(openPR) Österreichische Studie mit Heuschnupfen-Medikamenten beweist: auf die Applikation kommt es an. Neue Wiener Pollen-Provokationskammer genießt internationale Anerkennung.
Die Art und Weise, wie ein Medikament eingenommen wird, hat offenbar einen entscheidenden Einfluss auf die Wirksamkeit. Eine aktuelle Studie(1) einer Wiener Forschergruppe an Heuschnupfen-Patienten bestätigt das sehr eindrucksvoll. In dieser Untersuchung wurde ein Antihistaminikum – eine bewährte Wirkstoffgruppe gegen Heuschnupfen (allergische Rhinitis) – in Form eines Nasensprays (Wirkstoff Azelastin) mit einem Antihistaminikum in Tablettenform (Wirkstoff Desloratadin) und als Kontrolle einem Plazebo, also einem Scheinmedikament ohne Wirkstoff, verglichen. Dabei war der Nasenspray den Tabletten und dem Plazebo in mehrfacher Hinsicht überlegen.
Wirkung bereits nach 15 Minuten
Das direkt auf die Nasenschleimhaut aufgetragene Azelastin entfaltete bereits nach 15 Minuten seine Wirkung: das Jucken und das Laufen der Nase ließen nach, die Nase wurde frei. Diese Effekte beurteilten die Patienten nach Verabreichung des Nasensprays als sehr viel besser als nach Einnahme der Tabletten. Die Wirkung der Tabletten setzte erst nach zweieinhalb Stunden ein. Deshalb waren auch mehr als zwei Drittel der Patienten mit dem Nasenspray zufrieden, aber nur die Hälfte mit den Tabletten. Getestet wurde in der neuen, weltweit einzigartigen Provokationskammer des Allergiespezialisten Univ.-Prof. Dr. Friedrich Horak an der Universität Wien. Mit dieser in Europa führenden Untersuchungsmethode sind erstmals standardisierte Tests möglich, die eine hohe Aussagekraft haben.
Professor Horak: „Azelastin ist ein antiallergischer Wirkstoff, dessen pharmakologische Aktivität weit über ein Antihistamin hinaus geht. Das hat zur Folge, dass nicht nur Niesreiz und Juckreiz gedämpft wird, sondern auch das lästige Nasenrinnen und die beschwerliche Nasenblockade. Wendet man den Wirkstoff als Nasenspray an, so tritt die antiallergische Wirkung besonders schnell ein. Bereits nach 15 Minuten spürt der Patient die Erleichterung. Eine solche Anwendung empfiehlt sich besonders, wenn der Leidensdruck nicht zu hoch ist und eine kontinuierliche Behandlung mit Antihistaminen nicht erforderlich erscheint oder aber auch, wenn der Leidensdruck so extrem hoch ist, dass die lokale Anwendung zusätzlich zur Dauermedikation Erleichterung verschafft.“
Die „Wiener Provokationskammer“
steht neuerdings in ihrer 3. Ausführung im „Allergiezentrum Wien West“ zur Verfügung. Es handelt sich dabei um die modernste Technik die es ermöglicht, die Wirksamkeit antiallergischer Behandlungen zu überprüfen. Im Untersuchungsraum wird eine allergenträchtige Atmosphäre aufgebaut, die absolut reproduzierbar über Stunden hinweg gleichförmige Allergiereaktionen auslösen kann. Die Allergenbelastung kann wahlweise durch Pollen erfolgen (z.B. Gräserpollen, Birkenpollen, Japanische Zedern Pollen,…) oder aber auch durch ganzjährig aktuelle Allergene wie die Hausstaub Milbe, Katzenhaare etc.. In dieser Form ist die Anlage weltweit einzigartig.
Ein Team von österreichischen Wissenschaftern verschiedenster Spezialitäten betreut alle internationalen Forschungsprojekte. Entwicklungszentren aus Europa, USA und Japan zählen zu den steten Auftraggebern. Eine enge Kooperation zwischen dem Allergie Zentrum Wien West und der Medizinischen Universität Wien ermöglicht es, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in die Praxis umzusetzen. Ein kürzlich in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Clinical Experimental Allergy“ erschienenes „Internationales Consensus Paper“ würdigt die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten dieser Technik.
Wirkung an Ort und Stelle
Wirkstoffe, die über die Nasenschleimhaut dorthin gelangen, wo die Entzündungsprozesse bei Heuschnupfen stattfinden, schonen den Organismus. Azelastin richtet sich sofort auf der Nasenschleimhaut gegen spezielle Botenstoffe, die bei allergischen Reaktionen außer Kontrolle geraten sind. Tabletten hingegen kommen erst nach dem Umweg über den Magen-Darm-Trakt an den Ort des Geschehens. Das erklärt, warum es so lange dauert, bis eine Wirkung eintritt.
(1) Es handelt sich um eine randomisierte, Plazebo kontrollierte, doppelblinde Studie:
Horak et al., Azelastin Nasal Spray and Desloratadine Tablets in Pollen-Induced Seasonal Allergic Rhinitis: A Pharmacodynamic Study of Onset of Action and Efficacy, Curr Med Res Op: 22, 2006, P1-P7
Recherche-Kontakt:
Ao. Univ.-Prof. Dr. Friedrich Horak
Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten
1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20
Telefon: (01) 40400 3336
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