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Vordringen in neurochirurgische Grenzbereiche dank multimodaler Bildgebung und Neurophysiologie

09.05.201615:08 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Vordringen in neurochirurgische Grenzbereiche dank multimodaler Bildgebung und Neurophysiologie

(openPR) Gehirntumore nahe motorischer oder visueller Bahnen, im Hirnstammbereich oder gar Hirnnerven umwachsend, stellen eine der größten Herausforderungen in der Neurochirurgie dar. Einerseits sollten Tumore, die ohnehin nicht immer sicher von gesundem Gewebe zu differenzieren sind, größtmöglich entfernt werden (1, 2). Andererseits birgt dies jedoch die Gefahr, neurologische Funktionen zu beinträchtigen.



Der Neurochirurg kann sich hier die Möglichkeiten der modernen medizinischen Bildgebung zunutze machen. So lassen sich präoperativ mittels MRT nicht nur anatomische Strukturen des Gehirns, sondern auch hirneigene Leitungsbahnen und funktionelle Areale lokalisieren, was für den Operateur zum Beispiel für das Auffinden solcher Hirngebiete, die z.B. für die Motorik und für die Sprache relevant sind, entscheidend ist.

Diese Daten können in ein Neuronavigationssystem importiert werden, welches sowohl eine dreidimensionale oder auch eine landkartenähnlich planare Rekonstruktion der Bilder, als auch die Darstellung der Position der chirurgischen Instrumente im Gehirn während der Operation ermöglicht (3). Dadurch kann der Chirurg den Abstand zu kritischen Strukturen einschätzen und diese schonen.
Bei Operationen von hirneigenen Tumoren kommt dem intraoperativen MRT eine besondere Bedeutung zu, da noch während der Operation das Ausmaß der Tumorentfernung überprüft und gegebenenfalls vervollständigt werden kann, was wiederum die Prognose der Patienten signifikant beeinflusst. Dieser Zusammenhang konnte in einer hochrangig publizierten Studie der Universitätsklinik für Neurochirurgie Frankfurt am Main nachgewiesen werden (4).

Während die Bildgebung zerebrale Strukturen erkennen lässt, ermöglichen neurophysiologische Untersuchungsverfahren die Beurteilung und Überwachung der Funktionen dieser Strukturen. So konnte gezeigt werden, dass bei Anwendung des intraoperativen neurophysiologischen Monitorings während Tumoroperationen bedeutend weniger Patienten postoperative Funktionseinschränkungen aufweisen, bei zugleich größerem Ausmaß der Tumorentfernung (5).
Doch nicht nur in der Tumorchirurgie, auch bei Operationen von Gefäßmissbildungen, epilepsiechirurgischen und komplexen Wirbelsäuleneingriffen kommen neurophysiologische Untersuchungen zum Einsatz.
Wird ein Patient hingegen an einer Läsion in oder nahe einem für Sprache relevanten Areal operiert, so ist die Operation am wachen Patienten dennoch weiterhin das Vorgehen der Wahl, um trotz weitestgehender Tumorentfernung die Sprachfunktion des Patienten auch während der Operation überwachen und damit erhalten zu können (6).

All diese Aspekte der modernen Neurochirurgie sind nicht nur Teil des Behandlungsspektrums der Universitätsklinik für Neurochirurgie Frankfurt am Main, sondern auch Schwerpunkte der 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie. Neben neuen Behandlungsstrategien und Forschungsergebnissen etablierter Verfahren werden jüngere Untersuchungsmethoden wie die navigierte transkranielle Magnetstimulation oder neue Arten der Faserbahndarstellung ebenso wie neue Verfahren zur Sprachtestung auf hohem wissenschaftlichem Niveau präsentiert.

Prof. Dr. Prabhu (Houston, USA), Prof. Dr. De Witt Hamer (Amsterdam, Niederlande) und die Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für Intraoperative Neurophysiologie, Frau Prof. Dr. Szelényi (München) zählen zu den international angesehensten Experten auf ihrem Gebiet und werden mit Vorträgen und ihrer Kongressteilnahme das Programm bereichern.

Die 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie in Frankfurt am Main verspricht eine der spannendsten deutschsprachigen medizinischen Tagungen des Jahres 2016 zu werden.

PD Dr. med. Marie-Thérèse Forster, Universitätsklinikum Frankfurt


1. Ius T, Isola M, Budai R, et al. Low-grade glioma surgery in eloquent areas: volumetric analysis of extent of resection and its impact on overall survival. A single-institution experience in 190 patients: clinical article. J Neurosurg 2012;117:1039-52.
2. Marko NF, Weil RJ, Schroeder JL, Lang FF, Suki D, Sawaya RE. Extent of resection of glioblastoma revisited: personalized survival modeling facilitates more accurate survival prediction and supports a maximum-safe-resection approach to surgery. J Clin Oncol 2014;32:774-82.
3. Forster MT, Heindl N, Hattingen E, et al. Brain surface reformatted imaging (BSRI) for intraoperative neuronavigation in brain tumor surgery. Acta Neurochir (Wien) 2015;157:265-74; discussion 74.
4. Senft C, Bink A, Franz K, Vatter H, Gasser T, Seifert V. Intraoperative MRI guidance and extent of resection in glioma surgery: a randomised, controlled trial. Lancet Oncol 2011;12:997-1003.
5. Duffau H, Lopes M, Arthuis F, et al. Contribution of intraoperative electrical stimulations in surgery of low grade gliomas: a comparative study between two series without (1985-96) and with (1996-2003) functional mapping in the same institution. J Neurol Neurosurg Psychiatry 2005;76:845-51.
6. Serletis D, Bernstein M. Prospective study of awake craniotomy used routinely and nonselectively for supratentorial tumors. J Neurosurg 2007;107:1-6.



Terminhinweis:
67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC)
12. – 15. Juni 2016
Congress Center Messe Frankfurt
Anmeldung und Infomationen: www.dgnc.de/2016

Pressekonferenz: Montag, 13. Juni 2016. 10:30 – 11:30 Uhr

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