openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Rechtsberatungs- und Prozessstatistik 2005

07.06.200611:30 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) • 1,1 Millionen Rechtsberatungen durch Mietervereine
• Jede dritte Rechtsberatung zu Betriebskosten

(dmb) Die Rechtsberater der 330 im Deutschen Mieterbund (DMB) zusammengeschlossenen örtli-chen Mietervereine haben im Kalenderjahr 2005 rund 1,1 Millionen Rechtsberatungen durchgeführt.


Jede dritte Rechtsberatung drehte sich um das Thema Betriebs- und Heizkosten. „Hier machen sich die gestiegenen Energiepreise und insbesondere auch die Auseinandersetzungen um die einseiti-gen Preiserhöhungen der Gaslieferanten bemerkbar“, erklärte Dr. Franz-Georg Rips, Direktor des Deutschen Mieterbundes, bei der Vorstellung der Rechtsberatungs- und Prozessstatistik des Deut-schen Mieterbundes für das Kalenderjahr 2005 auf der Bundesarbeitstagung der Mieterorganisation in Fulda.

Nach den Statistiken der Mieterorganisation und der DMB Rechtsschutz-Versicherung führen etwa 97 Prozent aller Rechtsberatungen schon außergerichtlich zu einem Ergebnis. Nur in knapp 3 Pro-zent der Fälle müssen letztlich Gerichte entscheiden.
„DMB-Mietervereine sind keine ‚Prozesshansel’. Die Rechtsberater der Mietervereine suchen und finden im Interesse der Mitglieder die außergerichtliche Lösung, unter Umständen auch den Kom-promiss“, erklärte der Mieterbund-Direktor. „Wir sind die Streitschlichter in Deutschland schlechthin.“

Die 10 häufigsten Beratungsthemen der DMB-Mietervereine

2005 2004
1. Betriebskosten (1) 33,2 % 32,5 %
2. Wohnungsmängel (2) 19,8 % 17,9 %
3. Allgemeine
Vertragsangelegenheiten (3) 8,5 % 10,3 %
4. Mieterhöhung (4) 7,7 % 7,5 %
5. Mietkaution (6) 6,9 % 6,4 %
6. Schönheitsreparaturen (7) 6,6 % 5,9 %
7. Vermieterkündigung (8) 5,3 % 3,6 %
8. Mieterkündigung (5) 4,4 % 6,8 %
9. Modernisierung (9) 2,7 % 3,2 %
10. Umwandlung /
Eigentümerwechsel (10) 0,7 % 0,6 %
In Klammern die Rangfolge des Vorjahres.

„Betriebskosten und Wohnungsmängel sind schon seit Jahren die dominierenden Beratungsthemen bei uns“, fasste Rips zusammen. Auffallend sei, dass 2005 deutlich weniger Beratungen zum The-ma Mieterkündigung durchgeführt wurden. Hier zeigten sich die Erfolge der Mietrechtsreform bzw. der Klarstellung des Gesetzgebers zum 1. Juni 2005, wonach Mieter das unbefristete Mietverhältnis immer mit Dreimonatsfrist kündigen können. Spürbar angestiegen sind im letzten Jahr Beratungen zu Vermieterkündigungen.

Während der Großteil der Rechtsberatungen das laufende Mietverhältnis betrifft, drehen sich rund 24 Prozent aller Beratungen mittel- und unmittelbar um die Beendigung des Mietverhältnisses (Kündigungen, Schönheitsreparaturen, Mietkaution).

