(openPR) Die Stiftung Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen unterstützt mit 4.000 Euro die Vereine „Wildwasser Esslingen e.V.“ und „Frauen helfen Frauen Esslingen e.V.“ – Gesprächsrunde zu aktuellen sozialen Themen.
Für Frauen und Kinder in Not sind die Vereine „Wildwasser Esslingen e.V.“ und „Frauen helfen Frauen Esslingen e.V.“ eine wichtige Anlaufstelle. Die Stiftung Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen fördert die Vereine, die sich gegen sexualisierte und häusliche Gewalt einsetzen, mit insgesamt 4.000 Euro. Bereits in den vergangenen Jahren war es der Kreissparkassenstiftung ein wichtiges Anliegen, die beiden Hilfsorganisationen mit Spenden zu unterstützen, wie Oliver Kolb, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kreissparkasse und Regionalbereichsleiter Privat- und Individualkunden Esslingen betont. Anlässlich der Scheckübergabe sprach er gemeinsam mit David Gerstner, Regionalbereichsleiter Unternehmenskunden Esslingen und Bereichsleiter Corporate Finance sowie mehreren Vereinsvertreterinnen über aktuelle soziale Themen.
Sarah Maier von „Frauen helfen Frauen Esslingen e.V.“ sorgt sich vor allem wegen der drangvollen Enge, die nicht nur im Esslinger Frauenhaus, sondern in praktisch allen baden-württembergischen Frauenhäusern herrsche. „Das Problem ist der Wohnungsmarkt. Hilfe suchende Frauen finden keine Wohnung und bleiben deshalb sehr lange bei uns“, sagte Maier. Professor Dr. Julia Gebrande vom Vorstand von „Wildwasser Esslingen e.V.“ – registriert zudem eine Zunahme psychischer Erkrankungen. Ein Grund: Notsituationen von Frauen würden immer wieder zu sexuellen Übergriffen ausgenutzt.
Hinzu komme, dass auf der Straße lebende Frauen versuchten, ihre Notsituation zu verbergen. „Sie sehen das den Frauen oft nicht an, aber alle Menschen in prekären Lebenslagen – vor allem auch Kinder – sind besonders gefährdet, dass jemand versucht, ihre abhängige Position zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse zu benutzen“, erklärte die Wissenschaftlerin.
Die Teilnehmer der Gesprächsrunde, zu denen auch „Frauenhaus“-Praktikantin Katrin Keller sowie Isabelle Schall vom seit bald 25 Jahren bestehenden Verein „Wildwasser“ gehörten, waren sich einig, dass Themen wie sexuelle und häusliche Gewalt erst allmählich ins Bewusstsein der Öffentlichkeit dringen. „Selbst in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte waren dies lange Zeit Randthemen“, stellte Prof. Dr. Gebrande fest. Zwar habe sich die Einstellung vieler Bürger seit den Skandalen 2010 und der Silvesternacht 2015 in Köln spürbar geändert. Zudem würden sich immer mehr Betroffene offenbaren.
Mit der aktuellen Rechtslage und den im Vergleich zu anderen Straftaten vergleichsweise geringen Sanktionen wiederum zeigte sich indes keiner der Gesprächsteilnehmer zufrieden. „Die Opfer leiden meist ein Leben lang an den Folgen der Tat, wohingegen ein Täter juristisch oft nach kurzer Zeit von der Schuld befreit ist“, verdeutlichte Prof. Gebrande. Die Wissenschaftlerin plädierte dafür, das Bagatellisieren solcher Formen von Gewalt durch mehr Öffentlichkeit zu beenden, warnte aber gleichzeitig davor, diese zu dramatisieren.










