openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Vertrauen in Gesundheitspolitik rapide gesunken

08.06.200611:27 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Köln 08.06.2006. Das Vertrauen der Bundesbürger in die
Gesundheitspolitik nimmt auch in Zeiten der Großen Koalition weiter
dramatisch ab: Nicht einmal mehr jeder Dritte (29%) traut der Politik
noch zu, die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung langfristig


sicherstellen zu können. Im vergangenen Jahr waren dies (immerhin)
noch 37 Prozent. Auch das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der
gesetzlichen Krankenversicherung ist rückläufig. Gleichzeitig
verstärkt sich bei vielen Bundesbürgern (36%) der Eindruck, dass sich
die Akteure im Gesundheitswesen deutlich stärker von Eigeninteressen
als vom Patientenwohl leiten lassen.

Dies sind Ergebnisse der aktuellen Studie "Health Care Monitoring
2006" (Halbjahresreport) des Kölner Marktforschungs- und
Beratungsinstituts psychonomics AG. 1.500 Bundesbürger ab 16 Jahren
wurden im März und April 2006 repräsentativ befragt. Mitherausgeber
der Studie ist Acxiom Deutschland.


Miserables Image der Gesundheitspolitik

Die Gesundheitspolitik erhält im Vergleich zu allen anderen
Beteiligten im Gesundheitswesen in der Bevölkerung in punkto
"Sympathie", "Vertrauenswürdigkeit", "Verlässlichkeit", "Kompetenz"
und "Patientenorientierung" mit Abstand die schlechtesten Noten.
Sogar die Arzneimittelhersteller, die in der Öffentlichkeit
traditionell um ihr Image kämpfen müssen, schneiden hier besser ab.
Vorne in der Gunst der Bürger liegen Hausärzte und Apotheker; in
Sachen Kompetenz genießen letztere derzeit sogar ein höheres Ansehen
als Ärzte. Krankenkassen, Krankenversicherer und Krankenhäuser landen
im Mittelfeld der Beurteilung.


Gesundheitsverhalten weiter im Wandel

Das Gesundheitsverhalten ändert sich infolge der
gesundheitspolitischen Reformen der letzen Jahre erkennbar weiter:
Nur noch weniger als ein Viertel der Bundesbürger (23%) gehen nach
eigenen Angaben direkt zum Arzt, wenn sie spüren, dass sie krank
werden. 1998 lag dieser Wert noch doppelt so hoch (56%).

Knapp zwei Drittel der Deutschen (61%) versuchen sich bei
leichteren Beschwerden zunächst mit rezeptfreien Medikamenten selbst
zu helfen (2003: 55%). Zudem greift mehr als jeder dritte Deutsche zu
Beginn leichterer Erkrankungen auf "bewährte Hausmittel" zurück und
verzichtet auf eine Medikamenteneinnahme. Ein Viertel unternimmt bei
leichteren Beschwerden sogar gar nichts und wartet einfach ab, bis
die Erkrankung vorüber geht. Gleichzeitig ist der Stellenwert von
Apothekenbesuchen als "kleiner Arztbesuch zwischendurch" weiter
gestiegen: 64 Prozent lassen sich bei leichteren Erkrankungen von
Apothekern beraten und verzichten stattdessen auf Arztbesuche (2003:
56%). Auch zusätzliche Apotheken-Services wie
Informationsveranstaltungen zu Gesundheitsthemen, regelmäßige
Gesundheits-Newsletter oder konkrete Beratungsleistungen wie
Ernährungsberatung stoßen auf hohes Interesse.


Sparen bei Gesundheitsausgaben

Viele Bundesbürger haben Sparmaßnahmen ergriffen, um ihre Ausgaben
für die Gesundheit zu reduzieren:

So haben den letzten 12 Monaten 5 Prozent der gesetzlich
versicherten Bundesbürger nach eigenen Angaben ihre Krankenkasse
gewechselt, um die monatlichen Beiträge zu senken. 17 Prozent geben
an, weniger rezeptpflichtige Medikamente eingenommen zu haben, um
Zuzahlungen einzusparen. 28 Prozent haben im vergangenen Jahr weniger
rezeptfreie Medikamente gekauft; 26 Prozent haben zwar nicht weniger
Medikamente eingenommen, sind aber auf preisgünstigere Arzneimittel
umgestiegen. Viele geben zudem an, rezeptfreie Präparate auch
außerhalb von Apotheken in Drogerien, Reformhäusern oder bei
Discountern eingekauft zu haben.

Die monatlichen Pro-Kopf-Ausgaben der Bundesbürger für rezeptfreie
Medikamente (OTC-Präparate) liegen nach eigenen Angaben bei 8,40 EUR
(Vorjahr: 9,50 EUR). Von den sechs Gesundheitstypen in der
Bevölkerung geben "Informierte" (14 EUR) und "Ängstliche" (10,50 EUR)
überdurchschnittlich viel für rezeptfreie Arzneien aus,
gesundheitlich "Desinteressierte" mit 4,10 EUR hingegen am wenigsten.

