(openPR) Die Galerie Norbert Nieser zeigt vom 17. September bis 6. November 2016 die Ausstellung "Unterwegs nach Kamtschatka" des Künstlers Matthias Jung.
Collagen haben Jung schon immer fasziniert. Bereits als Kind entwickelte er Fotos im Labor seines Vaters und fügte sie mit Klebstoff und Schere zu fantastischen Gebilden zusammen. Die digitalen Möglichkeiten der Bildbearbeitung erlauben es ihm heute, traumartige Kompositionen fotorealistisch umzusetzen. Die Logik der Collagen entspricht der eines Traumes, der ja im Grunde auch eine Collage ist, zusammengesetzt aus Realitätsschnipseln. Entscheidend dabei ist nicht, was diese Schnipsel inhaltlich darstellen, sondern für was sie stehen - es geht um Assoziationen. Architektonisches Detail wecken solche Assoziationen. Sie wirken gemütlich, arrogant oder auf unheimliche Weise transzendent. Matthias Jung: "Spannend wird es, wenn zwischen den einzelnen Assoziationen einer Collage so etwas wie ein Gespräch entsteht. Dann merke ich, dass ein Bild funktioniert". Mit Photoshop kann ein Haus fliegen oder ein Berg aus Häusern bestehen. Die Glaubwürdigkeit spielt dabei aber immer eine große Rolle. Auch die virtuelle Architektur des Künstlers muss sich an der Realität orientieren. Photoshop sollte nur vorsichtig eingesetztes Werkzeug sein. Nie darf die Software die Anmutung eines Bildes bestimmen. Matthias Jungs Arbeiten schaffen Visionen und Bilder, die durchaus kritisch zu interpretieren sind. Oftmals erst auf den zweiten Blick erkennt der Betrachter die Sichtweise und Intention des Künstlers, so steht er zum Beispiel ganz unerwartet einer Hausfassade gegenüber, die nirgendwohin führt. Die Mauern ragen ins Nichts und die Fenster geben den Blick auf den Himmel dahinter frei. So eine Störung verweist auf eine andere, nur angedeutete Realität.
Matthias Jung 1972 in Ostwestfalen geboren, lebt und arbeitet in Asperg bei Ludwigsburg, seine Werke werden auch international präsentiert, unter anderem in Tel Aviv und Sankt Petersburg. Neben seinen fotografischen Arbeiten ist er in den letzten Jahren mit einem eigenen Theaterprogrammen aufgetreten.













