openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Strategien gegen den Ärztemangel

03.06.201616:17 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Die hausärztliche Versorgung im südlichen märkischen Kreis steht langfristig auf wackeligen Füßen. In einigen Gebieten gibt es schon jetzt zu wenig niedergelassene Hausärzte. Der Blick in die Zukunft sieht nicht rosig aus. Denn einige Allgemeinmediziner in Lüdenscheid und Umgebung stehen kurz vor der Rente. Nachfolger sind nicht in Sicht. Um gemeinsam Strategien gegen den Ärztemangel zu entwickeln, trafen sich daher Vorstandsmitglieder des Ärztenetzes MK-Süd, mit Vertreterinnen der Ärztekammer Westfalen-Lippe, der Stadt Lüdenscheid, des Märkischen Kreises und der Märkischen Kliniken zu einem ersten Gespräch am Klinikum Lüdenscheid. Weitere sollen folgen.


„Bereits im Januar schlossen zwei Allgemeinmediziner ihre Praxen aus Altersgründen“, berichtete Dr. Olaf Loke, Vorstandsmitglied des Ärztenetzes MK-Süd, der Runde. Und weitere werden folgen, wie der niedergelassene Nierenarzt weiß. Ihre Patienten müssen sich an die verbleibenden Hausärzte im Stadtgebiet wenden. In Zukunft werden also immer weniger Ärzte immer mehr Patienten versorgen.
„Die meisten Ärzte wissen im praktischen Jahr schon sicher, dass sie Fachärzte werden wollen“, ergänzten Dr. Dieter Schnalke, ärztlicher Direktor des Klinikums Lüdenscheid und Prof. Dr. Joachim Lorenz, Klinikdirektor der Klinik für Lungenheilkunde aus ihrer langjährigen Erfahrung einen wichtigen Aspekt. Dafür gibt es klare Motive: Die Angst vor ungeregelten Arbeitszeiten und der großen Verantwortung der hausärztlichen „Einzelkämpfer“ scheuten viele.
Doch wie lässt sich in und um Lüdenscheid diese Entwicklung aufhalten? Eine Option: die Ausbildung soll dem Nachwuchs mehr Einblicke in die Arbeit eines Hausarztes geben. Dies, so gaben Ulrike Jankowai und Christiane Kirchartz von der Ärztekammer Westfalen-Lippe zu bedenken, erschwert die aktuelle Weiterbildungsverordnung. Internisten bekommen die Ausbildungszeit in einer allgemeinmedizinischen Praxis nicht anerkannt, wenn sie sich doch dazu entschließen, fachärztliche Internisten werden zu wollen „Das schreckt viele ab“, ist sich Dr. Gudrun Benkhofer vom Ärztenetz sicher. Zusammenschlüsse einzelner niedergelassener Hausärzte zu Gemeinschaftspraxen sei vielleicht eine andere Möglichkeit, um die Attraktivität wieder zu steigern.
Dass dem Klinikum Lüdenscheid sehr daran gelegen ist, so viele Ärzte wie möglich im nächsten Umfeld anzusiedeln, daran ließ Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken keinen Zweifel. Schon jetzt muss das Klinikum auf den starken Zustrom der Patienten reagieren. „In unserer Notfallaufnahme sind wir häufig hausärztlich tätig“, so Kehe.
Einen Schlüssel zum Erfolg sahen die Vertreter des Ärztenetz in der regionalen Ausbildung junger Ärzte. Denn Statistiken zeigten, dass sich in einem Radius von 25 Kilometer rund um ihre Ausbildungsstätte 80 Prozent der ausgebildeten Ärzte niederlassen. Seit 2011 gibt es im Märkischen Kreis zudem einen Ausbildungsverbund für Allgemeinmediziner, der nun auf die Interessen und Prioritäten der Akteure im südlichen Kreisgebiet angepasst werden soll. Daher waren alle Beteiligten froh, dass Dirk Aengeneyndt für die Stadt Lüdenscheid und Volker Schmidt für den Märkischen Kreis mit am Tisch saßen. Bei zukünftigen Gesprächsrunden, darin waren sich alle Beteiligten einig, soll die Kassenärztliche Vereinigung als wichtiger Ansprechpartner verstärkt mit einbezogen werden.
