(openPR) Immer häufiger wird bei Frauen Brustkrebs diagnostiziert, und immer seltener verläuft die Krankheit tödlich. Beides ist der gesetzlichen Krebsvorsorge zu verdanken. Oft geraten Frauen jedoch in eine sinnlose Überdiagnostik, und noch öfter unterbleibt jede sinnvolle Vorsorge. Welche Frauen haben ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs? Welche Vorsorge ist nützlich? Der Onkologe und Sozialmediziner Professor Dr. Hermann Delbrück liefert in seinem aktuellen Ratgeber "Brustkrebs vermeiden" einen kritischen und konkreten Gesamtüberblick über den heutigen Wissensstand.
"Bei der Krebsvorbeugung geht es einerseits darum, Genmutationen zu verhindern, andererseits, der bösartigen Entartung von Krebsvorstufen sowie der Aggressivität der Krebszellen entgegenzuwirken. Es gibt überzeugende Hinweise, dass beides möglich und erfolgreich ist. Wenn auch nur begrenzt, so können wir doch die Erkrankungsrisiken bis zu einem gewissen Grad beeinflussen und darauf Einfluss nehmen, ob und wann Krebszellen bzw. Krebsvorstufen entstehen, ob und wann Krebsvorstufen aggressiv werden, ob ein Karzinom fortschreitet oder stationär bleibt, ja, sich möglicherweise zurückbildet."
Delbrück geht davon aus, dass "man die Vorbeugung sowie routinemäßige Früherkennung weitgehend auf die individuellen Erkrankungsrisiken abstimmen sollte." Anderseits beeinträchtigen übertriebene Vorsichtsmaßnahmen die Lebensqualität und bieten keinerlei Schutz.
Detailliert warnt Delbrück vor - meist kommerziell motivierten - zweifelhaften Angeboten. Z.B. kursieren immer wieder neue Nahrungsmittel-Empfehlungen. Dem hält Delbrück entgegen: "Krebsfeindliche Diäten gibt es nicht. Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft gibt es keine einzelnen Nahrungsbestandteile, die von sich aus ´krebsfeindlich´ wirken. Zu Unrecht wird dies immer wieder von einigen Geldmachern behauptet. Vor einer einseitigen Ernährung sollte man sich hüten. Einseitige Diäten wirken sich negativ auf die Gesundheit, die Immunabwehr, die Lebensqualität und möglicherweise auf das Erkrankungsrisiko aus. Nicht nur falsch, sondern auch gefährlich sind Empfehlungen einer fett- und eiweißreichen Ernährung ..." Der Autor gibt detaillierte Empfehlungen für eine ausgewogene vielseitige (evtl. mediterrane) Ernährung, die dem gesamten Gesundheitszustand zugute kommt und damit das Krebsrisiko senkt.
"Zunehmend werden von der Nahrungsmittelindustrie, aber auch von Apotheken, Drogerien und einigen Ärzten immunstärkende Präparate zur Krebsprävention empfohlen. Gern werden immunstärkende Diäten und ´biologische Zubereitungen´ beworben. Sie helfen vorwiegend dem Hersteller und dem Apotheker. Tatsache ist, dass eine krebspräventive Wirkung stärkender Immunpräparate niemals nachgewiesen wurde. Nur eine beeinträchtigte Immunabwehr kann durch eine immunstärkende Ernährung verbessert werden; eine Ernährung, die eine intakte Immunabwehr noch verbessert, gibt es nicht. Unzweifelhaft ist jedoch, dass eine intakte Immunabwehr durch ´falsche Ernährung´ geschädigt werden kann..."
>> Hermann Delbrück: Brustkrebs vermeiden. Pabst 2015, 256 Seiten, ISBN 978-3-95853-124-6
http://www.pabst-publishers.de/Medizin/buecher/9783958531246.htm










