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,Study & Work': Unternehmer unterstützen Studium von Flüchtlingen an Management-Hochschule

20.01.201612:26 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: ,Study & Work': Unternehmer unterstützen Studium von Flüchtlingen an Management-Hochschule
Study&Work: Unternehmer und Professoren ermöglichen Flüchtlingen Studium an HdWM. Foto: Franz Motzko
Study&Work: Unternehmer und Professoren ermöglichen Flüchtlingen Studium an HdWM. Foto: Franz Motzko

(openPR) MANNHEIM. Unternehmen und Institutionen der Region informierten sich am 18.01.2016 an der Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) über ein Pilotprojekt zur Gewinnung studierfähiger Flüchtlinge. Der Präsident Hochschule, Prof. Dr. Franz Egle, konnte fast 30 Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Metropolregion Rhein-Neckar zur Informationsveranstaltung begrüßen.



„Damit dieses Pilotprojekt gelingt und eine größere Anzahl studierfähiger Flüchtlinge ihr unternehmensnahes Studium an der HdWM aufnehmen können, braucht es Unterstützung durch Stipendien und Patenschaften durch Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen“, sagt Egle.

Studien-Eignungstest der HdWM vom Wissenschaftsministerium abgesegnet

Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg hat den von der HdWM entwickelten Eignungstest zur Zulassung zum Studium genehmigt, und das quasi in Rekordzeit. Darin heißt es, dass „sich die Zulassung studierfähiger Flüchtlinge im Rahmen des KMK-Beschlusses bewegt und einer Umsetzung keine Einwände entgegenstehen“.

Egle und der Vizepräsident der Hochschule, Prof. Dr. Michael Nagy, gaben Antworten auf zahlreiche Fragen zum Studienangebot der HdWM an studierfähige Flüchtlinge, insbesondere was das geförderte Management-Studium im Studiengang IT Management betrifft. „Es gibt für diesen Studiengang die ideale Situation, dass bereits mehr geförderte Studienplätze zur Verfügung stehen, als von Studenten derzeit genutzt werden“, so Egle weiter.

Der Studiengang IT Management wird vornehmlich vom Partnerunternehmen IBM gefördert. Dessen Hochschulbeauftragter, Ralf Blasek, ging auf das Konzept dieses Studienganges ein, das von IBM, SAP und mittelständischen Unternehmen entwickelt wurde. Blasek: „Ein hervorragendes Beispiel zielgerichteten Zusammenwirkens von Unternehmen, Hochschule und Wissenschaftsministerium“. Studiengangleiter Prof. Dr. Christoph Sandbrink erläuterte Details des Studienganges, dessen Inhalte weniger von ,klassischer‘ Informatik geprägt sind, sondern einen anwendungsorientierten IT-Service für das Firmenmanagement bieten soll. Außerdem stellte Sandbrink die sehr guten Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland wie auch in den Herkunftsländern der Flüchtlinge heraus.

Case Study Modul: Dr. Mareike Martini informiert über Herzstück des Studiengangs IT Management

Dr. Mareike Martini, an der HdWM für Kooperationen und Partnerschaften zuständig, ging insbesondere auf ein Herzstück des Studienganges IT Management ein: Das Case Study Modul im 3ten Semester. Hierbei wird eine konkrete Aufgabe aus dem Partnerunternehmen von einer kleinen Gruppe von Studierenden bearbeitet und nach drei Monaten im Unternehmen präsentiert. In der Praktika-Phase im vierten Semester können Partnerunternehmen, die nicht über große Personalressourcen verfügen, mit gezielten unternehmensnahen Projekten Möglichkeiten zur unternehmerischen Weiterentwicklung nutzen.

Im Rahmen ihrer Fähigkeiten und Handlungsfreiheiten können die Studierenden im Praxissemester jeweils an zukunftsorientierten Projekten arbeiten, auch über Themen, die bislang keine oder nur wenig Beachtung im Unternehmen fanden. Weiter stellte Martini das Deutschland-Stipendium vor: Basis dafür ist die Aufteilung von finanziellen Leistungen, die je zur Hälfte von privaten Förderern und dem Bund getragen werden. Und der Part der Hochschulen? Diese organisieren in eigener Regie und Zuständigkeit die Auswahl und Fördermöglichkeiten der Stipendiaten.

Fehlende Dokumente? Fast kein Problem!

Ein weiteres Thema betraf die Anerkennung von Zeugnissen und Dokumenten von Flüchtlingen, auf das der Vizepräsident der HdWM, Prof. Dr. Michael Nagy ausführlich einging. „Fehlen die Dokumente und Zeugnisse teilweise oder ganz, kommt ein mit dem Wissenschaftsministerium abgestimmter Eignungstest zur Anwendung, den die HdWM ganz speziell für Einschätzung der Studierfähigkeit konzipiert hat. Wir haben ein ganz einfaches Verfahren zusammen mit Unternehmen entwickelt und standardisiert, das sowohl die Situation der Flüchtlinge und gleichzeitig auch die Anforderungen der Hochschule und des Ministeriums berücksichtigt".