„Dagegen wird vorbeugende, prophylaktische Rechtsberatung vor Abschluss des Mietvertrages viel zu wenig in Anspruch genommen“, erklärte Rips. Dabei sollten Mieter, bevor sie den Mietvertrag unterschreiben, wissen, welche Rechte und Pflichten sie übernehmen, welche Vertragsklauseln wirksam und welche unwirksam sind. Mieter müssen wissen, ob die geforderte Miete ortsüblich ist oder nicht, ob mit Mieterhöhungen gerechnet werden muss und, wenn ja, in welchem Umfang. Sie müssen auch wissen, ob die im Mietvertrag genannten Betriebskostenvorauszahlungen realistisch sind oder nicht.
„Wir kennen die Antworten, und wir haben mit Mietspiegel und Betriebskostenspiegel die Instrumen-te, um zu allen Preisfragen zu informieren“, sagte Rips.


Die 10 häufigsten Beratungsthemen in Großstädten
(Berlin, München, Köln, Hannover, Düsseldorf, Stuttgart)

1. Betriebskosten 26,4 %
2. Wohnungsmängel 22,1 %
3. Mieterhöhung 10,4 %
4. Mietkaution 9,1 %
5. Allgemeine Vertragsangelegenheiten 7,4 %
6. Schönheitsreparaturen 6,7 %
7. Vermieterkündigung 6,3 %
8. Modernisierung 3,2 %
9. Mieterkündigung 3,0 %
10. Umwandlung / Eigentümerwechsel 0,6 %

In den Ballungszentren und Großstädten sind die Wohnungsmärkte nach wie vor angespannt. Dies zeigt sich auch in der Rechtsberatungsstatistik:

? Der Anteil der Rechtsberatungen zu Betriebskosten liegt deutlich unter dem Bundesdurch-schnitt.
? Wohnungsmängel, das heißt Reparatur- und Mängelbeseitigungsansprüche bzw. Mietminde-rungen, spielen eine größere Rolle.
? Fragen zu Mieterhöhungen sind mit mehr als 10 Prozent in Großstädten das dritthäufigste Rechtsberatungsthema.
? Auch im Verhältnis Vermieterkündigung (6,3 %) und Mieterkündigung (3,0 %) spiegelt sich die für Mieter schwierige Wohnungsmarktlage in Großstädten wider.


Prozessstatistik 2005

Die DMB-Prozessstatistik 2005 basiert auf Zahlen der DMB Rechtsschutz-Versicherung.

2005 2004
1. Vertragsverletzungen 30,7 % 33,5 %
2. Betriebskosten 20,8 % 20,1 %
3. Mietkaution 17,9 % 17,6 %
4. Mieterhöhung 8,8 % 11,1 %
5. Fristlose Kündigung 4,4 % 4,1 %
6. Schönheitsreparaturen 2,5 % 3,5 %
7. Eigenbedarf 2,5 % 2,8 %
8. Ordentliche Kündigung 1,7 % 2,0 %
9. Modernisierung 1,3 % 1,2 %

Bei den meisten Mietrechtsprozessen geht es um Vertragsverletzungen, das heißt um Wohnungs-mängel und allgemeine Vertragsangelegenheiten. 20,8 Prozent aller gerichtlichen Auseinanderset-zungen beschäftigen sich mit Fragen zu Nebenkosten. Auffallend hoch bleiben mit knapp 18 Pro-zent Prozesse zum Thema Mietkaution. Hier geht es überwiegend um die Rückforderung von Miet-kautionen. Innerhalb dieser Verfahren werden allerdings häufig auch Probleme angesprochen, die mit der Vertragsbeendigung zu tun haben, also Probleme zu Kündigungen, Schönheitsreparaturen usw.

Deutscher Mieterbund
Littenstraße 10
10179 Berlin

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 89375
 1881

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Rechtsberatungs- und Prozessstatistik 2005“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Deutscher Mieterbund

