(openPR) Neue Anbieter – FinTechs – machen sich daran, die Vermögensverwaltung komplett zu digitalisieren. Solche neuen Tools sind zwar günstiger und einfacher als die herkömmliche Vermögensverwaltung – obsolet ist diese aber deswegen noch lange nicht.
Sein Vermögen am Sonntagabend auf dem Sofa am Tablet verwalten, das Portfolio automatisch überwachen und optimieren – 7 Tage die Woche und an 24 Stunden. Das ist keine Zukunftsmusik, sondern bereits Realität, zumindest in den USA und im Vereinigten Königreich. Die bankenunabhängigen Anbieter, die der herkömmlichen Vermögensverwaltung das Fürchten lehren wollen, heissen Betterment, Wealthfront oder Nutmeg. Auch hierzulande sind erste Anbieter mit rein digitalen Angeboten und automatischen Handelssystemem am Start. So zum Beispiel ForexGT, das Düsseldorfer Unternehmen mit ihrem vollautomatischen Handelssystem (Expert Advisor) NavigatorFX. Und weitere stehen in den Startlöchern.
Die neuen Robo-Advice-Plattformen und automatischen Handelssysteme richten sich an Selbstentscheider mit grosser Technologieaffinität. Im Klartext: Millenniums, also die Jahrgänge 1977 bis 1998. Doch nicht nur für diese Zielgruppe sind diese Plattformen attraktiv. Die Gruppe, die derzeit am stärkten digitalisiert wird, ist die Generation 55+. Das heisst: Viele dieser Menschen erwerben derzeit ein Smartphone oder ein Tablet und wagen die ersten Schritte in der digitalen Welt.
Der entscheidende Vorteil solcher Plattformen ist ihre Einfachheit. Mit wenigen Klicks kann der Nutzer sein persönliches Chancen-/Risikoprofil erstellen lassen. Dabei werden nicht nur Fragen zur persönlichen Lebens-und Finanzsituation gestellt, sondern auch Verhaltensfragen aus dem Bereich Behavioural Finance. Aufgrund der Ergebnisse schlägt die Plattform anschliessend ein auf die Risikofähigkeit abgestimmtes Wertschriftenportfolio vor. Zentral für den Erfolg sind die Benutzerführung und das Benutzererlebnis. In wenigen Minuten erhält ein geübter Anleger einen ersten Investitionsvorschlag. Anschliessend kann er auf spielerische Weise die Positionen verändern, das Risiko erhöhen oder verkleinern, bis er mit der Zusammenstellung zufrieden ist.
Die Reduzierung aufs Wesentliche hat jedoch nicht nur Vorteile. Denn bei einer gesamtheitlichen und langfristigen Vermögensverwaltung sollten alle Vermögenswerte berücksichtigt werden, dazu zählen auch Immobilien und Vorsorgepläne. Zudem gibt es in menschlichen Biografien entscheidende Lebensabschnitte, wie die Geburt des ersten Kindes, den Kauf einer Immobilie, den Gang in die Selbständigkeit, eine Scheidung oder die Pensionierung. Diese Ereignisse sorgen für einen erheblichen Beratungsbedarf, den diese Tools nicht befriedigen können. Die Unzulänglichkeiten der automatisierten Vermögensverwaltung spielen den traditionellen Vermögensverwalter und Banken in die Hände. Schliesslich sind umfassende Beratungen ihr Kerngeschäft, das sie bereits seit Jahrzehnten betreiben. Doch auch bei traditionellen Geldhäusern und Finanzdienstleister sind Bestrebungen im Gange das Wealth Management zu digitalisieren.
Beide Modelle haben ihre Daseinsberechtigung. Letztlich entscheidet der mündige Kunde, was er will. Die Robo-Advice-Plattformen und automatischen Handelssysteme haben eine junge Vergangenheit und stehen mit ihrem Angebot erst am Anfang. Das Wachstum beginnt erst und Weiterentwicklungen, wie beispielsweise individuelle Produktselektion und virtuelle Anlageberatung könnten das Geschäftsmodell der traditionellen Vermögensverwalter ergänzen.








