openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Wie Krebszellen die Immunabwehr austricksen

10.11.201512:34 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Neue Erkenntnisse sollen die Wirksamkeit der Chemotherapie verbessern

Frankfurt/M. (Ko) – Wie Krebszellen dem Angriff des Immunsystems entkommen, ergründen derzeit Wissenschaftler der Universität Frankfurt am Main. Im Blickpunkt der Forscher stehen die sogenannten Makrophagen (Fresszellen): Tumoren manipulieren diese so, dass sie das Krebswachstum aktivieren anstatt es zu stoppen. Die umgepolten Makrophagen können sogar die Wirkung einer Chemotherapie beeinträchtigen. Die Forscher suchen derzeit nach Strategien, um den Schutzmechanismus der Tumorzellen auszuhebeln. Langfristiges Ziel ist es, die Wirksamkeit der Chemotherapie medikamentös zu verbessern. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit rund 180.000 Euro.



Unser Immunsystem ist mit verschiedenen Zelltypen ausgestattet, um den Körper vor fremdartigen Substanzen und schädlichen Strukturen wie etwa Tumorzellen zu schützen. Makrophagen sind ein unentbehrlicher Teil dieses ausgeklügelten Bollwerks. Auf der Jagd nach Schädlingen verleiben sie sich diese ein und lösen sie in ihrem Zellinneren auf. Makrophagen kommen in zahlreichen Geweben und natürlicherweise auch in Tumoren vor.

Tumorzellen programmieren die schützenden Makrophagen einfach um

Um sich vor dem Angriff der Fresszellen zu schützen, haben Tumorzellen eine clevere Überlebensstrategie entwickelt: Sie manipulieren die Angreifer so, dass diese ihre Anti-Tumorwirkung verlieren. Im Fachjargon wird dies als Makrophagen-Polarisierung bezeichnet. Der Angriffspunkt für diese Strategie sind fettähnliche Substanzen, sogenannte Lipide, die aus den Zellhüllen der Makrophagen stammen. Mit Hilfe eines Enzyms mit dem wissenschaftlichen Namen mPGES-1 verändern Krebszellen die Lipide so, dass diese sogar das Wachstum von Tumoren fördern können.

Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt am Main versuchen nun, diesen Schutzmechanismus auszuhebeln. „Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass Brusttumoren langsamer wachsen, wenn ihnen mPGES-1 fehlt“, erläutert Studienleiter Professor Dr. Bernhard Brüne, Direktor des Instituts für Biochemie I im Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt. „Deshalb wollen wir zunächst die molekularen Mechanismen verstehen, die dafür verantwortlich sind, dass das Enzym die Fresszellen in ihrer Anti-Tumorwirkung hemmt“, so Brüne weiter. So sollen beispielsweise die Gene des Schlüsselenzyms mPGES-1 identifiziert werden.

Langfristiges Ziel: die Wirksamkeit der Chemotherapie verbessern

Langfristig könnte sich aus den Erkenntnissen eine neue therapeutische Strategie in der Krebsbekämpfung entwickeln. In dem Forschungsprojekt soll daher auch geklärt werden, ob sich durch eine medikamentöse Hemmung von mPGES-1 die Anti-Tumoraktivität der Makrophagen und die Wirksamkeit einer Chemotherapie verbessern lassen.

„Unser stetiges Ziel ist es, die Krebsbehandlung stetig zu verbessern“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe. „Innovative Forschungsprojekte zu fördern, die zu neuen medizinischen Durchbrüchen in der Krebstherapie beitragen können, ist daher ein Kernanliegen der Deutschen Krebshilfe.“


Hintergrundinformation: Krebsforschung

Fortschritte in der Krebsforschung haben dazu beigetragen, neue und immer wirkungsvollere Therapien gegen Krebs zu entwickeln und bestehende Behandlungsansätze weiter zu optimieren. Diese Erfolge sind auch der Deutschen Krebshilfe zu verdanken – die gemeinnützige Organisation ist der bedeutendste private Förderer der Krebsforschung in Deutschland. In den letzten Jahren investierte die Deutsche Krebshilfe jährlich rund 35 bis 40 Millionen Euro in die onkologische Forschung. Ziel der Forschungsförderung der Deutschen Krebshilfe ist es, im Sinne einer optimalen Patientenversorgung vielversprechende Ergebnisse aus der Forschung schnell und effizient in die klinische Prüfung und Anwendung zu bringen sowie die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen stetig zu verbessern.