Nahrungsergänzungspräparate als Mittel zur "körperlichen Stärkung
und Gesunderhaltung" werden von jedem dritten Bundesbürger (36%)
regelmäßig eingenommen. Knapp die Hälfte (45%) lehnen deren
Verwendung - insbesondere ohne vorherige Empfehlung von Ärzten,
Apothekern oder Ernährungsberatern - aber ab.

Die Studie "Health Care Monitoring 2006" (Halbjahresreport) kann
über die psychonomics AG bezogen werden.

Studienleiterin ist Frau Anja Schweitzer - Tel.: 0221-42061-329 -
E-Mail: E-Mail

Die psychonomics AG ist ein international tätiges Marktforschungs- und Beratungsinstitut mit Sitz in Köln und Niederlassung in Wien. Das Leistungsangebot des Unternehmens umfasst hochwertige Analyse- und Beratungsprojekte für Marketing, Vertrieb, Personal und Organisation. Zum Kundenkreis der psychonomics AG gehören zahlreiche Marktführer aus Dienstleistung, Handel und Industrie. Derzeit beschäftigt das 1991 als Spin-Off des Instituts für Wirtschafts- und Sozialpsychologie der Universität zu Köln gegründete Unternehmen ein Team aus 85 hoch qualifizierten Analysten und Beratern. Die psychonomics AG zählt seit Jahren zur Spitze der wachstumsstärksten Marktforschungsinstitute in Deutschland. Weitere Informationen: www.psychonomics.de

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 89535
 1947

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Vertrauen in Gesundheitspolitik rapide gesunken“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von psychonomics AG

Versicherungsvermittler verzweifelt gesucht
Versicherungsvermittler verzweifelt gesucht
Studie: "Traumberuf Versicherungsvermittler" Der Versicherungsaußendienst leidet seit Jahren unter massiven Nachwuchs-sorgen. Ganz offensichtlich mangelt es dem Berufsbild des Versicherungsvermittlers an Attraktivität. Mehr noch: Versicherungsvermittler zählen einer Umfrage des Marktforschungs- und Beratungsinstituts psychonomics AG zufolge zu den zehn unbeliebtesten Berufsgruppen in Deutschland. Verschärft wird die personelle Misere durch die gestiegenen Qualitätsansprüche an die Vertriebskräfte aufgrund der EU-Vermittlerrichtlinie und der …
Hohes Interesse an Online-Finanzberatung
Hohes Interesse an Online-Finanzberatung
Für die Mehrheit der deutschen Verbraucher bleibt die Bankfiliale der erste Anlaufpunkt für die Beratung in Geldangelegenheiten. In deren Windschatten gewinnt aber auch die Online-Beratung an Fahrt und bietet der Kreditwirtschaft große Zukunftspotenziale. Aktuell greift bereits jeder zweite Bankkunde (48%) bei der Suche nach Informationen über Finanzprodukte auf das Internet zurück; mehr als jeder Vierte (27%) hält die Online-Finanzberatung zudem für eine gute Alternative zur klassischen Vor-Ort-Beratung. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuell…

Das könnte Sie auch interessieren:

