(openPR) Sahara – ein Resumé
(4. Juni – 31. Dezember 2016)
Eine Sonderausstellung des Städtischen Museums Kitzingen
in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geographie und Geologie und dem Institut für Musikforschung der Universität Würzburg, dem Missionsärztlichen Institut Würzburg und dem Departement de Géographie de l´Université Abdou Moumouni de Niamey/Niger, dem Conditorei-Museum Kitzingen und dem Förderverein Roxy-Kino e.V.
Die Anwesenheit von Angehörigen über 90 verschiedener Kulturen und die angesichts der globalen Lage zunehmende Präsenz von Immigranten auch in der Stadt Kitzingen und der Region Mainfranken veranlassen das Städtische Museum Kitzingen im Jahr 2016 eines der klassischen Durchzugsgebiete für den Fernhandel (Salz, Gewürze, Heilkräuter, Tuchwaren), aber auch die erste Horroretappe der Flüchtlinge aus Zentralafrika, die Sahara, näher zu betrachten. Schlepper überlassen Flüchtlinge immer wieder in der Wüste ihrem Schicksal, wo sie aufgrund von Wasser- und Nahrungsmangel versterben. Viele, die es schaffen, versterben. Viele, die es zur Küste schaffen, ertrinken dann im Mittelmeer auf dem Weg nach Europa.
Neben den gegenwärtigen Problemen des Menschen-, Waffen-, Antiken- und Drogenhandels wird die Ausstellung aber auch die Kultur- und Naturgeschichte, sowie die Archäologie der Sahara in den Fokus nehmen.
Internationale Verflechtung Kitzingens in den Überseehandel im 18. Jahrhundert
In der Ausstellung werden auch die Einflechtungen der historischen Weinhandels- und Hafenstadt Kitzingen in den überseeischen Dreieckshandel des 18. Jahrhunderts mit und über das Relais Nantes thematisiert. Die wirtschaftliche Basis war hierbei der Sklavenhandel über die Sklavenmärkte in Afrika mit Amerika und der Import von Zucker, Kaffee etc. Dies unterstreicht auch die ehemalige Bedeutung und Internationalität der ehemals fürstlichen Handelsstadt Kitzingen.
Die Inwertsetzung der Rüdenhäuser Schloss-Apotheke.
Über die Apotheker-Gefäße, z.B. Sennes-Blätter, Opium etc. wurde die Einbindung in den ehemaligen Fernhandel herausgearbeitet. Ebenso wurde ein Vergleich der verschiedenen „Medizinen“ unternommen.
Archäologie
Die bestehende Archäologie-Abteilung wurde genutzt zum Vergleich der unterschiedlichen historischen Menschengruppen vom Homo erectus bis zum Homo sapiens, ihrer materiellen Kulturen, Wirtschaftsweisen und ihrer Abhängigkeit von der jeweiligen Umwelt. Dabei soll auch die Frage des Zeitpunktes angesprochen werden, ab wann die Menschen in der Lage waren, ihre Umgebung wesentlich zu gestalten.
Begleitprogramm des Sahara-Projektes:
Die heißeste Stadt Deutschlands im Sahara-Fieber..
und das Roxy fiebert mit!
An mehreren aufeinander folgenden Abenden widmet sich auch das Kino Roxy dem Thema „Sahara“ und präsentiert verschiedene Filme, die sich mit der Vielfalt und Zwiespältigkeit des Lebens in der Wüste auseinandersetzen.
„Der Himmel über der Wüste“
der Film nach einem Roman von Paul Bowles zeigt unter der Regie von Bertolucci das Leben in einer nordafrikanischen Stadt als visuelles Erlebnis voller sinnlicher Lebendigkeit.
„Die Frauenkarawane“
nimmt den Betrachter mit auf den beschwerlichen Weg aus der Südsahara in den Norden Nigers mit: es sind die Frauen des Stammes Toubou, die sich alljährlich mit ihren Kamelen den Gefahren und der flirrenden Hitze der Wüste aussetzen, um durch die Ernte von Datteln im Norden den Lebensunterhalt für ihren Stamm zu gewährleisten.
„Timbuktu“
In dem französisch-mauretanischen Film „Timbuktu“ setzt sich der mauretanische Regisseur Sissako bildgewaltig und eindrucksvoll mit dem Schrecken, aber auch der Absurdität der Gewaltherrschaft der Dschihadisten in der sagenumwobenen Stadt in Mali auseinander.
„Die Piroge“
des senegalesischen Regisseurs Moussa Toures schließlich konfrontiert den Betrachter mit der verzweifelten Flucht und den unterschiedlichen Schicksalen verschiedener Menschen, die mit ihrer gefährlichen Überfahrt von der nordafrikanischen Küste nach Europa sich eine lebenswerte Zukunft erhoffen.
Ergänzt werden diese Filme jeweils durch Vorträge von und Gespräche mit Experten und Menschen, die durch ihre persönlichen Erfahrungen einen tieferen Einblick in die jeweilige Situation geben können. Geplant sind außerdem ein eintägiges Filmseminar mit Jugendlichen aus verschiedenen Schulen des Landkreises und ein Workshop, der die Möglichkeit einer Begegnung zwischen den verschiedenen Menschen und Kulturen bieten soll.
Außerdem sind geplant:
Sahara-Symposium
Ein mehrtägiges Sahara-Symposium mit Vortragsreihe im internationalen Zuschnitt in der Rathaushalle und dem Stadtmuseum (Delegationen, Fachkollegen der Universitäten in Niamey und Tunis. Referenten der Uni Würzburg, Münster und Bayreuth)
sowie:
Musik der Sahara und ihre Bedeutung soll an Hand eigener Aufnahmen des Konzipienten Dr. Erhard Schulz in Tondokumenten aufgearbeitet und präsentiert werden, sowie Lesungen von Exil-Literatur.
Das Projekt wird gefördert von der Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.













