(openPR) Alkohol als Geldanlage – eine Schnapsidee?
Wer sein Geld in Alkohol investieren will, kann das auf (mindestens) zweierlei Weise tun. Erstens natürlich mit ein paar guten Flaschen im Weinkeller, als Wertanlage und Genuss in potentia zugleich. Aber – und hier kommen wir zum springenden Punkt – lohnt es sich auch, in die Aktien der weltweit größten Hersteller von Spirituosen zu investieren? Wir haben uns angesehen, wie sich die Börsenkurse der Giganten des Alkohols in den letzten Jahren entwickelt haben. Das Ergebnis ist eine hochprozentige Analyse zu den Vor- und Nachteilen der Investition in Schnaps.
Spirituosen als Anlagestrategie
In Zeiten globaler Unsicherheit werden die sogenannten „defensiven“ Anlagestrategien wieder populärer. Wenig verwundert es da, dass der Preis von Gold und anderen Wertmetallen in Krisen verlässlich ansteigt. Für Neu- und Späteinsteiger in den Markt besteht hier eine Einstiegshürde, die hohen Goldpreise haben eine abschreckende Wirkung. Zu Recht, wenn man sich einige Alternativen ansieht. Denn zu den defensiven Branchen zählen auch die Nahrungs- und Genussmittelhersteller, insbesondere die Global Player am Spirituosenmarkt, deren Performance wir uns etwas genauer ansehen wollen.
Die Gretchenfrage: Zahlt sich eine Investition in Schnaps aus?
Wie hätte sich Ihr Portfolio entwickelt, wenn Sie in den letzten Jahren gezielt in die Weltmarktführer am Spirituosenmarkt investiert hätten? Wir vergleichen die Kursentwicklung der Giganten des Alkohols. Die Jahresvergleiche werden, wo nicht anders vermerkt, vom letzten Handelstag des jeweils ersten Quartals gerechnet.
Diageo: Plus 81% in den letzten fünf Jahren
Diageo gehört ist der globale Platzhirsch unter den Spirituosenriesen und ist weltweit mit Marken wie Johnnie Walker, Smirnoff, Captain Morgan, Baileys, Tanqueray und Guinness vertreten. Zu diesen „Global Giants", wie Diageo seine eigenen Marken selbstbewusst bezeichnet, gesellen sich Lokalmatadore, die in ihren jeweiligen Märkten dominieren. Dazu gehört etwa Yeni Raki, J&B und der außerhalb Chinas kaum bekannte Whisky Shui Jing Fang. Das Hochpreissegment bedient der Konzern mit den Premiumversionen seiner großen Marken, wie dem Johnnie Walker Gold Label, dem Tanqueray No. Ten und den großen Tequilas von Don Julio und Ron Zacapa.
Wenn Sie die Kursentwicklung des letzten Handelstages 2015 mit dem der Jahre 2010 und 2005 vergleichen, dann ergibt sich ein geradezu berauschendes Bild der Wertentwicklung bei Diageo: Zum Jahresende 2015 notierte die Aktie in Frankfurt bei einem Kurs von 25,35 Euro. Anleger, die diese Aktie schon fünf Jahre zuvor hatten, konnten sich über einen erheblichen Wertzuwachs seit 2010 freuen: Am Jahresende 2010 stand die Aktie mit lediglich 14 Euro in den Büchern. Damit konnte der Aktienwert in nur fünf Jahren um beachtliche 81 % gesteigert werden. Weitere fünf Jahre zuvor lag die Aktie noch bei 12,27. So konnten die Anleger auch in der schwierigen Zeit um die Bankenkrise 2008 einen stabilen Aufwärtstrend ihrer Aktie beobachten.
Pernod Ricard: Ein „Hidden Champion" der Branche?
Das französische Unternehmen Pernod Ricard ist bei Anlegern wohl besser als bei Genießern bekannt. Hätten Sie gewusst, dass der Konzern die Heimat so bekannter Marken wie Absolut Vodka und Chivas Regal ist? Diese und andere weltweit etablierte Namen und stehen an der Spitze einer Markenpyramide mit so bekannten Alkoholika wie Ballantines, G.H. Mumm und Perrier-Jouet. Pernod Ricard ist darüber hinaus, das verrät uns ein Blick auf die Kursentwicklung, auch ausgesprochen erfolgreich darin, seine Produkte gewinnbringend an den Mann und zunehmend auch die Frau zu bringen.
Aktionäre von Pernod Ricard können sich seit Jahren über Kurssteigerungen und saftige Dividenden freuen. Das in Frankreich beheimatete Unternehmen schüttet seit Jahren verlässlich hohe Beträge an seine Anleger aus, die jedes festverzinsliche Wertpapier um Längen schlagen. Zusammen mit der erwähnte Kurssteigerung – in den letzten fünf Jahren mauserte sich die Aktie von 72 € hin zu 105,23 € zum Jahresende 2015, was einen Zugewinn von immerhin 46% bedeutet – ein besonders attraktives Gesamtpaket. Die Aktie von Pernod Ricard kann daher mit gutem Recht als einer der „Hidden Champions" der Branche bezeichnet werden: Jeder kennt die Spirituosen, aber kaum jemand das durch und durch profitable Unternehmen selbst.