Farbwahlklausel unwirksam - BGH bestätigt Rechtsprechung zu Schönheitsreparaturen
Farbwahlklausel unwirksam - BGH bestätigt Rechtsprechung zu Schönheitsreparaturen
(dmb) „Richtig, konsequent und so auch zu erwarten“, kommentierte Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB), die heutige Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu einer Schönheitsreparatur- bzw. Farbwahlklausel (BGH VIII ZR 50/09). Der Bundesgerichtshof entschied, dass nachfolgende Klausel in einem Berliner Mietvertrag unwirksam ist: „Bei der Ausführung von Schönheitsreparaturen sind die Türblätter, Türrahmen, Fensterflügel und Fensterrahmen ... nur weiß zu lackieren ...“ Die Richter bestätigten, dass Mietvertragsklauseln, d…
CSU gibt FDP-Forderungen nach - Mietrechtsänderungen im Bundestag gefordert
CSU gibt FDP-Forderungen nach - Mietrechtsänderungen im Bundestag gefordert
(dmb) „Wir sind enttäuscht, dass die CSU plötzlich Reformbedarf im Mietrecht sieht und das Mietminderungsrecht bei energetischen Sanierungen in Frage stellt. Damit gibt die CSU erstmals FDP-Forderungen nach Verschlechterungen des Mietrechts zu Lasten der Mieter nach und droht vor dem liberalen Koalitionspartner einzuknicken“, kommentierte der Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB), Lukas Siebenkotten, eine Erklärung des innen- und rechtspolitischen Sprechers der CSU-Landesgruppe, Stephan Mayer, anlässlich der Beratungen zum Bundeshaushalt …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Keine Zeit für den "Papierkram"?Bild: Keine Zeit für den "Papierkram"?
Keine Zeit für den "Papierkram"?
… Angelegenheiten - vernetzt, unabhängig und ausschließlich im Auftrag des Mandanten - auf Honorar-Basis, selbstverständlich ohne jegliche Provisionen. Bei allen Steuer- und Rechtsberatungs-Angelegenheiten arbeitet sie eng mit den entsprechenden Beratern des Mandanten zusammen oder zieht eigene Kooperationspartner hinzu. Fazit: Mit dem Service der privaten …
Rechtsanwalt Nickel wird Syndikus-Anwalt des Verbandes ambulanter Operateure und Anästhesisten
Rechtsanwalt Nickel wird Syndikus-Anwalt des Verbandes ambulanter Operateure und Anästhesisten
Mitglieder profitieren von neuem Rechtsberatungs-Service Beim Kampf gegen die Budgetierung ambulanter Operationen durch die Bundesregierung unterstützte er den LAOH bereits mit Erfolg. Jetzt sollen auch die Mitglieder des Ärzteverbandes von der juristischen Kompetenz des erfahrenen Hanauer Rechtsanwalt Harald Nickel und seinen Partnern und Kollegen …
Radarwarnung: auch auf Smartphone illegal
Radarwarnung: auch auf Smartphone illegal
… Smartphone oder ein anderes Gerät dem Besitzer zufolge zu Unrecht von den Beamten eingezogen, bringt ein Rechtsanwalt für Verkehrsrecht Klarheit. Eventuell genügt auch eine Rechtseinschätzung über ein Online-Rechtsberatungs-Portal, z.B. auf www.anwalt-onlineservice.de. Quelle: Redaktion www.anwalt-suchservice.de mit Material von Rechtsanwalt Holger Hesterberg
Anwalts-Hotline mit gewinnbringenden Servicenummern
Anwalts-Hotline mit gewinnbringenden Servicenummern
… auch anonym und mit voller Kostenkontrolle für den Ratsuchenden kann eine Rechtsanwalts-Hotline genutzt werden. Dazu wird einfach eine Service-Rufummer für die Rechtsberatungs-Hotline bekanntgeben, über die Klienten unmittelbar mit dem Anwalt verbunden werden. Die Auskunft erfolgt dann telefonisch in eigener Verantwortung des Anwalts. Bei nummerndirekt …
