(openPR) Schwerin, 30. Mai 2006 - Während die einen gerade erfahren, was Weblogs sind, gehen andere mit Podcasts schon einen Schritt weiter. Dabei sind diese Audio- und Video-Weblogs bereits auf dem Weg aus der Nische und können sogar für Unternehmen oder gar für die Existenzgründung interessant sein.
"Wir hätten nie gedacht, dass wir schon nach drei Folgen ca. 3000 Hörer hatten. Jetzt haben wir bereits Woche für Woche ca. 11.000 Stammhörer. Wahnsinn", sagt Rainer Wolf, Chef des Online-Versenders Arktis.de, im Kurzinterview mit dem freien Journalisten und Autor Jan Tißler.
Was aber sind Podcasts eigentlich? Der Begriff selbst ist verwirrend. Er setzt sich aus dem populären MP3-Player "iPod" und dem englischen Begriff "Broadcasting" für "Senden" zusammen. Tatsächlich können Podcasts auf jedem beliebigen MP3-Player oder auch am heimischen Computer gehört werden.
MP3-Dateien online zum Herunterladen anzubieten, ist nichts Neues. Der besondere Kniff bei Podcasts ist die Automatisierung. Wer mag, kann sich die neuesten Folgen seiner Lieblings-Podcasts sofort nach Erscheinen per Software auf den Computer holen lassen. Und der iPod macht es dann besonders leicht, die neuen Sendungen ebenso von Geisterhand auf den Player zu bringen.
Einmal abonniert, erfährt der Hörer also ohne weiteres Zutun von neuen Sendungen. "Bequemlichkeit ist Trumpf und diese Technik macht es leicht, viele verschiedene Angebote im Auge zu behalten", erklärt Jan Tißler.
Inhaltlich sind Podcasts keine Grenzen gesetzt. Jeder kann sich darin verwirklichen. Vom täglichen kurzen Infohappen bis hin zu Lernkursen ist alles dabei. Fachleute podcasten ebenso wie Fans und Laien. Manche bestreiten ihre Sendungen allein, manche im Wechsel oder gemeinsam mit anderen. Neben reinen Audio-Sendungen gibt es vermehrt Videos zum Download. Auch etablierte Medien wie die Tagesschau oder Deutschlandradio Kultur bieten Sendungen als Podcast an.
Das Beispiel Arktis.de zeigt dabei, dass sich ein Podcast bei entsprechender Zielgruppe auch für die Eigenwerbung eignet. Der Shop hat sich auf iPod, Software und Elektronik-Kuriositäten spezialisert. In den Sendungen unter dem Titel "Arktis.de unplugged" geht es aber gar nicht immer nur um neue Produkte. Der Chef nimmt sich und seine Firma gern einmal selbst auf die Schippe. Besonders "Azubi Tobi" muss das eine oder andere über sich ergehen lassen. Und wenn die Liste mit Neuheiten gar zu lang erscheint, heißt es auch mal: "Das lese ich jetzt nicht alles vor. Schaut doch selbst einmal rein."
"Dieses Modell lässt sich natürlich nicht auf jeden beliebigen Shop oder jede andere Firma übertragen", erklärt Jan Tißler. Wie auch bei Weblogs geht es bei Podcasts um Glaubwürdigkeit. Wer nicht jung und flippig ist, sollte nicht so tun als ob. Zugleich muss ein Audio-Blog nicht chaotisch und unprofessionell sein, um anzukommen. "Interessante, exklusive Inhalte, persönliche Ratschläge und Meinungen und eine Reduzierung auf einige Highlights" seien gute Voraussetzungen.
Daneben sind Podcasts eine weitere Möglichkeit, ein neues Hobby zu entdecken, das vielleicht einmal zum Neben- oder Hauptberuf wird. So jedenfalls erging es Annik Rubens. Die Viel-Podcasterin gehört zu Deutschlands bekanntesten Vertretern der Szene und hat gerade ein Buch zum Thema herausgebracht.
Zum Audio-Bloggen kam Sie zufällig: Eigentlich hatte sie nach ihren Lieblings-Moderatoren von früher im Internet gesucht. Von denen fand sie zwar keine Spur, aber Podcasting war entdeckt. Inzwischen betreut sie acht Projekte und wird auch als Pocasterin engagiert.
Im Gespräch mit Jan Tißler sieht sie in Podcasts ein Format mit Zukunft. Da die entsprechende Ausrüstung immer günstiger und leichter zu bedienen ist, sei eine Professionalisierung abzusehen. Und: "Es wird nicht mehr nur kostenfreie Podcasts geben, sondern vermehrt Angebote, für die man bezahlen muss."
Noch aber sind Podcasts in der Regel kostenlos.
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Mehr Informationen zum Thema:
Übersicht zu deutschen Podcasts:
http://www.podster.de/
Die zentrale Anlaufstelle rund um Podcasts ist derzeit die kostenlose Software iTunes von Apple. Hier findet sich ein umfangreiches Verzeichnis und die Angebote können abonniert und die Sendungen abgespielt werden:
http://www.apple.com/de/itunes/podcasts/
5 Fragen an Podcasterin Annik Rubens (”Schlaflos in München”):
http://blog.internet-optimal-nutzen.de/?p=251
5 Fragen an Rainer Wolf (arktis.de):
http://blog.internet-optimal-nutzen.de/?p=263
Buchtipp: “Podcasting - das Buch zum Audiobloggen”:
http://blog.internet-optimal-nutzen.de/?p=257
Über die Seite "Internet optimal nutzen"
Der freie Journalist, Autor, Online-Redakteur und Webmaster Jan Tißler betrachtet mit dem Projekt "Internet optimal nutzen" das Internet aus der Sicht von Unternehmern, Selbstständigen und anderen, die darüber Geld verdienen wollen. Dazu entsteht eine Ratgeber-Reihe aus Taschenbüchern und E-Books und die begleitende Internetseite mit kostenlosen Artikeln, Preisvergleichen, Nachrichten und einigem mehr. Das Projekt startete nach etwa einjähriger Vorbereitungszeit im November 2004. Das erste Buch unter dem Titel "So wird Ihre Homepage erfolgreicher" erschien im März 2005.











