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DETLEF ORLOPP "KÖPFE"

04.04.201613:44 UhrKunst & Kultur
Bild: DETLEF ORLOPP "KÖPFE"
Detlef Orlopp, Gerlinde L. 3.12.1962, 59,2 x 45,5 cm, Courtesy Parrotta Contemporary Art
Detlef Orlopp, Gerlinde L. 3.12.1962, 59,2 x 45,5 cm, Courtesy Parrotta Contemporary Art

(openPR) DETLEF ORLOPP
KÖPFE
STUTTGART 21. APRIL – 4. JUNI 2016
ERÖFFNUNG 21. APRIL 2016, 19-21 UHR

„schauen sie sich meine menschenköpfe an – auch in sie habe ich diesen mittag gezeichnet der sich an uns zu einem gesicht formt der linie der augenbrauen / den backenknochen / mund und blick die sich auszudrücken beginnen sobald sie zurücktreten ins weiss und alles flüchtige sich auf dem papier verliert / sie werden dann zu dem einzelnen zu dem das licht uns blossstellt: durchbohrt uns aufgelöst von ihm / nicht maske und auch nicht person – sondern individuum: unteilbar zwischen anfang und ende gebannt / silbern die augen weit geöffnet / das gesicht symmetrisch im achsenkreuz die bildfläche füllend starren sie ihnen still entgegen: so regungslos und offen uns herausfordernd das zu sehen aus dem wir bestehen – es zeigt sich in dem was das licht von einem übriglässt / der nacht die sich in einer dunkelkammer zum tag verkehrt / schrot und korn die derart wieder licht werden / gleich wie unberechenbar abgründig wir sind wie leidenschaftlich stolz oder durchdringend wir uns geben: wir bleiben ein kontaktabzug der natur / schatten nur in ihrem leben“ text: raoul schrott.




Das Gesicht zeigt und versteckt etwas. Detlef Orlopp (1937 in Elbing/Westpreußen geboren) begann in den 1960er Jahren eine großformatige Fotoserie von Gesichtsstudien. Seinen Seestücken und Gebirgshängen vergleichbar, haben wir es dabei mit einer sachlichen Kartographie menschlicher, überwiegend weiblicher, Gesichtszüge zu tun. Es sind zeitlose analoge schwarz-weiß Fotografien, in denen er ebenso die proportio divina wie den Blickpunkt einer göttlichen Überschau vermeidet. Die serielle Erfassung der Oberfläche dieser Erde entwickelt sich parallel zur Erfassung menschlicher Physiognomien, die ein Erstaunen darüber hervorrufen, wie sich alles Vereinzelte, Vielfältige zum Typischen ausbilden kann. Die serielle Erfassung der Oberfläche dieser Erde entwickelt sich parallel zur Erfassung menschlicher Physiognomien, die ein Erstaunen darüber hervorrufen, wie sich alles Vereinzelte, Vielfältige zum Typischen ausbilden kann. Es beschleicht den Betrachter eine Ahnung des Irrglaubens vom Gesicht als Träger der individuellen Authentizität – vielmehr offenbart sich das Gesicht hier als Schauplatz eines Selbst, in dem sich Geschichte spiegelt.
Das Gesicht wird „erst zum Gesicht, wenn es mit anderen Gesichtern in Kontakt tritt, sie anschaut oder von ihnen angeschaut wird“ schreibt Hans Belting. Und so sehen wir in Orlopps Porträts Gesichter im Begriff des Angeschautwerdens. Sie zeigen nicht das „Natürliche“ im Sinne des Naturalistischen, so John Anthony Thwaites, sondern vielmehr das menschliche Antlitz als Zeichen. Die Momentaufnahme liegt in der „Natur“ der Fotografie, doch Orlopp versenkt diese Momente in einer Dauer des Sehens und Gesehen-Werdens, einer Stille, wie Orlopp sagen würde. Die Erhabenheit und Ruhe, mit der uns Gebirgsreliefs in den Fotografien entgegen kommen, vermeinen wir in den Gesichtszügen der Fotografierten wiederzufinden – nicht jedoch im Sinne eines Spiegels der Seele der Abgebildeten, sondern vielmehr als Schauplatz der elementaren Mehrdeutigkeit des Gesichts, des Menschen und der Natur.
Unter dem Titel „nur die Nähe – auch die Ferne“ widmete zunächst das Museum Folkwang in Essen dem Künstler Detlef Orlopp eine umfangreiche Retrospektive, die derzeit auch im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg zu sehen ist. Text: Birgit Kulmer.


“look at my human heads – into them too I have traced this noon which takes the shape on us of a face the line of the eyebrows / the cheekbones / the mouth and gaze that begin to express something as soon as they step back into the white and everything fleeting is lost on the paper / they then become the individual to which the light unmasks us: pierces us dissolved by it / not mask and also not person – but individual: indivisibly spellbound between beginning and end / silvery the eyes wide open / the face symmetrically filling the pictorial axes of coordinates they stare at them silently: so motionless and open challenging us to see that of which we are made – it reveals itself in that which the light leaves of us / the night that turns into day in a darkroom / shot and grit that as such become light again / regardless of how unpredictably abysmal we are and how passionately proud or powerful we give ourselves: we are but a contact print of nature / shadow only in its life” text: raoul schrott.


The face both reveals and conceals something. Detlef Orlopp (*1937 in Elbing, West Prussia) started his large-format photographic series of facial studies in the 1960s. Comparable to his works of lakes and mountain slopes, we are looking at an objective cartography of human, and primarily female, facial traits. In these timeless, analogue, black-and-white photos, the artist not only avoids any sense of proportio divina but also of adopting a godlike perspective. The serial recording of the earth’s surface develops parallel to the recording of human physiognomies, which evoke a sense of wonder about how every diverse detail can turn into something typical. The viewer senses the misconception that the face reflects the individual’s authenticity – on the contrary, here the face becomes the arena of a self in which history is mirrored.

The face only “turns into a face when it comes into contact with other faces, when it looks at them or is looked at in return,” writes Hans Belting. In Orlopp’s portraits, we therefore see faces in the process of being looked at. They do not show the “natural” in the sense of the naturalistic, according to John Anthony Thwaites, but rather the human countenance as a symbol. The snapshot is part of the very “nature” of photography, yet Orlopp steeps these moments in a period of seeing and being-seen – a silence, as Orlopp would say. In these facial traits, we seem to find the same dignity and quietude of his photographs of mountain slopes – not, however, as the mirror of the portrayed person’s soul, but as a site reflecting the elementary ambiguousness of the face, of man and of nature.

Bearing the title “nur die Nähe – auch die Ferne” (just so close – but distant too), Museum Folkwang devoted a large retrospective to the artist Detlef Orlopp which can now also be seen at Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg. Text: Birgit Kulmer.

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