Projektnr.: 111578

Interviewpartner auf Anfrage!

Bonn, 10. November 2015

Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 878799
 546

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Wie Krebszellen die Immunabwehr austricksen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Deutsche Krebshilfe

Bild: Darmkrebs: Frauen und Männer erkranken unterschiedlichBild: Darmkrebs: Frauen und Männer erkranken unterschiedlich
Darmkrebs: Frauen und Männer erkranken unterschiedlich
_Deutsche Krebshilfe stellt neues Projekt zu geschlechtersensibler Medizin vor_ Bonn/Dresden (ast) – Brauchen Frauen und Männer mit Darmkrebs unterschiedliche Therapien? Forschende des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT)/Universitäts KrebsCentrums (UCC) in Dresden gehen nun dieser bislang kaum beachteten Frage nach. Denn Darmkrebs ist nicht nur eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Er verläuft bei Frauen und Männern oft unterschiedlich, wird teils später erkannt und führt zu verschiedenen Nebenwirkungen bei der Be…
Bild: Deutsche Krebshilfe fördert bundesweit 25 PatientenkongresseBild: Deutsche Krebshilfe fördert bundesweit 25 Patientenkongresse
Deutsche Krebshilfe fördert bundesweit 25 Patientenkongresse
_Veranstaltungen erweitern kostenfreies und unabhängiges Informationsangebot der Organisation_ Bonn (mas) – Die Diagnose Krebs wirft viele Fragen auf. Krebspatientinnen und -patienten sowie Angehörige sind häufig verunsichert, haben Ängste oder Sorgen. Die Deutsche Krebshilfe steht Betroffenen in dieser Zeit mit Rat und Hilfe zur Seite. Neben ihrem telefonischen Informations- und Beratungsdienst – dem INFONETZ KREBS – und den Blauen Ratgebern sowie weiteren Patienteninformationen fördert die Deutsche Krebshilfe regionale Patientenkongresse –…

Das könnte Sie auch interessieren:

