(openPR) Es ist eher die Regel statt die Ausnahme: In den deutschen Wartezimmern finden sich Exponate, die man eher einem Antiquariat zuordnen müsste: Von der Struwwelpeter-Ausgabe der 70er Jahre über das Malbuch mit den zehn kleinen Negerlein reicht die Buchauswahl, die Ärzte gerade ihren kleinen Patienten offerieren. Es fehlen ganze Seiten, und man gewinnt fast den Eindruck, als hätte die Sprechstundenhilfe den häuslichen Speicher entrümpelt und alten Lesestoff elegant entsorgt.
Dabei wird dem Thema Leseförderung in Deutschland viel Beachtung geschenkt. Bereits in der Grundschule legt man Wert auf sinnvolle und altersgerechte Literatur und folgt dem Ausspruch Astrid Lindgrens: „Lesen ist ein grenzenloses Abenteuer der Kindheit“. Dagmar von Briel, eine erfahrene Bibliothekarin, hat sich nun des Dilemmas in den ärztlichen Wartezimmern, aber auch in den Kinderkliniken und Kinderhospizen angenommen und die „BücherBox“ fürs Wartezimmer entwickelt. Aus ihrer Tätigkeit in der Unikinderklinik München, dem Dr. von Haunerschen Kinderspital, weiß sie, welche Bücher in welchem Alter Sinn machen. „Das können zeitlose Klassiker sein, bunte Geschichten und Tierbücher“, sagt die Unternehmerin, die mit dieser Idee den ersten Preis beim Münchner Businessplan-Wettbewerb gewann, und inzwischen längst nicht nur Kinderärzte von der Box überzeugen konnte. Von Briel denkt auch an Kinder aus Familien mit einer anderen Muttersprache und bietet fremdsprachige Titel an. Sie kann sich auf eine Studie der Universität Bremen berufen, nach der 75 Prozent aller Ärzte angeben, dass im Wartezimmer viel gelesen wird. Mehr als die Hälfte der Befragten vertreten zudem die Meinung, dass sich gute Literatur positiv im Rahmen einer Gesundheitsförderung auf Kinder auswirkt.
Den Aussagen der Ärzte zufolge ist die BücherBox im Wartezimmer ein „Eyecatcher“. In vielen Fällen hat sie die lose herumliegenden Kinder- und Jugendbücher ersetzt und bekommt Lob vor allem auch von den Eltern. Dagmar von Briel, die mit ihrem Forum Lesegern in der bayerischen Landeshauptstadt gestartet ist, will das System bundesweit ausbauen. Mittelfristig ist auch eine Stiftung geplant, um gerade Kinderhospize und Kliniken noch besser mit Lesestoff versorgen zu können.
Weitere Informationen auf der Website des Anbieters http://www.lesegern.de.