Um Formen der ärztlichen Zusammenarbeit soll sich eine Strategietagung des Ärztenetz MK-Süd im Herbst im Seminarzentrum des Klinikums Lüdenscheid drehen. Dabei ist es das Ziel, möglichst viel niedergelassene Ärzte aus Lüdenscheid mal an einen Tisch zu bringen. „Die Lage ist ernst und wir müssen alle an einem Strang ziehen“, brachte es Dr. Dirk Meinke, Vorsitzender des Ärztenetzes, für alle auf den Punkt.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 906219
 1325

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Strategien gegen den Ärztemangel“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Märkische Kliniken GmbH

Bei Stress: Besser Sport treiben als auf der Couch liegen
Bei Stress: Besser Sport treiben als auf der Couch liegen
Nach einem stressigen Tag entspannt auf die Couch fallen oder lieber doch den Kopf beim Sport freibekommen? Silvia Apel, Krankenschwester und langjährige Mitarbeiterin des Patienten-Informations-Zentrums am Klinikum Lüdenscheid, gab am letzten Dienstag zur Veranstaltung der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" eine eindeutige Antwort: Besser einige sportliche Übungen, einen Spaziergang oder das Laufband gegen die Couch eintauschen. Stress sei eine natürliche Reaktion des Körpers, erklärte sie und begann in ihrem Vortrag mit einem Rüc…
Die faszinierende Welt der Bienen
Die faszinierende Welt der Bienen
"Bienen sind die Seele des Sommers", sagte einmal ein Lyriker. "Bienen sind ein Wunder der Natur", sagte Michael Deitenbach, Leiter der Physikalischen Therapie am Klinikum Lüdenscheid und engagierter Hobbyimker am vergangenen Dienstag im Rahmen seines Vortrags der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken". Die Bedeutung der fleißigen Bienen für die tägliche Ernährung für Mensch und Tier, der Aufbau ihres Volkes, ihr Fleiß - ihre "bestechenden" Tugenden standen im Fokus seines lebendigen und interessanten Vortrags. "Jeder von uns kann durch…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: CW1 Group launches innovative project to solve the shortage of doctorsBild: CW1 Group launches innovative project to solve the shortage of doctors
CW1 Group launches innovative project to solve the shortage of doctors
PressemitteilungCW1 Group startet innovatives Projekt zur Lösung des Ärztemangels und zur Steigerung der Effizienz im GesundheitswesenStockholm, 4. Oktober 2024 — Pedro Stark, CEO der CW1 Group, verkündete vergangenen Freitag im Rahmen einer exklusiven gesellschaftlichen Veranstaltung die Einführung eines bahnbrechenden Pilotforschungsprojekts, das in …
Bild: Wozu braucht das Land noch Ärzte?Bild: Wozu braucht das Land noch Ärzte?
Wozu braucht das Land noch Ärzte?
… insbesondere in den Fällen, wo die Berufsverbände unablässlich verkünden, dass die Pflegenden einen beachtlichen Beitrag in den Regionen leisten können, wo insbesondere ein Ärztemangel vorherrscht. Es drängt sich der Eindruck auf, dass es den Berufsverbänden u.a. auch darauf ankommt, ihren Aufstieg in der Professionalisierungsskala der besonders bedeutsamen …
Der Landärztemangel nimmt erschreckende Ausmaße an. Auch Schleswig Holstein ist betroffen
Der Landärztemangel nimmt erschreckende Ausmaße an. Auch Schleswig Holstein ist betroffen
Stormarn. Die sozialpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Schleswig Holstein Anita Klahn sieht im geplanten Gesetz gegen den Landärztemangel eine große Chance für Schleswig Holstein. „Wir setzen in Zukunft auf Regionalisierung statt wie bisher auf Zentralisierung“, betont Klahn. Der drohende Ärztemangel zeichnet sich unter anderem im Landkreis Stormarn …
Bild: Krankenkassen sollen Heilpraktikerleistungen erstattenBild: Krankenkassen sollen Heilpraktikerleistungen erstatten