CAR T cells - Neue Zelltherapie für alle zugänglich machen
CAR T cells - Neue Zelltherapie für alle zugänglich machen
Seit vielen Jahren steht eine Frage im Raum: Warum entgehen Krebszellen den ansonsten „wachsamen Augen“ unseres Immunsystems? Sie verstecken sich! Das menschliche Immunsystem ist gegen Krebs nicht wirkungslos. Es kann Krebszellen erkennen, bekämpfen und vernichten. Die Krebszellen haben aber Mechanismen entwickelt, um sich dem Angriff des Immunsystems …
Bild: Brustkrebs vermeiden: Möglichkeiten einer seriösen PräventionBild: Brustkrebs vermeiden: Möglichkeiten einer seriösen Prävention
Brustkrebs vermeiden: Möglichkeiten einer seriösen Prävention
… heutigen Wissensstand. "Bei der Krebsvorbeugung geht es einerseits darum, Genmutationen zu verhindern, andererseits, der bösartigen Entartung von Krebsvorstufen sowie der Aggressivität der Krebszellen entgegenzuwirken. Es gibt überzeugende Hinweise, dass beides möglich und erfolgreich ist. Wenn auch nur begrenzt, so können wir doch die Erkrankungsrisiken …
Chemotherapie und ihre Auswirkungen
Chemotherapie und ihre Auswirkungen
… Claudia Galler, Gesundheitsredakteurin von jameda, Deutschlands größte Arztempfehlung (jameda.de), in diesem Gesundheitstipp. Zytostatika werden nach bestimmten Schemata verabreicht Tumore entstehen durch Krebszellen, die sich unkontrolliert teilen und gesundes Gewebe überwuchern. Da Krebszellen sich meist schneller vermehren als gesunde Zellen, sind …
Körpereigene Abwehrmechanismen gegen Krebs
Körpereigene Abwehrmechanismen gegen Krebs
… Direktor des Pathologischen Instituts an der Technischen Universität München. „Zunehmend setzt die Medizin auf Strategien, um mit Hilfe reaktivierter körpereigener Immunmechanismen Krebszellen zu vernichten. Dieses neue Feld wird mit dem Begriff Immunonkologie bezeichnet.“ Checkpoints – Kontrollpunkte des Immunsystems Die Bedeutung des Immunsystems bei …
Vom Dr. Jekyll zum Mr. Hyde der Krebsimmuntherapie
Vom Dr. Jekyll zum Mr. Hyde der Krebsimmuntherapie
Neue Immuntherapien können die körpereigenen Abwehrwaffen gegen Krebszellen schärfen. Bei einigen Patienten führt das sogar zur Rückbildung bereits fortgeschrittener Tumoren. Teilweise versagt jedoch diese Strategie. Die Ursachen lagen bislang weitgehend im Dunkeln. Ein internationales Forscherteam unter Führung der Universitätsklinika in Magdeburg und …
Wie Krebszellen das Immunsystem austricksen
Wie Krebszellen das Immunsystem austricksen
… Abwehrsystem auf verschiedene Strategien zurück: Killerzellen etwa erkennen die bösartigen Zellen als andersartig und töten sie ab. Im Gegenzug schützen sich die Krebszellen ihrerseits vor Angriffen, indem sie sich immunologisch unkenntlich machen. Wissenschaftler aus Tübingen haben nun einen bislang unbekannten Mechanismus entdeckt, mit dem Tumoren …
Bild: Die Ermittlung des Immunstatus in der Krebstherapie und -präventionBild: Die Ermittlung des Immunstatus in der Krebstherapie und -prävention
Die Ermittlung des Immunstatus in der Krebstherapie und -prävention
… werden die Immunzellen und deren Untergruppen mit einem speziellen Verfahren getrennt und gezählt. Bei Krebserkrankungen z.B. sind bestimmte Immunzellen, die die Krebszellen angreifen (Killerzellen, NK-Zellen), vermindert. Die Ursache für die Verminderung dieser Zellen sind die sog. Bremserzellen (Suppressorzellen). Diese werden vermehrt bei chronischen …
Mit modifizierten Killerzellen die Krebsabwehr stärken
Mit modifizierten Killerzellen die Krebsabwehr stärken
… Abwehr zwar grundsätzlich funktioniert, sich Tumorzellen jedoch der Immunabwehr durch bestimmte Schutzmechanismen, die wir als ‚Escape‘-Strategien bezeichnen, entziehen. So werden die Krebszellen nicht mehr erkannt und eliminiert“, erklärt Studienleiter Dr. Stephan Klöß vom Institut für Zelltherapeutika an der Medizinischen Hochschule Hannover. Das kann …
Körpereigene Abwehrmechanismen gegen Krebs
Körpereigene Abwehrmechanismen gegen Krebs
… Direktor des Pathologischen Instituts an der Technischen Universität München. „Zunehmend setzt die Medizin auf Strategien, um mit Hilfe reaktivierter körpereigener Immunmechanismen Krebszellen zu vernichten. Dieses neue Feld wird mit dem Begriff Immunonkologie bezeichnet.“ Checkpoints – Kontrollpunkte des Immunsystems Die Bedeutung des Immunsystems bei …
Tarnkappen der Tumorzellen
Tarnkappen der Tumorzellen
… der Regel und steuert über verschiedene Botenstoffe komplexe Reaktionen, um diese zu vernichten. Seit langem untersucht die Wissenschaft die Strategien von Krebszellen, sich der körpereigenen Abwehr zu entziehen. Mit sogenannten Immun-Escape-Strategien „verstecken“ sich veränderte Zellen vor dem körpereigenen Abwehrsystem. Manche Krebszellen tarnen …
Sie lesen gerade: Wie Krebszellen die Immunabwehr austricksen