(openPR) Geschichten für Eilige gibt es viel zu wenige. Zwischen Job und Familie bleibt kaum Zeit für ein ganzes Buch. Und abends schlafen selbst Leseratten und Bücherwürmer erschöpft über den ersten Seiten ein. Frustrierend, wenn man das Buch nie beendet. Eine Alternative sind die "Lesehäppchen" des CIPS-Verlags, kurze abgeschlossene Geschichten, die für Spannung und Entspannung sorgen. In der Reihe "Herz und Schmerz" kann man zwischen Romanze, Krimi und Drama wählen. Ob als Gute-Nacht-Geschichte oder zum Schmökern für Zwischendurch – die "Lesehäppchen" haben immer genau die richtige Länge. Auf nur sechs Seiten taucht man ein in eine andere Welt! Die eBooklets lassen sich einfach downloaden und vom Fleck weg lesen.
Kosten kann man so ein "Lesehäppchen" ja mal ...
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Leseprobe „Tod auf dem Nil“
Die alten Hits von Glen Miller, die die Kapelle an Deck spielte, drangen nur als dumpfes Echo durch die verschlossene Tür. In der luxuriösen Kabine herrschte eisiges Schweigen. Selbst das glucksende Plätschern des Nils an der Bordwand war zu hören. Tom war damit beschäftigt, seine Manschettenknöpfe zu richten und Margret puderte sich angestrengt ihr Gesicht. Beide vermieden es, dass ihre Blicke sich begegneten. Es gab nichts mehr zu reden. Margret hatte ihm vor einer halben Stunde klipp und klar gesagt, dass sie ihn verlassen würde. Tom kochte innerlich vor Wut. Jahrelang hatte er die kapriziösen Launen seiner Frau ertragen. Und nun hatte sie einfach beschlossen, sich nicht mehr für ihn zu interessieren. Aus den Augenwinkeln beobachtete er, wie sie den Safe öffnete und sich behutsam, beinahe zärtlich ihr Collier anlegte. Eifersüchtig registrierte er, dass sie den wertvollen Schmuck mit mehr Respekt behandelte als ihn. Aber Tom hatte seine Gefühle im Griff. Als er sich ihr zuwandte, war er wieder die Höflichkeit selbst. Er strich seinen Smoking glatt und bot ihr galant den Arm, um sie die Treppe hinauf zum Dinner zu führen.
Es war schon nach Mitternacht, doch die Passagiere genossen noch immer den Mondscheintanz. Der leichte Swing der Kapelle und Unmengen von Champagner hoben die Stimmung. Tom allerdings hatte diese romantische Atmosphäre aggressiv gemacht. Unter dem Einfluss des Alkohols vergaß er seine gute Erziehung und ließ seinem Ärger freien Lauf. Ohne sich um die Blicke der Tischnachbarn zu kümmern, verfluchte er Margret und ihre Kaltherzigkeit, ihre Liebhaber und ihr Geld, von dem er keinen Cent mehr sehen würde, wenn die Scheidung erst durch war. Seine Gattin glich in ihrer Gleichmütigkeit einer Eis-Skulptur. „Echauffier’ dich nicht, Tom. Du wirst geschwätzig.“ Sie beherrschte ihre Stimme wie ein Damaszener-Schwert. Tom verlor die Fassung. Seine Vorwürfe gipfelten in lautstarken Drohungen. Er war aufgesprungen, die Musik verstummte und die Gäste lauschten ängstlich dem heftigen Streit. Margret wich angewidert vor den wüsten Beschimpfungen ihres Mannes zurück. „Wenn du mich verlässt“, schrie Tom, „werde ich dich umbringen!“ Er taumelte mit erhobener Hand auf Margret zu. Der Kapitän winkte unauffällig seinem ersten Offizier, und beide bahnten sich den Weg durch die gaffende Menge. Mit festem Griff nahmen sie Tom in die Zange und sperrten den Tobenden in seine Kabine. Seine Frau bekam für die Nacht in einer anderen Suite eine sichere Bleibe.
Am nächsten Morgen stand ein Polizist vor seinem Bett. Mühsam blinzelte Tom ihn an und versuchte, sich in der Realität zurecht zu finden. Ohne eine Erklärung packte ihn der Uniformierte und schob ihn vor sich her den Gang hinunter. Tom wollte protestieren, aber er war zu sehr damit beschäftigt, seine Übelkeit in Schach zu halten. Erst in der Kapitänsmesse entließ ihn der Polizist. Dort erwartete ihn ein unscheinbarer Mann. „Ich hoffe, Sie haben gut geschlafen“, sagte er sarkastisch. Da Tom nicht antwortete, sprach der Mann weiter: „Machen wir es kurz. Sie stehen unter dringendem Tatverdacht, ihre Frau ermordet zu haben. Sie haben sie gestern Nacht vor aller Augen bedroht, und heute Morgen fand der Steward sie tot auf. Erwürgt.“ Der kleine Mann schien sich seiner Sache sicher. „Spuren gibt es keine, aber Sie haben ja ein eindeutiges Motiv. Für Mord gibt es auch bei uns mindestens lebenslänglich.“ (Mehr: http://herzundschmerz.de/tod-auf-dem-nil/)