Krankenkassen sollen Heilpraktikerleistungen erstatten
Deutsche bevorzugen Naturheilverfahren - Drohenden Ärztemangel kompensieren Deggendorf. Es ist keine neue Erkenntnis: die Deutschen bevorzugen Naturheilverfahren und vor allem naturheilkundliche Arzneimittel. Mehr als 80 Prozent der Menschen in unserem Land ziehen natürliche Medikamente den chemischen Keulen der Pharmaindustrie vor. Dies ist ein Grund, …
Bild: Deutschland droht ein Ärztemangel - Vorbericht zum 7. Rheinischer Kongress für Gesundheitswirtschaft in KölnBild: Deutschland droht ein Ärztemangel - Vorbericht zum 7. Rheinischer Kongress für Gesundheitswirtschaft in Köln
Deutschland droht ein Ärztemangel - Vorbericht zum 7. Rheinischer Kongress für Gesundheitswirtschaft in Köln
… Kongress für Gesundheitswirtschaft (30.09. – 01.10.09) referiert neben zahlreichen weiteren Experten der Hauptgeschäftsführer des Marburger Bunds, Armin Ehl. Er spricht über den drohenden Ärztemangel in Deutschland und erläutert die Gründe. Hauptursache für den zukünftigen Ärztemangel ist laut Ehl die Überalterung der Ärzteschaft. Bis 2017 würden 77.000 …
Bild: Startschuss für die digitale LandarztpraxisBild: Startschuss für die digitale Landarztpraxis
Startschuss für die digitale Landarztpraxis
… ist es, die vorhandenen Ressourcen ideal auszunutzen, um Versorgungsengpässen vorzubeugen und Wartezeiten zu reduzieren. Mittlmeier ist davon überzeugt, dass digitale Technologien die Auswirkungen des Ärztemangels auf dem Land zumindest abfangen können. Gründe für diesen Ärztemangel sind neben der Bereitschaft von jungen Ärzten, auf dem Land zu leben …
Bild: Der Arztberuf verliert für Ärzte an Attraktivität - Viele Ärzte befürchten einen zukünftigen ÄrztemangelBild: Der Arztberuf verliert für Ärzte an Attraktivität - Viele Ärzte befürchten einen zukünftigen Ärztemangel
Der Arztberuf verliert für Ärzte an Attraktivität - Viele Ärzte befürchten einen zukünftigen Ärztemangel
… in den Ballungsräumen bzw. Großstädten. Angesichts der Erwartungen, dass es künftig immer weniger attraktiv sein wird, als Arzt zu arbeiten, sind Befürchtungen über einen zunehmenden Ärztemangel in der Ärzteschaft weit verbreitet. Die überwältigende Mehrheit von 85 Prozent geht davon aus, dass es landesweit zu einem Ärztemangel kommen wird. Im Hinblick …
Ärzte und Patienten brauchen solides Fundament
Ärzte und Patienten brauchen solides Fundament
… sie in Deutschland bliebe, bezahlte sie über den Rest ihres Lebens netto 1,08 Mio. EUR an den Staat zurück. Die GFB warnt vor dem Ärztemangel, der insbesondere durch die demografischen Veränderungen des Versorgungsbedarfs entsteht, aber auch durch die Altersstruktur des Arztbestandes selbst, durch rückläufige Studierenden- bzw. Absolventenzahlen und …
Arzthelferinnen schätzen die Vorteile einer Landarztpraxis
Arzthelferinnen schätzen die Vorteile einer Landarztpraxis
Defizit an Medizinern verändert Tätigkeitsbereich der MFA Der Ärztemangel in Deutschland ist ein latent aktuelles Thema. Artikel und Fachbeiträge verdeutlichen eins immer wieder: Die flächendeckende medizinische Versorgung in Deutschland ist zukünftig gefährdet. Spätestens 2020 wird es einen Engpass geben. Vor allem, weil sich der Medizinernachwuchs …
„Der Notarzt aus dem Internet“ – Arbeiten gegen den drohenden Ärztemangel
„Der Notarzt aus dem Internet“ – Arbeiten gegen den drohenden Ärztemangel
„Der Notarzt aus dem Internet“ – Arbeiten gegen den drohenden Ärztemangel Vermittlung von und für (Not-) Ärzte in Deutschlandwww.Notarzt-Marktplatz.de ist ein Webportal, das in ganz Deutschland Ärzte und Notärzte, sowie medizinisches Fachpersonal vermittelt und betreut. Was zunächst als ein Projekt Ende 2009 durch den damaligen Studenten, Florian Jung, …
Sie lesen gerade: Strategien gegen den Ärztemangel