(openPR) UNTERLEINLEITER - Wiesen und Felder sind ihre Verstecke. Wenn die Rehgeiß auf Nahrungssuche ist, schmiegen sich die Kitze ins hohe Gras und sind unsichtbar für ihre natürlichen Feinde. Doch auch die Augen der Landwirte entdecken die Jungtiere häufig erst dann, wenn es zu spät ist: Wenn die Wiesen gemäht werden und einige Kitze den Mähdreschern und Sensen zum Opfer fallen. Die Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd bietet Landwirten in den Landkreisen Forchheim und Bamberg Hilfe an, um solche Unfälle zu vermeiden.
Im Mai setzen die Rehe. Landwirte beginnen in dieser Zeit häufig mit der ersten Wiesenmahd. Rund 100.000 Rehkitze, aber auch viele Hasen und Wiesenbrüter, werden in Deutschland jährlich durch die Frühmahd getötet oder schwer verletzt. Denn anstatt vor der Gefahr zu fliehen, ducken sich die Jungtiere instinktiv ins hohe Gras. Auch im Gebiet der Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd passieren jedes Jahr erneut Unfälle mit Kitzen und Traktoren. Schon seit Jahrzehnten bieten die Jäger der Hegegemeinschaft deshalb den Landwirten an, am Tag vor dem Mähen mit ausgebildeten Jagdhunden die Wiesen zu durchqueren. "Der Fremdgeruch von den Menschen, aber vor allem von den Hunden, hält die Rehgeißen mindestens ein bis zwei Tage davor ab, ihre Jungen erneut in eine Wiese abzulegen, die in dieser Form durchkämmt wurde", sagt Klaus Philipp, Leiter der Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd. Landwirte wie Privatpersonen können sich jederzeit an die Jäger wenden und sie bitten, die Felder mit den Hunden zu durchstöbern und die Kitze so in Sicherheit zu bringen. Meist genügt ein kurzer Anruf.
Auch die richtige Mähtechnik kann helfen, den Wildnachwuchs zu retten. Die Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd rät den Landwirten, von innen nach außen zu mähen: "Die Tiere haben dann eine reelle Chance zur Flucht", sagt Philipp. Bei der herkömmlichen Mähmethode, beim äußeren Wiesenrand zu starten und sich dann ins Innere vorzuarbeiten, kesselt man die Kitze ein und versperrt ihnen den Fluchtweg. "Ob der Landwirt mit dem Mähen im Inneren des Felds oder am äußeren Rand beginnt, stellt für ihn keinen sonderlichen Unterschied dar. Doch einigen Wildtieren rettet er damit womöglich das Leben", sagt Philipp.
Rehgeiße lassen sich auch von wehenden Bändern, raschelnden Mülltüten oder grellen Blinklichtern in Wiesen davor abschrecken, ihren Nachwuchs genau dorthin zu legen. Die Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd rät jedoch dazu, Bänder, Tüten und Lichter erst einige Tage vor dem ersten Mähen an den Wiesen anzubringen. Die Tiere könnten sich sonst an das ungewohnte Szenario gewöhnen und das Feldstück trotzdem wieder nutzen. Entdeckt man selbst Kitze auf dem Feld, sollte man die Tiere aber auf keinen Fall anfassen: Der Menschengruch schreckt die Elterntiere vor dem eigenen Nachwuchs ab. Die Folge: Die Elterntiere lassen die Kitze im Stich, die Jungtiere verenden qualvoll.
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Die Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd ist der Unteren Jagdbehörde untergliedert und umfasst auf einer Fläche von über 12.000 Hektar zusammenhängende 25 Jagdreviere in den Landkreisen Forchheim und Bamberg. Sitz der Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd ist Unterleinleiter im Landkreis Forchheim. Vorsitzender ist Klaus Philipp, Jagdpächter des Reviers Siegritz bei Heiligenstadt. Die Hegegemeinschaft dient dem Zweck, in ihrem räumlichen Wirkungskreis eine ausgewogene Hege aller darin vorkommenden Wildarten zu gewährleisten.
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