openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Widerrufsrecht: mögliche BGH-Vorentscheidung

Bild: Widerrufsrecht: mögliche BGH-Vorentscheidung

(openPR) Neckargemünd/Berlin, den 16.03.2016 - Der insbesondere für Kauf- und Mietrecht VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) hat heute (siehe Pressemitteilung und unseren Bericht) entschieden, dass es "grundsätzlich ohne Belang (sei), aus welchen Gründen der Verbraucher von seinem Widerrufsrecht Gebrauch" mache. Da der Widerruf nicht zu begründen sei, komme es - so der Senat - nicht darauf an, welche Motivation den Verbraucher veranlasse, von seinem Recht zum Widerruf Gebrauch zu machen. Nur ausnahmsweise könne der Unternehmer dagegen zu schützen sein, etwa wenn der Widerruf sich als Schikane erweise.



Im Hinblick auf die für den 05.04.2016 bevorstehende Verhandlung (zum Thema siehe hier) des für das Bankrecht zuständigen XI. Zivilsenats beim BGH handelt sich dabei um eine wichtige Vorentscheidung. Letztlich ist der Widerruf bei Fernabsatzverträgen (§ 356 BGB), also etwa dem Kauf per Telefon oder Internet, nämlich nicht grundsätzlich anders geregelt als der Widerruf beim Darlehensvertrag gem. §§ 495, 355 BGB. Ähnlich wie der Matratzenkäufe im jetzt entschiedenen Fall benutzen die Bankkunden letztlich auch nur das durch eine nicht ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung noch nicht untergegangene Widerrufsrecht, um von dem mittlerweile günstigeren Zinsniveau zu profitieren. Das ist letztlich naheliegend, denn niemand wird den Widerruf spaßeshalber erklären. Insofern unterscheidet den Matratzenkäufer nichts vom Darlehensnehmer. Ersterer hatte den Unternehmer ja aufgefordert, ihm die Differenz zum günstigeren Anbieter zu erstatten, dann werde er den Widerruf nicht auszuüben.

Nach meiner Auffassung dürfte der Bankensenat - falls er das denn überhaupt wollte - schwer tun, von dieser Entscheidung abzuweichen. Wegen der überragenden Bedeutung der Frage, welche Auswirkung die Motivation des Verbrauches bei Ausübung seines Widerrufsrechts überhaupt haben kann, müssen sich die Senate des BGH schon einig sein, will man Verbrauchern, Unternehmern und Instanzgerichten nicht "Steine statt Brot" geben. Eine Klärung ist jedoch im Interesse der Rechtssicherheit dringend notwendig, die Rechtsprechung ist längst zu unübersichtlich. Es ist nicht zu erwarten, dass die "Tiefstpreisgarantie", mit der der Matratzenverkäufer geworben hatte, ein so entscheidendes Kriterium darstellt, dass die Begründung der heutigen Entscheidung nicht übertragen werden kann.

Ihr Ansprechpartner
Michael Minderjahn, Rechtsanwalt | Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
E-Mail

Artikellink: http://darlehenswiderruf.net/2016/03/17/bgh-widerruf-vorentscheidung/

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 895880
 689

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Widerrufsrecht: mögliche BGH-Vorentscheidung“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Nittel und Minderjahn | Rechtsanwälte

