(openPR) Mit einer Protestaktion vor dem Bundesverkehrsministerium wollen Magdeburger Bürger das Schiffshebewerk Rothensee an der Elbe retten. Am Freitag (7. Juli 2006, 11.15 Uhr) werden ca. 100 Magdeburger Politiker und Un-ternehmen vor dem Bundesverkehrsministerium symbolisch ein „Blaues Band“ durchschneiden. Der Magdeburger Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper wird 56.000 Protestunterschriften an den parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Ulrich Kasparick übergeben.
Mit der Aktion soll gegen die fragwürdige Schließung des Schiffshebewerks Rothensee an der Elbe protestiert werden. Das zweitälteste und voll funktionsfähige Schiffshebewerk wurde am 1. Juli durch das Bundeswirtschaftsministerium geschlossen. Laut dem Magdeburger Oberbürgermeister Trümper sind dadurch Umsatzeinbrüche der Tourismusbranche in der Re-gion vorhersehbar.
Schließung konterkariert 60 Millionen Investition in „Blaues Band“
Seit 1999 hatten das Land Sachsen-Anhalt, die Europäische Union und die regionale Wirtschaft über 60 Millionen Euro in den Ausbau des so genannten „Blauen Bandes“ investiert. Mit diesem Programm wurden die touristischen Attraktionen und die Wasserstraßen der Region für einen sanften, ökologischen Tourismus auf der Elbe ausgebaut. Entstanden sind u.a. Bootsanleger, Sportboothäfen, Fahrgastschiffterminals, Wassertouristikzentren, Campingplätze und Ufergastronomie. Nach der Schließung des Schiffshebewerkes können Sport- und Freizeitboote diesen Teil der Elbe nicht mehr benutzen. Auch die Angebote der verschiedenen Schifffahrts- und Tourismusunternehmen seien infrage gestellt.
Das Bundesverkehrsministerium hatte in seinem Sparbeschluss argumentiert, dass das Schiffshebewerk nach Inbetriebnahme einer neuen Schleuse vor wenigen Wochen nicht mehr für die großen Schiffe der Güterbinnenschifffahrt benötigt werde. Dies sei zwar richtig, so der Magdeburger Oberbürgermeister, jedoch habe das Berliner Ministerium in seiner Berechung außer Acht gelassen, dass das 1938 eröffnete und voll funktionsfähige Hebewerk auch eine erhebliche Bedeutung für den überregionalen und regionalen Tourismus sowie für den Wassersport hat. Für Sport- und Touristikboote ist die neue Schleuse nicht benutzbar.
Neues Gutachten: Stilllegung kostet 1 Million Euro - Weiterbetrieb erwirtschaftet 8,9 Millionen
Dies bestätigt auch das jüngste Gutachten des Binnenschifffahrtsexperten Prof. Dr. Jürgen Schwark (FH Gelsenkirchen). Dieses empfiehlt im Gegensatz zum Bundesverkehrsministerium den saisonalen Weiterbetrieb. Laut Gutachten würde der Weiterbetrieb bis zum Jahre 2026 regionalökonomische Effekte in Höhe von 8,9 Millionen Euro erzielen, während die Schließung über 1 Million Euro kostet.
Pressetermin:
Freitag, 7. Juli 2006, 11.15 Uhr, vor dem Eingang des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Invalidenstraße 44, 10115 Berlin
Für Fotojournalisten und Kamerateams:
Die besten Fotomotive werden erwartet, wenn gegen 11.45 Uhr ca. 100 Politiker, Oberbürgermeister von Städten der Region, Landräte, Unternehmer, Kapitäne der Weissen Flotte sowie Magdeburger Bürger symbolisch ein riesiges Blaues Band zerschneiden.
Ort: Vor dem Eingang des Ministeriums










