(openPR) Die Form der Schilddrüse ähnelt einem Schmetterling: Sie sitzt unterhalb des Kehlkopfs und ihre zwei Seitenlappen – der Lobus dexter und der Lobus sinister – sind durch einen Mittellappen – den Isthmus – verbunden, was an einen Schmetterling erinnert. Die Schilddrüse eines gesunden Erwachsenen ist ungefähr so groß wie eine Walnuss und wiegt zwischen 18 (bei Frauen) und 60 Gramm (bei Männern).
Was tut die Schilddrüse?
Zu den Aufgaben der Schilddrüse gehört die Regulierung unseres Hormonhaushaltes durch die Bildung der beiden Hormone Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (Thyroxin) (T4). Diese Hormone sind lebenswichtig für den Menschen. Sie zählen zu den sogenannten Botenstoffen und regulieren die Geschwindigkeit des Stoffwechsels. Die Schilddrüse ist für fast alle überlebenswichtigen Körperfunktionen zuständig:
• Stoffwechsel
• Herz-Kreislauf-System
• Magen-Darm-Trakt
• Nerven
• Muskeln
Weiterhin hat sie auch auf die Psyche, die Fruchtbarkeit und das Wachstum von Nägeln, Haut und Haaren Auswirkung. Daher ist es äußerst wichtig, gerade bei Kinderwunsch, die Schilddrüse checken zu lassen. Denn das kleine Organ beeinflusst im Mutterleib auch das Wachstum des Fötus. Das bedeutet also, dass der Nachwuchs sich nur gesund entwickeln kann, wenn die Schilddrüse der Mutter richtig arbeitet.
Schilddrüsenüber- und Unterfunktion
Die Schilddrüsenunterfunktion – Hypothyreose – zeichnet sich durch einen verlangsamten Stoffwechsel aus, da nicht genügend Hormone gebildet werden. Symptome der Unterfunktion können Gewichtszunahme, Müdigkeit, Frieren und Entkräftung sein. Hinzu können Konzentrations- oder Gedächtnisschwäche, Haarausfall oder auch chronische Verstopfung kommen.
Die Hyperthyreose ist die lateinische Bezeichnung für die Schilddrüsenüberfunktion. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse werden zu viele Hormone gebildet. Hier schlagen die Symptome sozusagen ins Gegenteil um: Betroffene leiden unter anderem an Gewichtsverlust, obwohl sie genügend Nahrung zu sich nehmen. Weitere Symptome sind übermäßige Schweißbildung, Rastlosigkeit, Durchfall und ein sehr hoher Puls.
Weitere Anzeichen für eine Fehlfunktion der Schilddrüse
Der sogenannte Kropf – medizinisch Struma – kann aufgrund von Schwellungen an der Schilddrüse oder aufgrund einer Knotenbildung entstehen. Er kann sowohl Symptom einer Unter- als auch einer Überfunktion sein.
Die Ursache für die Knotenbildung kann auf den Mangel von Jod zurückgeführt werden. Eine erwachsene Person benötigt täglich ca. 0,2 Milligramm Jod. Es wird mit der Nahrung aufgenommen und gelangt über die Verdauung ins Blut und somit in die Schilddrüse. Leidet der Körper unter einem Jod-Mangel, vergrößert sich die Schilddrüse. Dadurch versucht sie, mehr Jod herauszufiltern.
Ein Ultraschall der Schilddrüse kann Auskunft über Form und Größe der Schilddrüse geben. Weiterhin gibt die Untersuchung durch das Einnehmen eines radioaktiven Medikaments (Szintigrafie) Aufschluss über die Funktionen einzelner Teilbereiche. Weist ein Schilddrüsen-Bereich eine gesteigerte Funktion auf, so wird dieser Bereich als „heißer Knoten“ bezeichnet. Bereiche, die nur wenig der radioaktiven Substanz aufnehmen, nennt man „kalte Knoten“. In seltenen Fällen können diese kalten Knoten ein Anzeichen für Krebs sein.
Gut zu wissen! Man kann nicht von einer direkten Erblichkeit von Strumen (Kröpfen) sprechen. Allerdings kann die Veranlagungen zur schlechteren Jod-Aufnahme vererbt werden.
Welche Therapieformen gibt es?
Bei Strumen aufgrund von Jodmangel werden jüngeren Patienten oft Schilddrüsenhormon-Tabletten in Kombination mit Jod-Tabletten verordnet. Innerhalb von zwölf Monaten setzt in der Regel eine Besserung ein – die Struma schrumpft also. Bei älteren Patienten verbleibt oft nur die Operation als Therapiemöglichkeit. Sowohl bei der Schilddrüsenüber- als auch bei der Schilddrüsenunterfunktion werden Medikamente verabreicht. Die Überfunktion wird durch das Medikament ausgebremst und bei der Unterfunktion nimmt der Patient einen Wirkstoff zu sich, der dem körpereigenen Schilddrüsenhormon entspricht.
Bei der Überfunktion kann während der Therapiephase eine Spontanheilung einsetzen. Die Unterfunktion muss meist ein Leben lang medikamentös behandelt werden.
Weitere Informationen unter: http://www.gesundheitsnetzwerk-sbk.de/aktuelles/aktuell-detail/article/die-schilddruese-glandula-thyroidea-kleines-organ-grosse-wirkung.html.







