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Modellprojekt: In diesem Hotel putzt jeder selbst

21.09.201609:01 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Modellprojekt: In diesem Hotel putzt jeder selbst
Modellprojekt der Kolping Akademie: 14- bis 21-jährige Flüchtlinge wohnen im neuen Lehrlingswohnheim
Modellprojekt der Kolping Akademie: 14- bis 21-jährige Flüchtlinge wohnen im neuen Lehrlingswohnheim

(openPR) Neben unbegleiteten minderjährigen werden erstmals auch über 18-jährige Flüchtlinge in einer Wohngruppe auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereitet.

Stadtbergen. Beim Tag der Begegnung gewährten die Bewohner des neuen Lehrlingswohnheims für Flüchtlinge im ehemaligen Parkhotel Einblick in ihr Leben und ihr neues Zuhause. Auch Staatssekretär Hintersberger überzeugte sich selbst vor Ort von diesem Modellprojekt, das die Politik so nur in Ausnahmefällen vorsieht.



Samstag, 12 Uhr, Ankunft im Hotel. Baklava, gefüllte Weinblätter, Gözleme verströmen ihren Duft. Was wie der Beginn einer schönen Urlaubsreise klingt, war der Beginn des Tages der Begegnung, zu dem die Kolping Akademie am Samstag, 17. September 2016, in ihr neues Lehrlingswohnheim für Flüchtlinge nach Stadtbergen eingeladen hatte. Gut 50 Personen waren der Einladung gefolgt und machten sich direkt vor Ort ein Bild von den jungen Flüchtlingen, deren Alltag und neuem Zuhause. Politiker, darunter auch Staatssekretär Johannes Hintersberger, MdL Dr. Simone Strohmayr, MdL Harald Güller, MdL Herbert Woerlein, der Erste und Zweite Bürgermeister von Stadtbergen, Paulus Metz und Michael Smischek, Augsburgs Dritter Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer und viele Stadträte zeigten ihr Interesse ebenfalls durch einen Besuch des Modellprojekts. Die Kolping Akademie, namentlich deren Stellvertretender Geschäftsführer Frank Jelitto, hat dieses bayernweit einmalige Projekt gemeinsam mit Christine Hagen, Jugendamtsleiterin des Landkreises Augsburg, und Sabine Nölke-Schaufler, Jugendamtsleiterin der Stadt Augsburg erdacht und umgesetzt. Das Besondere ist, dass im Wohnheim auch unbegleitete 18-21-jährige Flüchtlinge mit Blick auf eine berufliche und soziale Verselbständigung betreut werden.

Ganz im Sinne dieses Verselbständigungsprojekts hatten die 30 Bewohner des Lehrlingswohnheim für Flüchtlinge im Vorfeld selbst eingekauft, kulinarische Köstlichkeiten ihrer Herkunftsländer zubereitet und den Tag der Begegnung vorbereitet. Auffallend war die Begeisterung, die die Heimbewohner an den Tag legten, und wie offen sie auf die Besucher zugingen. Man merkte, dass sie von ihrem – neuen – Leben erzählen wollten. Da viele in der Kürze der Zeit schon sehr gut Deutsch gelernt hatten, gelang ihnen das auch ohne größere Probleme. Unter anderem in Staatssekretär Johannes Hintersberger fanden sie einen willigen Zuhörer. Er erfuhr, dass einige Flüchtlinge bereits Praktika gemacht haben oder eine Lehre beginnen konnten: als Bäcker, Maler oder Automechaniker. Sie erzählten, dass sie gerne Kricket spielen würden, was es in Stadtbergen nicht gibt. Und er machte ihnen Mut, dass sie mit Fleiß und Ausdauer zu einem guten Schul- und Berufsabschluss gelangen würden.

Die Heimbewohner leben mit der Unterstützung von sieben Pädagogen, zwei Berufscoaches, zwei Hauswirtschafterinnen und einer Putzhilfe weitgehend selbständig im ehemaligen Parkhotel. Dass sie nach dem gelungenen Tag der Begegnung beim Aufräumen und Putzen helfen, versteht sich von selbst. Schließlich möchten sie alle so bald wie möglich ein eigenständiges Leben in Deutschland führen – mit allem, was dazu gehört.


Hintergrund

Während der Staat eines besondere Betreuung von Jugendlichen vorsieht, wird dieser Sonderstatus nur in Ausnahmefällen über den 18. Geburtstag hinaus gewährt. Das ist auch bei Flüchtlingen so: Die Förderung für Betreuung und Versorgung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge durch den Staat endet in der Realität meist am Tag der Volljährigkeit.

Zwar hat ein Volljähriger nicht mehr denselben Förder- und Betreuungsbedarf wie ein Minderjähriger. Die berufliche und soziale Integration ist mit dem 18. Geburtstag jedoch oft noch nicht abgeschlossen, so dass eine bedarfsgerechte Unterstützung auch für Volljährige sinnvoll und nötig ist. Die Kolping Akademie betreut bereits seit 2014 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in ihren Wohnheimen und macht diese Erfahrung täglich neu. Aus diesem Grund wollte sie neue Wege gehen und in einem Modellprojekt auch Flüchtlinge nach ihrem 18. Geburtstag betreuen.
Die Kolping Akademie konnte für dieses Projekt zwei Jugendämter, das des Landkreises Augsburg und das der Stadt Augsburg, als Partner gewinnen. Bemerkenswert ist nicht nur diese Zusammenarbeit, sondern auch, dass die Jugendämter bereit sind, auch Mittel für die Betreuung Volljähriger einzusetzen, was nicht die Regel ist. 30 Flüchtlinge, davon 16 minderjährige und 14 im Alter zwischen 18 und 20 Jahren werden in diesem bayernweit einmaligen Modellprojekt derzeit in Stadtbergen betreut.

Die jungen Volljährigen besuchen tagsüber eine Berufsintegrationsklasse, einen Deutschkurs, eine Schule, absolvieren eine Ausbildung o. ä. In ihrer freien Zeit in der Wohngruppe stehen den jungen Menschen pädagogische Fachkräfte zur Verfügung, die sie in alltäglichen Fragen beraten, sie im schulischen, beruflichen und auch im privaten Alltag begleiten.

Pädagogische Grundlage des pädagogischen Handelns bilden die christlichen Grundsätze von Adolph Kolping, das Konzept der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch (den jungen Menschen dort abholen, wo er steht) sowie der Kompetenzansatz nach Heinrich Roth.

Das Modellprojekt der Kolping Akademie zur Verselbständigung junger Flüchtlinge ist im ehemaligen Parkhotel in Stadtbergen beheimatet. Das wirtschaftliche Risiko liegt bei der Kolping Akademie.

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