Bacardi: Der Traditionalist ziert sich
Das Traditionsunternehmen Bacardi, gegründet immerhin bereits 1862 von Facundo Bacardi, lässt Sie (wenn Sie nicht gerade Teilhaber sind) nicht wie die Konkurrenten direkt via Aktien an Gewinnen und Kurssteigerungen des Unternehmens teilhaben. Man weist stolz auf die lange Geschichte des Namens hin, labelt sich als Familienunternehmen in einer Welt voller gesichtsloser Megakonzerne – und hält sich aus dem Wettbewerb an den Börsen vornehm heraus. Auf den Wertpapiermärkten werden lediglich einige (immerhin gut verzinste) Unternehmensanleihen gehandelt, die einen festen Kupon aufweisen. Sie eignen sich zur sicheren Investition mit begrenztem Ziel, aber nicht zur Spekulation auf hohe Zugewinne.
Beam Suntory: Fusion und Wachstum
Ganz anders als bei Bacardi sieht es bei Beam Suntory aus. Der Spirituosen-Riese besteht unter diesem Namen erst seit 2014, als sich die der japanische Whiskyhersteller Suntory und die US-amerikanische Beam Inc. zusammengeschlossen hatten. Von Beam kennt man, nomen est omen, den Bourbon Jim Beam, während Suntory vor allem für seine hochwertigen japanischen Single Malt Whiskys bekannt ist, die seit einiger Zeit weltweit gute Preise erzielen. Als das größere Teilunternehmen ging Suntory in die Verbindung, weshalb es heute auch die Suntory-Aktien sind, die an den Börsen gehandelt werden.
Am Frankfurter Handelsplatz lässt sich die Kursentwicklung dieses in japanischen Yen notierten Wertpapiers auch in Euro nachvollziehen. Zum Jahresende 2015 lag der Kurs dort bei 39,82 Euro. Da für das japanische Unternehmen an der Frankfurter Börse keine langfristigen Kursdaten vorliegen, können wir nur bis zum Jahreswechsel 2013/14 zurückgehen: Damals stand die Aktie noch bei 22,82 Euro – was einerseits das zu erwartende Wachstum im Zuge einer Fusion wiederspiegelt, andererseits vielversprechend für die Zukunft stehen darf. Es wird besonders spannend sein, die weitere Entwicklung dieses japanisch-amerikanischen Gemeinschaftsprojektes zu verfolgen.
Brown-Forman: Tradition, Wachstum und Börse gehen zusammen
Jack Daniel’s ist Ihnen ein Begriff, oder? Wussten Sie, dass er von Brown-Forman kommt? So wie der Bourbon-Likör Southern Comfort, der als Szene-Wodka beworbene Finlandia und der Tequila el Jimador übrigens auch. Das Unternehmen ist bereits seit 1870 im Geschäft, ursprünglich in der Abfüllung von Bourbon-Blends, nun als global tätiger Akteur auf dem Spirituosenmarkt.
Brown-Forman setzte 2015 etwa 4,1 Milliarden US-Dollar um und schüttet seine Quartalsdividenden ebenfalls in Dollar aus. Pro Aktie gab es dabei in den letzten Jahren zwischen 1,02 (2013) und 1,26 (2015) Dollar Dividende. Zusätzlich konnten sich Investoren über einen ununterbrochenen Aufwärtstrend freuen. Der Fünfjahreschart der Aktie zeigt für die Stammaktie der Klasse B eine Verdoppelung plus X von 46,29 USD im Jahre 2011 auf 102,01 USD beim Jahreswechsel 2015/16.
Fazit: Im Abgang hochprofitabel
Spirituosen sind nicht nur eine sinnvolle Anlage für die Weinkeller und Schnapsschränke dieser Welt, sondern auch für die Aktienportfolios vernünftiger Anleger. Alkohol steht hoch im Kurs und dieser Kurs zeigt seit Jahren stabil positiv. Zumindest für die letzten Jahre lässt sich damit von einem nicht nur soliden, sondern hochprofitablen Investment sprechen. Natürlich lassen sich historische Entwicklungen nicht unbegrenzt für die Zukunft fortschreiben, allerdings spricht vieles dafür, dass dieser Trend so bald nicht abbrechen wird. Neben Indikatoren wie Substanzwert und Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Unternehmen steht nämlich ein Faktor, der in seiner Bedeutung nicht unterschätzt werden darf: Der weltweit kontinuierlich steigende Genuss hochprozentiger Produkte. Hauptverantwortlich für diesen Trend sind übrigens nicht die alten Kernländer Europas und Nordamerikas, sondern vor allem die „Emerging Markets“, beispielsweise Indien und Brasilien. Schnaps, Whisky, Gin und Liköre werden getrunken, egal ob es Erfolge zu feiern oder Rückschläge zu verkraften gilt. Und die Zahl der Spirituosen-Liebhaber steigt weltweit mit jedem Jahr weiter an.
Berauschende Aussichten also? Es sieht ganz so aus.