Bild: Santa P-Schiffe 2: Oldenburgische LB zu Schadensersatz verurteiltBild: Santa P-Schiffe 2: Oldenburgische LB zu Schadensersatz verurteilt
Santa P-Schiffe 2: Oldenburgische LB zu Schadensersatz verurteilt
Erneuter Prozesserfolg für von Nittel & Minderjahn vertretenen Santa P-Schiffe 2 Anleger Berlin, den 08.03.2016 - Einem Kunden der Oldenburgischen Landesbank (OLB) hat das Landgericht Oldenburg mit Urteil vom 18.02.2016 (noch nicht rechtskräftig) vollen Schadensersatz zu gesprochen. Die Bank muss nun die Beteiligungen des Kunden an vier Containerschiffen übernehmen, ihm das noch darin gebundene Kapital zahlen und ihn von jeglichen Nachteilen freihalten. Außerdem sind die Kosten zu erstatten. Der von Rechtsanwalt Michael Minderjahn vertreten…
Bild: Darlehensvertrag widerrufen: BGH verhandelt am 05.04.16 über VerwirkungBild: Darlehensvertrag widerrufen: BGH verhandelt am 05.04.16 über Verwirkung
Darlehensvertrag widerrufen: BGH verhandelt am 05.04.16 über Verwirkung
Neckargemünd/Berlin, den 06.03.2016 - Der Bundesgerichtshof (BGH) wird am 05.04.2016 (siehe Pressemitteilung: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&sid=d05f656b18eacf99067e9fb46cb04235&nr=73694&pos=0&anz=1) endlich über eine wichtige Rechtsfrage verhandeln, über die Rechtsanwälte wie Richter allerorten sich entzweien. Das Problem Entspricht eine Widerrufsbelehrung in einem Verbraucherdarlehensvertrag nicht den gesetzlichen Anforderungen, so beginnt die Widerrufsfrist nicht zu laufen und ende…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: BGH-Urteil zur Widerrufsbelehrung im FernabsatzBild: BGH-Urteil zur Widerrufsbelehrung im Fernabsatz
BGH-Urteil zur Widerrufsbelehrung im Fernabsatz
… Fernabsatzverträgen zu stellen sind. Demnach reicht es für das Anlaufen der Widerrufsfrist – jedenfalls im Anwendungsbereich der Verbraucherrechterichtlinie – aus, wenn das Widerrufsrecht abstrakt an die Verbrauchereigeneigenschaft des Käufers geknüpft wird. Es muss nicht im Einzelfall geprüft werden, ob diese Voraussetzung erfüllt ist.Das Anlaufen der …
Bild: BGH: Widerruf auch bei mehreren Darlehensnehmern und AufhebungsentgeltBild: BGH: Widerruf auch bei mehreren Darlehensnehmern und Aufhebungsentgelt
BGH: Widerruf auch bei mehreren Darlehensnehmern und Aufhebungsentgelt
… anderen Darlehensnehmer am Fortbestand des Kreditvertrags. Wurde die Widerrufsfrist aufgrund einer fehlerhaften Widerrufsfrist nicht in Lauf gesetzt, stehe der Ausübung des Widerrufsrechts nicht entgegen, dass der Darlehensvertrag vorzeitig beendet und ein Aufhebungsentgelt gezahlt wurde. In Karlsruhe landete der Widerruf zweier Verbraucher, die gemeinsam …
Bild: Neue Urteile stärken Verbraucherrechte bei Treppenlift-VerträgenBild: Neue Urteile stärken Verbraucherrechte bei Treppenlift-Verträgen
Neue Urteile stärken Verbraucherrechte bei Treppenlift-Verträgen
… die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern deutlich, wenn es um Widerruf und Wertersatz bei Treppenlift-Verträgen geht.BGH: Treppenlift-Vertrag ist ein Werkvertrag mit WiderrufsrechtDer Bundesgerichtshof entschied am 20. Oktober 2021, dass der Kauf und Einbau eines Treppenlifts rechtlich als Werkvertrag einzustufen ist. Damit steht Verbraucherinnen …
Bild: BGH: Gründe für einen Widerruf unerheblichBild: BGH: Gründe für einen Widerruf unerheblich
BGH: Gründe für einen Widerruf unerheblich
Der BGH hat mit Urteil vom 16. März das Widerrufsrecht für Verbraucher gestärkt. Demnach ist es unerheblich, aus welchem Grund der Verbraucher von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht. GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart führen aus: Der Verbraucher muss nicht begründen, warum …