So dienen Lebenslauf-Analysen der Flüchtlinge dem ersten Kennenlernen. "Eine Plausibilitätsprüfung und das direkte Gespräch sind weitere wichtige Einflussgrößen. Auf dieser Basis wird dann von einer Kommission, die aus Professoren und Vertretern von Partnerunternehmen besteht, eine Entscheidung getroffen“, so Nagy weiter.

Die Unkompliziertheit der Verfahren mag ein Beispiel über ein nicht mitgeführtes Dokument verdeutlichen (das Zeugnis des Flüchtlings befand sich bei seiner Familie in Syrien): Man nahm kurzerhand telefonischen Kontakt mit der Familie in Syrien auf, dort wurde das Zeugnis vor Ort mit dem Smartphone abfotografiert und direkt an die Hochschulleitung der HdWM übermittelt. Übrigens: Eine Klärungsstelle für komplizierte Sachverhalte überprüft die mündlichen Angaben sowie die vorgelegten Dokumente auf ihre Korrektheit. Bei Sprachproblemen wird stets für die Übersetzung ins Arabische Sorge getragen.

Wie erfolgt die Auswahl der Studenten?

Egle: „Die HdWM sieht sich gut aufgestellt und vorbereitet, um junge Flüchtlinge rasch in ein Bachelor-Studium zu führen. Und dies mit der Perspektive eines nahtlosen Übergangs vom Studium ins Arbeitsleben, also einer gelungenen Integration. Als Studien-Starttermin ist Anfang April 2016, der Beginn des Sommersemesters, vorgesehen. Die Bewerber werden auf Basis eines wissenschaftsbasierten e-Profiling Tests ausgewählt, bei dem - in 300 gezielten Fragen - Neigungen und Potenziale der Bewerber erfasst, ausgewertet und mit dem Anforderungsprofil des Studiengangs verglichen werden. Strukturierte Abfragen über Deutschkenntnisse und Mathematik runden das Bild ab“.

Im Vorfeld hat die HdWM bereits Mitte Januar eine erfolgreiche Informationsveranstaltung für Flüchtlinge durchgeführt, an der fast 60 junge Menschen aus dem ganzen Südwesten teilnahmen. Dass das Interesse an einem Studium an der HdWM groß ist, zeigt die Tatsache, dass sich 51 Flüchtlinge sogleich für die Tests Ende Januar anmeldeten. Erfreuliches dazu: Das Frankfurter HdWM-Partnerunternehmen Profiles International „sponsert“ großzügig 100 Tests im Gesamtwert von 11.000 Euro, so dass der Profiling-Test für Flüchtlinge selbstverständlich kostenlos ist.

Der Veranstaltung wohnten auch einige direkt Betroffene bei. So fand sich die Deutschlehrerin Raoudha Bouaouni von der Mannheimer Abendakademie mit vier jungen Flüchtlingen ein, die an der AA gerade einen Deutschkurs belegen. Unter dem Beifall der Anwesenden stellten sich die jungen Männer und Frauen, darunter ein Familienvater, dem Forum vor. Und das in passablem Deutsch. Man freue sich über die tolle Aufnahme in Deutschland, insbesondere in Mannheim, und hege konkrete Zukunftspläne.

Thiemo Fojkar: Internationaler Bund (IB) unterstützt Flüchtlings-Pilotprojekt der HdWM

Mehrheitsgesellschafter der HdWM ist seit 2013 der Internationale Bund. Dessen Vorstandsvorsitzender, Thiemo Fojkar, sagt: „Wir unterstützen dieses Projekt sehr gerne. Es ist uns ein Anliegen, Menschen dabei zu helfen, sich in Gesellschaft und Arbeitsmarkt zu integrieren. Eine fundierte, qualitativ hochwertige Ausbildung ist dabei unerlässlich. Der Internationale Bund betreut in seinen bundesweiten Einrichtungen mit verschiedenen Angeboten und hohen Qualitätsstandards aktuell fast 10.000 geflüchtete Menschen mit unterschiedlichen Qualifikationsniveaus".

Weiter ging Fojkar auf die Ursprünge des IB ein, der sich schon seit 1949 Flüchtlingsfragen widmet und sich höchste Kompetenzen in diesem Feld erworben hat. „Die soziale Integration der Flüchtlinge hat oberste Priorität, denn nur so bleibt auch deren Motivation erhalten. Es gilt das Potenzial der Menschen zu nutzen - zum Vorteil für die deutsche Gesellschaft wie für die Flüchtlinge selbst. Dabei ist auch Politische Bildung wichtig, denn es muss erreicht werden, dass Vorurteile gegenüber unseren Neubürgern keine Chance haben“, sagt Fojkar in seinem Resümee. Text: Franz Motzko

Pressekontakt:
Franz M. Motzko
Presse, Medien, Dialogmanagement
Tel. 0171-2707408
E-Mail: E-Mail

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Franz Egle
Präsident
Hochschule der Wirtschaft für Management gGmbH
Neckarauer Straße 194-200
68163 Mannheim
Telefon 0621- 690712-10
E-Mail: E-Mail
http://www.hdwm.de

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