Verband LAOH setzt verstärkt auf Service
Verband LAOH setzt verstärkt auf Service
Mitglieder profitieren von neuem Rechtsberatungs-Angebot Beim Kampf gegen die Budgetierung ambulanter Operationen durch die Bundesregierung unterstützte er den LAOH bereits mit Erfolg. Jetzt sollen auch die Mitglieder des Ärzteverbandes von der juristischen Kompetenz des erfahrenen Rechtsanwalts Harald Nickel profitieren, der zum Syndikusanwalt berufen …
Bild: And the winner is - Der „Oskar“ in der Verzeichnismedien-Branche geht an den Rechtsberatungs-Spiegel BerlinBild: And the winner is - Der „Oskar“ in der Verzeichnismedien-Branche geht an den Rechtsberatungs-Spiegel Berlin
And the winner is - Der „Oskar“ in der Verzeichnismedien-Branche geht an den Rechtsberatungs-Spiegel Berlin
… Zusammenarbeit mit dem Berliner Anwaltsverein e.V. und als Sonderdruck aus dem bekannten Berliner Branchenverzeichnis „gewusst-wo“, hat der Verlag Schmidt-Römhild einen Rechtsberatungs-Spiegel für Berlin herausgegeben, der dem Informationssuchenden kurz und intensiv das Berliner Gerichtswesen, wichtige Rechtsgrundlagen und selbstverständlich die Anschriften aller …
Kostenloses Marketing für den Anwalt in Kiel
Kostenloses Marketing für den Anwalt in Kiel
… in Kiel sucht, hat also bereits jetzt eine sehr gute Auswahl. Ziel ist es, das lokale Anwaltsverzeichnis weiter auszubauen und eine möglichst gute Auswahl für jeden Rechtsberatungs-Suchenden zu bieten. Es werden allerdings nur Rechtsanwälte im Verzeichnis aufgenommen, die Ihre Kanzlei in Kiel bis maximal rund 50 Kilometer von Kiel entfernt haben, also …
COI veranstaltet Roadshow zur E-Mail-Archivierung und stellt auf der analytica 2008 aus
COI veranstaltet Roadshow zur E-Mail-Archivierung und stellt auf der analytica 2008 aus
… Softwarespezialist eine Roadshow quer durch die D-A-CH-Staaten zum Thema E-Mail-Archivierung. Hochkarätige Unterstützung erhält die COI dabei von der renommierten Steuer-, Rechtsberatungs- und Wirtschaftsprüferkanzlei Rödl & Partner aus Nürnberg. Im Rahmen der Roadshow werden die wichtigsten Aspekte hinsichtlich E-Mail-Archivierung und der digitalen …
Bild: Über 300 Jahre Berliner Stadtadressbuch seit 1704: „gewusst-wo – für die Bundeshauptstadt Berlin 2007/08“Bild: Über 300 Jahre Berliner Stadtadressbuch seit 1704: „gewusst-wo – für die Bundeshauptstadt Berlin 2007/08“
Über 300 Jahre Berliner Stadtadressbuch seit 1704: „gewusst-wo – für die Bundeshauptstadt Berlin 2007/08“
… Telefon-Vorwahlnummern der Bundesrepublik Deutschland, der Behörden-Teil sowie farbige Stadtpläne ergänzen unter anderem das „gewusst-wo“ sinnvoll und praktisch. Spezialausgaben von „Berlin leben + erleben“, dem Gesundheits-Spiegel und dem Rechtsberatungs-Spiegel Berlin sind zudem sowohl in dem „gewusst-wo“ enthalten als auch als Sonderhefte erhältlich.
Die elektronische Musikszene organisiert sich
Die elektronische Musikszene organisiert sich
… auf Messen und Events präsentieren, sowie Rahmen- und Kooperationsverträge abschließen, die einen echten Mehrwert für die Mitglieder bieten. Zudem ist der Aufbau einer Rechtsberatungs- und Schiedsstelle sowie der Aufbau von Landesgruppen geplant. Mehr über den Verband, die einzelnen Ziele und die Mitgliedschaft, findet sich auf der Webseite http://www.iema.de ***Ende …
Sie lesen gerade: Rechtsberatungs- und Prozessstatistik 2005