Bild: Widerruf beim FernabsatzBild: Widerruf beim Fernabsatz
Widerruf beim Fernabsatz
… ZR 384/11 und XI ZR 439/11). Für auf diese Weise im Wege des sogenannten Fernabsatzes erworbene Waren und Finanzdienstleistungen sieht das Gesetz grundsätzlich ein Widerrufsrecht vor. Bereits 2010 konnte die Fachkanzlei mzs Rechtsanwälte ein Urteil vor dem Landgericht Krefeld erstreiten, das dem Anleger ein solches Widerrufsrecht zusprach und dessen …
Darlehenswiderruf landet vor dem BGH
Darlehenswiderruf landet vor dem BGH
… ob die Bank auch diesmal wieder zurückzieht, um ein mögliches verbraucherfreundliches Urteil des BGH zu vermeiden. Das könnte umso mehr gelten, da das sog. "ewige Widerrufsrecht" für zwischen 2002 und 2010 geschlossene Immobiliendarlehen am 21. Juni 2016 endet und eine Grundsatzentscheidung des BGH zu Gunsten der Verbraucher verhindert werden soll. Denn …
Bild: Internetversandhandel – Der Bundesgerichtshof zur Abgrenzung Verbraucher – Unternehmer beim WiderrufsrechtBild: Internetversandhandel – Der Bundesgerichtshof zur Abgrenzung Verbraucher – Unternehmer beim Widerrufsrecht
Internetversandhandel – Der Bundesgerichtshof zur Abgrenzung Verbraucher – Unternehmer beim Widerrufsrecht
… entschieden, unter welchen Voraussetzungen eine natürliche Person, die sowohl als Verbraucher, als auch als Unternehmer am Rechtsverkehr teilnimmt, bei einem Fernabsatzgeschäft ein Widerrufsrecht zusteht. Verbrauchern – im Gegensatz zu Unternehmern - steht bei Vertragsabschlüssen im Fernabsatz, wozu auch der Internethandel gehört, nämlich ein Widerrufsrecht zu, …
Darlehenswiderruf landet vor dem BGH
Darlehenswiderruf landet vor dem BGH
… ob die Bank auch diesmal wieder zurückzieht, um ein mögliches verbraucherfreundliches Urteil des BGH zu vermeiden. Das könnte umso mehr gelten, da das sog. "ewige Widerrufsrecht" für zwischen 2002 und 2010 geschlossene Immobiliendarlehen am 21. Juni 2016 endet und eine Grundsatzentscheidung des BGH zu Gunsten der Verbraucher verhindert werden soll. Denn …
Bild: BGH zur Gestaltung von Widerrufsinformationen bei Darlehensverträgen ab 2010Bild: BGH zur Gestaltung von Widerrufsinformationen bei Darlehensverträgen ab 2010
BGH zur Gestaltung von Widerrufsinformationen bei Darlehensverträgen ab 2010
… bzw. 14 Tagen ab Unterschrift bzw. Abschluss des Vertrages zu widerrufen. Voraussetzung ist dabei aber die ordnungsgemäße Belehrung über das Widerrufsrecht durch eine entsprechende Widerrufsbelehrung. Hat keine ordnungsgemäße Belehrung über das Widerrufsrecht stattgefunden, insbesondere durch Vorlage einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung, so kann der …
Bild: Bundesgerichthof bringt mit Urteil vertragliche Widerrufsrechte getäuschter Anleger erheblich ins WankenBild: Bundesgerichthof bringt mit Urteil vertragliche Widerrufsrechte getäuschter Anleger erheblich ins Wanken
Bundesgerichthof bringt mit Urteil vertragliche Widerrufsrechte getäuschter Anleger erheblich ins Wanken
… zustande…“ Gerichte stimmen Widerruf zu Nach anwaltlicher Beratung widerrief der geschädigte Anleger diese Beteiligung im August 2009 unter Hinweis auf ein gesetzlich und vertraglich eingeräumtes Widerrufsrecht. Mit seiner Klage begehrte der Kläger u.a. die Festsstellung, dass der Beitrittsvertrag mit der Beklagten durch seinen Widerruf beendet worden ist. Sowohl das …
Sie lesen gerade: Widerrufsrecht: mögliche BGH-Vorentscheidung