(openPR) ADHS kann man erst im späteren Alter diagnostizieren. Dennoch sind Kinder mit einer später diagnostizierten ADHS bereits im Säuglingsalter anders als andere Kinder und stellen ihre Eltern auf eine harte Probe.
Kinder die in späteren Jahren die Diagnose ADHS/ADS erhalten, sind bereits im Säuglingsalter anders als andere Kinder und stellen ihre Eltern vor vielfältige Herausforderungen.
Babys sind bereits in diesem Alter fordernd und „anstrengend“. Sie zeigen sehr oft Regulationsstörungen jeglicher Art, d. h Schlafstörungen, Fütterstörungen, Impulskontrollstörungen. Durch das bereits jetzt fordernde Verhalten und die Regulationsstörungen ist das Baby für die Eltern uneinschätzbar und somit können sie nicht adäquat auf die kindlichen Zeichen reagieren. Die Bindungsfähigkeit mit der Entwicklung der Vertrauensbasis auf beiden Seiten misslingt.
Die Kinder verhalten sich in diesem Alter bereits oftmals jeden Tag anders und sind auch täglich anders „drauf“, was die optimale Interaktion weiter erschwert. Eltern müssen sich jeden Tag aufs Neue auf ihr Kind einstellen und es gelingt nicht, eine „Konstante“ zu entwickeln.
Oftmals kann man feststellen, dass die Kinder sich regelrecht „einschreien“, auf körperliche Berührung ungehalten reagieren, immer neue Reize einfordern und nur sehr schwer zu beruhigen sind. Hinzu kommt der Mangel an Schlaf, der irgendwann an den Nerven der Eltern zehrt. Die Kinder brauchen scheinbar so gut wie keinen Schlaf, obwohl sie müde und gereizt sind. Schlafen sie dann doch einmal ein, sind sie nach 1 – 2 Std wieder wach und liegen nicht entspannt in ihrem Bett, sondern fangen oft sofort an zu schreien.
Bereits in diesem Alter können sie „Hyperfokussieren“. Finden sie etwas spannend und anziehend, „beißen“ sie sich daran fest und können nicht so schnell von einer Sache zur nächsten „wechseln“. Die Kinder scheinen einfach „unleidlich“ zu sein, sie sind durch nichts zu beruhigen und sie fordern kräftezehrende Aktionen ihrer Eltern ein. Die Kinder reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen oder auf unerwartete Situationen. Sie schreien, toben und reagieren mit Abwehr.
Durch die nicht funktionierende Interaktion zwischen Baby und Eltern entsteht schnell ein Teufelskreis. Die Eltern werden durch die täglich wechselnden Stimmungen ihres Kindes immer unsicherer und probieren nun alle Ratschläge aus, die sie bekommen – gefragt oder ungefragt. Sie tragen ihr Baby stundenlang, wiegen es in den Schlaf, der nur kurz anhält, bieten ihm sämtliche Reize die es einfordert und finden keinen Weg, adäquat zu kommunizieren.
Fruchten alle Versuche einer gelingenden Kommunikation nicht, werden die Eltern immer unsicherer und zweifeln oft an sich und ihren elterlichen Kompetenzen. Vielfach wirken sich die Schwierigkeiten auch auf die Ehepartner aus und oft kommen Eheprobleme hinzu, die die Sache nur noch verschlimmern. Die übermüdeten Eltern agieren am Rand ihrer Kräfte und machen ihren Gefühlen von Trauer, Hilflosigkeit, Wut, Aggressionen und Ratlosigkeit unterschwellig Luft. Sollte es sich wirklich um ein ADHS – Kind handeln, hat dieses bereits jetzt eine „super Antenne“ und wird diese unterschwelligen Gefühle mitbekommen und wiederum inadäquat darauf reagieren.
Kinder mit ADHS nehmen sich und ihre Welt verändert wahr und benötigen nichts mehr als Sicherheit, Orientierung und Echtheit der Umgebung. Diese Grundbedingungen für diese Kinder können aufgrund der wechselseitigen Unsicherheiten und inoptimalen Interaktionen nicht entstehen und somit werden im Laufe der Zeit Eltern wie auch Kinder immer unsicherer, unorganisierter und verzweifelter.
Die tägliche Situation für Eltern und Kinder wird immer schwieriger und es stehen Gefühle wie Wut, Aggression und Hilflosigkeit zwischen der optimalen Interaktion von Kind und Eltern. Bereits hier ist Hilfe notwendig um den Teufelskreis zu durchbrechen, Eltern und Kindern zu einem starken Selbstvertrauen zu verhelfen und die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern zu verbessern.
Dennoch ist nicht jedes Schreibaby oder Kind mit Regulationsstörungen ein ADHS – Kind. Viele Kinder weisen in den ersten Monaten Regulationsstörungen auf und auch Schlafen will und muss unter Umständen gelernt werden. Die kleinen Erdenbürger müssen sich an die neue Welt anpassen und erst einmal zurechtfinden. Hierfür sind sie auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen, die mit Selbstvertrauen, Echtheit in ihrem Handeln und viel Optimismus reagieren sollten.
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