Pressearbeit für niedersächsische Apotheker
Pressearbeit für niedersächsische Apotheker
… Auftrag der Apothekerkammer Niedersachsen die Öffentlichkeit über die Leistungen der niedersächsischen Apotheker auf. Dabei verdeutlichen sie die Konsequenzen der aktuellen Gesundheitspolitik für Apotheker und Patienten. Gemeinsam mit der Kammer und der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit verfasste Schott Relations Pressemitteilungen, die an Redaktionen …
Gesundheitsmarkt wartet auf Entscheidungen der Politik
Gesundheitsmarkt wartet auf Entscheidungen der Politik
EUROFORUM-Konferenz "Gesundheitspolitik 2010" 18. und 19. März 2010, InterContinental Berlin Berlin/Düsseldorf, 14. Januar 2010. "Wir sollten jetzt nicht über eine Kopfpauschale diskutieren, sondern über die grundlegende Reform des Gesundheitsfonds", erklärte Dr. Markus Söder (Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit) gegenüber dem Handelsblatt. …
Priorisierung im Gesundheitswesen - Kampfbegriff oder Realität?
Priorisierung im Gesundheitswesen - Kampfbegriff oder Realität?
Priorisierung im Gesundheitswesen - Kampfbegriff oder Realität? Gespräche zur Gesundheitspolitik Datum: Do, 6. Mai, 19.00 Uhr Ort: Bank für Sozialwirtschaft, Oranienburger Str. 13, Berlin-Mitte Mit: Prof. Dr. Eckhard Nagel, Professor für Medizinethik und Gesundheitswissenschaften, Universität Bayreuth, Mitglied im Nationalen Ethikrat Prof. Dr. Christoph …
Initiative des BDC zur Bundestagswahl am 27.09.2009
Initiative des BDC zur Bundestagswahl am 27.09.2009
… Entscheidungshilfen, indem wir die Aussagen der Parteien für sich selbst sprechen lassen.“ Der BDC hatte den fünf im Bundestag vertretenen Parteien konkrete Fragen zur Gesundheitspolitik gestellt. Die Antworten auf diese Fragen wurden zusammen mit einem Plakat an alle chirurgischen Praxen in Deutschland ausgeliefert. Das Plakat thematisiert als Auswirkung …
PVS Rhein-Ruhr von der Finanzkrise verschont
PVS Rhein-Ruhr von der Finanzkrise verschont
… Fällen einziehen und war damit in 99,8 % aller Forderungen erfolgreich. In seinem Bericht betonte der 1. Vorsitzende Dr. med. Wolf Unterberg, dass sich eine nachhaltige Gesundheitspolitik nicht nur in einer reinen Kostendiskussion erschöpfen dürfe. Vielmehr müsse es darum gehen, den Patienten und die ärztliche Behandlung wieder in den Mittelpunkt der …
51. Fortbildungstagung Zahnärztekammer Schlesw.-Holst - „Wir brauchen keinen strafbewehrten Fortbildungszwang“
51. Fortbildungstagung Zahnärztekammer Schlesw.-Holst - „Wir brauchen keinen strafbewehrten Fortbildungszwang“
… weiter: „Unsere Kritik am derzeitigen Gesundheitssystem perlt an der Großen Koalition ab wie von einer Teflonpfanne.“ Konkret umschrieb der Kammerpräsident die Forderungen wie folgt: „Die Gesundheitspolitiker sollen uns sagen, was für die gesetzliche Krankenversicherung ausgegeben werden soll – wir sagen, was wir dafür leisten können. Dies gilt ebenso für …
Bild: Patientenstimme Umfrage zeigt großes Potenzial für digitale GesundheitsangeboteBild: Patientenstimme Umfrage zeigt großes Potenzial für digitale Gesundheitsangebote
Patientenstimme Umfrage zeigt großes Potenzial für digitale Gesundheitsangebote
… mit ihren gesundheitlichen Problemen nicht ernst genommen. Besonders alarmierend ist, dass bei Long Covid- und ME/CFS-Betroffenen dieser Wert bei 90% liegt.Das Vertrauen in die Gesundheitspolitik ist gering: Nur 28% der Befragten vertrauen den aktuellen und geplanten Reformen, wobei das Vertrauen in Deutschland (20%) noch niedriger ist als in Österreich …
Bild: Dr. Udo Janßen (DKI) in „das Krankenhaus”Bild: Dr. Udo Janßen (DKI) in „das Krankenhaus”
Dr. Udo Janßen (DKI) in „das Krankenhaus”
… Krankenhausinstitutes (DKI) und der Zeitschrift „das Krankenhaus” (Kohlhammer Verlag)* wirft ihre Schatten noch weit ins Jahr 2010. Thema: die aktuelle Gesundheitspolitik! In der ersten Ausgabe titelte „das Krankenhaus” mit einem ausführlichen Bericht über die erfolgreiche Brennpunkttagung: „Gesundheitspolitik: Wie verlässlich sind die Rahmenbedingungen …
Trotz Finanzkrise - Unternehmen investieren weiter in betriebliche Gesundheit
Trotz Finanzkrise - Unternehmen investieren weiter in betriebliche Gesundheit
… die Beschäftigungsfähigkeit und Gesundheit seiner Mitarbeiter investieren, weil er dadurch auch Motivation und Kreativität fördert.“ Außerdem gehöre die betriebliche Gesundheitspolitik heute unbestreitbar zu einer partnerschaftlichen Unternehmenskultur, so Mohn weiter. Insgesamt 60,7 Prozent der befragten Unternehmen bieten den eigenen Mitarbeitern bereits …
Bild: JuLis Göttingen wählten neuen Vorstand – Sascha Schade erneut als Vorsitzender bestätigtBild: JuLis Göttingen wählten neuen Vorstand – Sascha Schade erneut als Vorsitzender bestätigt
JuLis Göttingen wählten neuen Vorstand – Sascha Schade erneut als Vorsitzender bestätigt
… wir uns, auch im Hinblick auf die Kommunalwahl 2011, verstärkt der programmatischen Arbeit vor Ort widmen. Zudem ist eine Seminarreihe zum Thema Gesundheitspolitik geplant.“, äußerte sich Schade nach seiner erneuten Wiederwahl. Grußworte zur Mitgliederversammlung kamen unter anderem vom Landesvorsitzenden der JuLis Niedersachsen Matthias Seestern-Pauly …
Sie lesen gerade: Vertrauen in Gesundheitspolitik rapide gesunken