Jahrbuch Sucht 2017 (Pabst Science Publishers). Die Zahl der Alkoholunfälle sank von 20.685 im …
Bild: Alkohol am Steuer immer seltener: Zahl der Unfalltoten um zwei Drittel gesenktBild: Alkohol am Steuer immer seltener: Zahl der Unfalltoten um zwei Drittel gesenkt
Alkohol am Steuer immer seltener: Zahl der Unfalltoten um zwei Drittel gesenkt
… 15.000 Alkoholunfälle mit verletzten Personen ereignen sich jährlich in Deutschland. Dies bedeutet einen Rückgang um etwa 50% gegenüber der Jahrtausendwende, berichtet das "Jahrbuch Sucht 2012". Männer sind sechsmal häufiger betroffen als Frauen. Fahren unter Alkoholeinfluss ist meist ein Delikt der jungen Generation; "führend" ist traditionell die Altersgruppe …
Bild: Jahrbuch Sucht: Opioid-Epidemie in Deutschland vermeidenBild: Jahrbuch Sucht: Opioid-Epidemie in Deutschland vermeiden
Jahrbuch Sucht: Opioid-Epidemie in Deutschland vermeiden
… das New England Journal of Medicine berichtet, sind die Ergebnisse für Herz- und Lungen- Transplantationen gut. Professor Dr. Gerd Glaeske warnt im aktuellen Jahrbuch Sucht vor einer vergleichbaren Entwicklung in Deutschland: "Opioide haben ihren evidenzbasierten Einsatz vor allem bei tumorbedingten Schmerzen. Zwar wird davon ausgegangen, dass in Deutschland …
Bild: Jahrbuch Sucht: Hohe Zigarettenpreise senken den NikotinkonsumBild: Jahrbuch Sucht: Hohe Zigarettenpreise senken den Nikotinkonsum
Jahrbuch Sucht: Hohe Zigarettenpreise senken den Nikotinkonsum
Jahrbuch Sucht: Rauchen ist mehr und mehr out. In sozial benachteiligten Schichten war Nikotin bisher besonders stark gefragt; auch diese Tendenz geht zurück. Inzwischen rauchen "nur" noch etwa ein Drittel der erwachsenen Männer und ein Viertel der erwachsenen Frauen, berichtet das Jahrbuch Sucht 2016. Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung liegt …
Bild: Jahrbuch Sucht: Private Krankenversicherungen diskriminieren AlkoholkrankeBild: Jahrbuch Sucht: Private Krankenversicherungen diskriminieren Alkoholkranke
Jahrbuch Sucht: Private Krankenversicherungen diskriminieren Alkoholkranke
Private Krankenversicherungen lehnen die Finanzierung einer Suchtbehandlung grundsätzlich ab. Das "Jahrbuch Sucht 2015" kritisiert die Diskriminierung als "existenzbedrohend" und weist darauf hin, dass Suchttherapie chronische Folgeerkrankungen verhindern kann. Die anfängliche Einsparung löst damit eine überproportionale Kostenlawine aus. Die Problematik …
Sie lesen gerade: Jahrbuch Sucht 2019: Die Sucht wächst, das Darknet floriert