(openPR) Einladung zur Ausstellungseröffnung am Freitag, den 20. November 2015 gegen 19 Uhr. Ausstellung vom 21. Nov. bis zum 16. Jan. 2016
Thomas Kaminsky ist in Dresden geboren und lebt und arbeitet heute sowohl in Köln als auch in Wien. Seine Werke betreffen neben Tafelbildern, Handzeichnungen, Holzschnitten und Wandmalereien auch eine Reihe von Buchunikaten, Objekten und ortsbezogenen Arbeiten. Aus der Tradition der informellen Malerei der 50er Jahre, in der sich Komposition und Farbigkeit vornehmlich dem gestisch bestimmten Pinselduktus unterordneten, entwickelte sich seine Position, woraus er ein umfangreiches Gesamtwerk schaffte. Thomas Kaminsky erzählt mit seinen Holzschnitten von jener Zeit vor und nach der russischen Revolution, in der die Utopie des Zusammenwirkens zwischen den Kulturschaffenden, den Architekten, Dichtern, Malern, Musikern, Filmern, Schauspielern etc. für kurze Zeit – jenseits der Tagespolitik, aber als Bestandteil der Politik – möglich werden sollte. Eine der letzten Illusionen im alten Europa, die damals schon zerbrach, aber noch bis in die Zeit des Kalten Krieges als Möglichkeit gedacht wurde. In den Holzschnitten finden sich viele Elemente der nachimpressionistischen Kunst. Von der Raum- und Bildauffassung über die Propagandaplakate bis zum Heldenpathos als Bestandteil der Politik. Die biedermeierliche Welt, in der Lenin sich bewegt, verdeutlicht das Utopische als das, was es ist: die Vorwegnahme einer Möglichkeit. Das "Schwarze Quadrat" des Kasimir Malewitsch gehört wie die Kreise und Dreiecke eines Wassily Kandinsky zu den Grundpfeilern der gegenstandslosen Malerei des 20. Jahrhunderts. Damit spielt Thomas Kaminsky. Mit dem Rückgriff auf den Holzschnitt als älteste Form der gedruckten Buchillustration spannt er den Bogen von der Utopie eines Johannes Gutenberg zu der Utopie einer untergegangenen Politik.
Text u.a. Kunstmuseum Villa Zanders










